Es war ein regnerischer Novemberabend in Stuttgart, als drei Ferrari, zwei in leuchtendem Rot und einer in glänzendem Schwarz vor der kleinen Autowerkstatt von Heinrich Bergmann hielten, einem 63-jährigen Mann, der sein ganzes Leben damit verbracht hatte, Autos mit seinen schwielig gewordenen Händen zu reparieren und sein letztes Brot mit denen zu teilen, die noch weniger hatten als er.

 Heinrich trat aus seiner Werkstatt, wischte sich das Öl an seiner Arbeitskleidung ab und dachte, dass diese Kunden sich in der Adresse geirrt haben mussten, denn seine bescheidene Werkstatt in einem Arbeiterviertel war sicherlich nicht der Ort, an den Ferraribesitzer ihre Luxusautos brachten. Aber als die Türen sich öffneten und drei elegant gekleidete junge Menschen ausstiegen, als sie ihn mit Tränen in den Augen ansah und seinen Namen riefen, als die größte von ihnen, eine wunderschöne Frau mit blonden Haaren, einen Satz sagte, der sein Herz

zum Stillstand brachte. Da verstand Heinrich Bergmann, daß dieser Moment die Antwort auf ein Gebet war, das er vorz Jahren gesprochen hatte in einer Winternacht, als er drei hungrige und verängstigte Kinder in einem verlassenen Auto auf dem Parkplatz hinter seiner Werkstatt gefunden hatte. Diese drei Kinder, die er wochenlang ernährt, beschützt und wie seine eigenen geliebt hatte, bevor das Jugendamt sie mitnahm, diese drei Kinder, von denen er nie wieder etwas gehört hatte und um die er jahrelang heimlich geweint hatte,

standen jetzt vor ihm reich, erfolgreich und gekommen, um ihm zu sagen, dass sie ihn niemals vergessen hatten. Wenn du bereit bist für diese Geschichte, schreib in die Kommentare, von wo du dieses Video schaust. Heinrich Bergmann hatte seine Autowerkstatt im Jahr 1980 im Stuttgarter Arbeiterviertel Zufenhausen eröffnet.

 Ironischerweise nur wenige Kilometer von der Porsche Faabrik entfernt, wo er eigentlich hatte arbeiten wollen, bevor das Leben andere Pläne für ihn hatte. Er war damals gerade 20 Jahre alt gewesen, frisch aus der Lehre gekommen und voller Träume, die größer waren als seine bescheidenen Verhältnisse es erlaubten.

 Träume von einer eigenen Werkstatt, einer Familie und einem Leben, in dem er niemandem Rechenschaft schulden würde, außer sich selbst. Die Werkstatt hatte ihn nie reich gemacht. Im Gegenteil, sie brachte gerade genug ein, um die Miete zu zahlen und Essen auf den Tisch zu bringen. Aber Heinrich hatte sich nie beschwert, weil er wusste, dass wahrer Reichtum nicht in Euro gemessen wird, sondern in etwas viel kostbarerem.

 Seine Frau Ingrid, die Liebe seines Lebens, die er mit 16 Jahren auf einem Volksfest kennengelernt hatte, war im Jahr 1995 an Leukemäie gestorben, nur 15 Jahre nach ihrer Hochzeit. und gerade als sie endlich genug Geld gespart hatten, um sich ihren Traum von einem kleinen Häuschen am Stadtrand zu erfüllen. Sie hatten keine Kinder haben können, obwohl sie es jahrelang versucht hatten.

 Und als Ingrid starb, nahm sie mit ihrem letzten Atemzug auch Heinrichs Hoffnung auf eine Familie mit sich. Nach ihrem Tod hatte Heinrich sich vollständig in die Arbeit gestürzt. Nicht weil er Geld oder Erfolg liebte, sondern weil er zwischen den Motoren und Werkzeugen nicht so viel Zeit hatte, an die Einsamkeit zu denken, die ihn jeden Abend erwartete, wenn er in seine leere Wohnung über der Werkstatt zurückkehrte.

Er wurde im ganzen Viertel als der Mann bekannt, der niemals nein sagte, der die Autos der Nachbarn zu Preisen reparierte, die kaum die Ersatzteile deckten und der immer eine heiße Tasse Kaffee und ein offenes Ohr für jeden hatte, der durch seine Tür kam. Die Kinder des Viertels liebten ihn, weil er sie in seine Werkstatt ließ und ihnen mit unendlicher Geduld erklärte, wie ein Motor funktioniert, wie man einen Reifen wechselt und wie man ein Auto, das Tod zu sein scheint, wieder zum Leben erweckt. Seine Mutter Gertrud, eine

Frau, die sechs Kinder allein großgezogen hatte, nachdem ihr Mann im Kohlenbergwerk im Ruhrgebiet verunglückt war, hatte ihm schon als kleinem Jungen beigebracht, dass das wahre Maß eines Menschen nicht das ist, was er besitzt oder wie viel Geld er auf dem Konto hat, sondern das, was er bereit ist zu geben, wenn jemand anderes in Not ist.

 Gertrud hatte nie viel gehabt, oft nicht genug, um ihre eigenen Kinder richtig zu ernähren. Aber sie hatte immer noch etwas für die Nachbarn übrig gehabt, die noch weniger hatten. Für die Witwen und Weisen des Viertels, für jeden, der an ihre Tür klopfte und um Hilfe bat. Diese Lektion hatte Heinrich sein ganzes Leben lang in seinem Herzen getragen, auch in den dunkelsten Momenten, auch wenn die Einsamkeit ihn fast erdrückte und er sich fragte, warum er weitermachen sollte in einer Welt, die ihm alles genommen hatte, was er liebte. Es war

der 22. Dezember 1997, nur drei Tage vor Weihnachten und einer der kältesten Winter, die Stuttgart seit Jahrzehnten erlebt hatte, mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunktund einem Schneefall, der die Stadt in ein weißes Schweigen hüllte. Heinrich hatte bis spät in die Nacht gearbeitet, um das Auto eines Taxifahrers rechtzeitig fertig zu bekommen, eines alleinerziehenden Vaters, der ohne sein Taxi kein Geld für Weihnachtsgeschenke für seine Kinder gehabt hätte.

 Als er endlich die Werkstatt abschließen wollte, hörte er ein Geräusch vom Parkplatz hinter dem Gebäude. Ein Geräusch, das er zunächst für eine streunende Katze hielt, die Schutz vor der Kälte suchte. Aber als er nachschauen ging, fand er etwas, das ihm das Herz brach. In einem verlassenen Auto, dessen Besitzer es offenbar Wochen dort abgestellt und nie wieder abgeholt hatte, saßen drei Kinder, drei identische Kinder, die nicht älter als vier oder fünf Jahre sein konnten, zusammengekauert unter einer dünnen Decke und zitternd vor Kälte. Heinrich

stand einen Moment wie erstarrt da, unfähig zu glauben, was seine Augen sahen. Dann übernahm der väterliche Instinkt, den er immer in sich getragen hatte, obwohl er nie eigene Kinder gehabt hatte. Und er näherte sich dem Auto mit der Behutsamkeit eines Menschen, der ein verängstigtes Tier nicht erschrecken will.

 Die drei Drillinge sahen ihn mit riesigen, von Angst erfüllten Augen an und drückten sich noch enger aneinander. Und Heinrich verstand, daß sie etwas Schreckliches erlebt haben mussten, um so verängstigt vor einem Erwachsenen zu sein, der ihnen nur helfen wollte. Er sprach mit sanfter Stimme zu ihnen, sagte, daß er ihnen nichts Böses tun würde, daß er einen warmen Ort hatte, wo sie bleiben konnten und Essen, dass sie essen konnten.

 Und langsam, sehr langsam begannen die Kinder ihm zu vertrauen. Er brachte sie in seine Wohnung über der Werkstatt, setzte sie vor die Heizung, machte ihnen warme Suppe und heiße Schokolade und während sie mit einer Geraßen, die auf tagelangen Hunger hindeutete, versuchte er herauszufinden, woher sie kamen und wie sie in diese Situation geraten waren.

 Die Geschichte, die nach und nach zwischen Schluchzern und Pausen herauskam, war eine jener Geschichten, die einem den Glauben an die Menschheit rauben können. Die drei Drillinge hießen Anna, Maria und Lukas. Sie waren 5 Jahre alt und ihre Mutter, eine drogenabhängige Frau namens Karin, hatte sie vor zwei Wochen in diesem Auto zurückgelassen, als sie zu einem Dealer ging, um ihre Sucht zu befriedigen und nie wiedergekommen war.

 Die Kinder hatten zwei Wochen lang in diesem Auto gelebt, von dem wenigen Essen, das ihre Mutter zurückgelassen hatte und von dem, was Lukas, der mutigste der drei, in den Mülltonnen der umliegenden Restaurants finden konnte. Sie hatten keinen Vater, zumindest keinen, der sie jemals anerkannt oder sich um sie gekümmert hätte.

 Keine Großeltern, die sie kannten. Keine Verwandten, an die sie sich wenden konnten, niemanden auf der Welt, außer sich selbst. Heinrich hörte diese Geschichte mit wachsendem Entsetzen und gleichzeitig mit einer Wut, die er lange nicht mehr gespürt hatte, einer Wut auf eine Welt, die es zuließ, dass drei unschuldige Kinder so leiden mussten, während andere im Überfluss lebten und sich um nichts kümmerten, außer um sich selbst.

 Er dachte an seine eigene Kindheit, an die Armut, in der er aufgewachsen war, aber auch an die Liebe seiner Mutter, die niemals aufgegeben hatte, die immer für ihre Kinder da gewesen war, egal wie schwer das Leben war. Diese drei Kinder vor ihm hatten nichts davon gehabt. Keine Mutter, die sie liebte, keinen Vater, der sich um sie kümmerte, nur sich selbst und die verzweifelte Hoffnung, dass irgendwo jemand war, der ihnen helfen würde.

 Und in diesem Moment, in dieser kalten Dezembernacht, beschloss Heinrich Bergmann, dieser jemand zu sein. In dieser Nacht traf er eine Entscheidung, die sein Leben für immer verändern sollte. Er würde diese Kinder nicht allein lassen. Er würde sie nicht dem Jugendamt übergeben, daß sie wahrscheinlich trennen und in verschiedene Heime stecken würde.

 Er würde sie selbst versorgen, so lange wie nötig, bis er eine bessere Lösung gefunden hatte. Eine Nacht wurde zu einer Woche, eine Woche wurde zu einem Monat und bevor Heinrich es bemerkte, waren sechs Wochen vergangen. Sechs Wochen, in denen sein Leben vollständig von der Anwesenheit dieser drei Kinder verwandelt worden war.

 er weckte sie jeden Morgen mit einem Frühstück, daß er liebevoll zubereitete, obwohl er vorher kaum kochen konnte und alles aus dem Kochbuch seiner verstorbenen Mutter lernen mußte. Er brachte ihnen bei, wie man sich die Zähne putzt, wie man sich die Schuhe bindet, wie man Bitte und danke sagt, all die kleinen Dinge, die ihre Mutter ihnen nie beigebracht hatte und die jedes Kind verdient zu lernen.

Anna war die Stillste der drei, immer nachdenklich, immer beobachtend und Heinrich entdeckte, dass sie ein außergewöhnliches Talent für Zahlen hatte, dass sie Rechenaufgaben lösen konnte, die für ein Kind ihres Alters viel zu schwer sein sollten. Maria wardie kreativste, immer am Malen und basteln und Heinrich kaufte ihr Buntstifte und Papier, auf denen sie Bilder malte, die die Wände seiner kleinen Wohnung bald vollständig bedeckten.

 Lukas war der Beschützer, der immer darauf achtete, dass seinen Schwestern nichts passierte, der nachts wach blieb, wenn sie Albträume hatten und der in jenen zwei Wochen im Auto immer derjenige gewesen war, der Essen suchte und seine Schwestern tröstete. Heinrich erkannte in ihm sich selbst als Kind, als er der Älteste von sechs Geschwistern war und früh lernen musste, Verantwortung zu übernehmen und für andere da zu sein, noch bevor er selbst wusste, wer er war oder was er vom Leben wollte.

 In jenen sechs Wochen lernte Heinrich mehr über sich selbst und über das Leben als in all den Jahren zuvor. Er lernte, daß es nie zu spät ist, Vater zu werden, auch wenn die Kinder nicht das eigene Blut tragen. Er lernte, daß Liebe keine biologische Verbindung braucht, um echt und tief und für immer zu sein.

 Und er lernte, dass manchmal die größten Geschenke des Lebens in den unwahrscheinlichsten Momenten kommen, wenn man sie am wenigsten erwartet und am meisten braucht. Es war eine Nachbarin, die das Jugendamt anrief, eine Frau, die Heinrich nie gemocht hatte und die sich fragte, woher plötzlich diese drei Kinder kamen, die sie jeden Tag vor seiner Werkstatt spielen sah.

 Die Sozialarbeiterin kam an einem Januar Morgen, eine junge Frau mit müden Augen, die zu viele solcher Situationen gesehen hatte. Und Heinrich wusste sofort, dass seine Zeit mit den Kindern zu Ende ging. Erklärte alles, erzählte, wie er sie gefunden hatte, wie er sie ernährt und versorgt hatte. wie sehr er sie in diesen sechs Wochen lieben gelernt hatte, mehr als er jemals irgendjemanden außer Ingrid geliebt hatte.

 Er fragte, ob er sie adoptieren könnte, ob er ihr legaler Vater werden könnte, ob es irgendeinen Weg gäbe, sie bei sich zu behalten und ihnen das Zuhause zu geben, dass sie verdienten. Aber die Sozialarbeiterin schüttelte mit echtem Bedauern im Gesicht den Kopf und erklärte, dass das Verfahren kompliziert sei, dass Heinrich alleinstehend und nicht mehr jung sei, dass die Kinder in Pflegefamilien kommen würden, während man nach einer dauerhaften Lösung suchte.

 Den Abend, bevor sie kamen, um die Kinder abzuholen, versammelte Heinrich die drei Drillinge in seinem kleinen Wohnzimmer und sagte ihnen etwas, dass sie für den Rest ihres Lebens in ihren Herzen tragen würden. Er sagte, dass er sie liebte, als wären sie seine eigenen Kinder, die Kinder, die er und Ingrid sich immer gewünscht, aber nie haben konnten.

Gefällt dir diese Geschichte? Gib einen Like und abonniere den Kanal. Jetzt geht’s weiter mit dem Video. Dass diese sechs Wochen die glücklichsten seines Lebens seit dem Tod seiner geliebten Frau gewesen waren. Er sagte ihnen, dass egal wohin sie gehen würden, egal was mit ihnen passieren würde, er immer für sie da sein würde, dass sie jederzeit zurückkommen könnten und immer einen Platz an seinem Tisch und in seinem Herzen finden würden.

 Er sagte ihnen, dass sie niemals vergessen sollten, dass sie geliebt wurden, dass jemand auf dieser Welt an sie glaubte und auf sie wartete, auch wenn dieser jemand nur ein alter Mechaniker war, der nichts anderes zu bieten hatte als sein Herz. Dann gab er jedem von ihnen ein Geschenk, einen kleinen Gegenstand, den er sorgfältig ausgewählt hatte und der alles repräsentierte, was er ihnen mitgeben wollte für den schweren Weg, der vor ihnen lag.

 Anna gab er das alte Taschenmesser seines Vaters, das dieser aus dem Krieg mitgebracht hatte, und sagte ihr, dass sie immer stark sein und sich durchsetzen solle, egal welche Hindernisse das Leben ihr in den Weg stellen würde. Maria gab er den Eherring von Ingrid, den er seit ihrem Tod an einer Kette um den Hals getragen hatte und sagte ihr, dass wahre Liebe niemals stirbt und dass sie es verdient, eines Tages genauso geliebt zu werden.

 Lukas gab er seinen ersten Schraubenschlüssel, mit dem er sein Handwerk gelernt hatte. und sagte ihm, daß man mit den richtigen Händen und dem richtigen Herzen alles bauen kann, was man sich erträumt. Am nächsten Morgen, als der Wagen des Jugendamts die drei Drillinge mitnahm, stand Heinrich in der Tür seiner Werkstatt und schaute ihnen nach, bis sie am Horizont verschwanden.

 Dann ging er hinein und weinte, wie er seit dem Tod von Ingrid nicht mehr geweint hatte. Die 18 Jahre nach dem Abschied waren die härtesten im Leben von Heinrich Bergmann. Jahre, in denen er verzweifelt versuchte, Nachrichten über die drei Drillinge zu bekommen, ohne jemals Erfolg zu haben. Er ging dutzende Male zum Jugendamt, schrieb Briefe an alle möglichen Behörden, machte Telefonanrufe, die zu nichts führten, aber die Antwort war immer dieselbe.

Informationen über Minderjährige waren vertraulich und konnten nicht an Außenstehende weitergegeben werden. Er erfuhr nur, dass sie zusammen adoptiertworden waren, alle drei gemeinsam dank der Beharlichkeit einer Sozialarbeiterin, die verstanden hatte, wie stark ihre Bindung war. Aber eruhr nie, von wem sie adoptiert worden waren, nie wohin sie gegangen waren.

 Jedes Jahr am 22. Dezember zündete Heinrich drei Kerzen in seiner Werkstatt an, in Erinnerung an jene Nacht, in der er sie gefunden hatte, und jedes Jahr betete er, dass sie, wo immer sie auch sein mochten, gesund und glücklich waren. Die Werkstatt ging weiter. Immer gerade so, immer mit mehr Problemen als gewinnen. Aber Heinrich gab nie auf, weil er tief in seinem Herzen hoffte, dass diese drei Kinder eines Tages zurückkommen würden und er wollte da sein, um auf sie zu warten.

 Seine Haare wurden grau, dann weiß. Seine Hände, die einst schnell und geschickt gearbeitet hatten, begannen leicht zu zittern. Sein Rücken, der einst gerade gewesen war, beugte sich unter dem Gewicht der Jahre und der Einsamkeit. Aber seine Augen, diese Augen voller Güte, die drei verängstigte Kinder mit all der Liebe der Welt angesehen hatten, blieben dieselben immer noch fähig, das Gute in den Menschen zu sehen, immer noch fähig zu glauben, dass das Gute am Ende siegt.

Einige im Viertel dachten, er hätte den Verstand verloren, daß er an einem unmöglichen Traum festhielt, aber Heinrich wußte tief in seinem Herzen, dass diese Kinder ihn nicht vergessen hatten, so wie er sie nicht vergessen hatte. Und dann an einem regnerischen Novemberabend im Jahr 2025, 18 Jahre nach jener Dezembernacht, hielten drei Ferraris vor seiner Werkstatt.

 Einrich trat aus seiner Werkstatt und dachte, dass diese Kunden sich verirrt haben mussten, daß sie nach irgendeinem Luxushändler sugen und nicht nach einer heruntergekommenen Werkstatt mit abblätternden Wänden und 30 Jahre alten Werkzeugen. Aber als die Türen sich öffneten und drei elegant gekleidete junge Menschen ausstiegen, als sie ihn mit Augen ansahen, die er sofort erkannte, obwohl 18 Jahre vergangen waren, blieb sein Herz für einen Moment stehen.

 Anna, jetzt eine wunderschöne Frau von 23 Jahren, trug einen eleganten Hosenanzug und hatte die Ausstrahlung einer Person, die es gewohnt ist, Entscheidungen zu treffen. Aber ihre Augen waren voller Tränen, als sie den Mann ansah, der ihr Leben gerettet hatte. Maria, ebenso schön aber mit einem sanfteren, träumerischeren Ausdruck, hielt in ihren Händen einen Ring an einer Kette, den Heinrich sofort erkannte, Ingrids Ehering, den er ihr vor 18 Jahren gegeben hatte.

 Lukas, groß und selbstbewußt trug an seinem Handgelenk einen alten Schraubenschlüssel, der zu seinem teuren Outfit völlig unpassend wirkte, den Schraubenschlüssel der Heinrichs Vater gehört hatte. Einen Moment lang, der eine Ewigkeit zu dauern schien, sprach niemand. Dann machte Anna einen Schritt nach vorne und sagte die Worte, die Heinrichzehn Jahre lang geträumt hatte zu hören.

 Sie sagte, daß sie ihn nie vergessen hatten, dass sie jeden einzelnen Tag dieser 18 Jahre an ihn gedacht hatten, dass die Geschenke, die er ihnen gegeben hatte, die kostbarsten Dinge waren, die sie besaßen. Sie erzählten ihre Geschichte, wie sie von einem Ehepaar aus Frankfurt adoptiert worden waren. industrielle ohne eigene Kinder, die sie geliebt und groß gezogen hatten wie ihre eigenen und ihnen alles gegeben hatten, was ihre biologische Mutter ihnen nie hatte geben können.

 Sie erzählten, wie sie studiert hatten, wie sie hart gearbeitet hatten, um sich zu beweisen, wie dieses Ehepaar vor 5 Jahren bei einem Autounfall gestorben war und ihnen ein Firmenimperium im Wert von mehreren hundert Millionen Euro hinterlassen hatte. Anna leitete jetzt die Holding als Vorstandsvorsitzende, eine der jüngsten Frauen in einer solchen Position in ganz Deutschland und hatte bereits mehrere Auszeichnungen für ihre innovative Unternehmensführung erhalten.

 Maria führte die Stiftung der Familie für wohltätige Zwecke, konzentrierte sich besonders auf die Unterstützung von obdachlosen Kindern und Familien in Not, weil sie nie vergessen hatte, woher sie selbst kam. Lucas managete die Automobilsparte mit Luxusautohäusern in Frankfurt, München, Hamburg und Berlin und seine Leidenschaft für Autos war direkt auf jene sechs Wochen zurückzuführen, die er als kleiner Junge in Heinrichs Werkstatt verbracht hatte.

 Aber vor allem erzählten sie, daß Ihr erster Gedanke an dem Tag, an dem sie dieses enorme Vermögen geerbt hatten, gewesen war, Heinrich zu finden, den Mann, der sie gerettet hatte, als die ganze Welt sie vergessen hatte, als niemand sonst sich um drei verlassene Kinder in einem kalten Auto kümmerte. Es hatte fünf Jahre der unermüdlichen Suche gedauert, fünf Jahre von Privatdetektiven, die in ganz Deutschland recherchierten, fünf Jahre von falschen Spuren und enttäuschten Hoffnungen.

 Aber endlich hatten sie ihn gefunden. Er war immer noch hier in seiner kleinen Werkstatt mit den abblätternden Wänden und den alten Werkzeugen immer noch auf siewartend, wie er es in jener Nacht vor 18 Jahren versprochen hatte. Als sie endlich seine Adresse hatten, als sie endlich wußten, wo er war, hatten sie nicht eine Sekunde gezögert.

 Sie hatten ihre drei Ferraris genommen und waren von Frankfurt nach Stuttgart gefahren, ohne anzuhalten, voller Aufregung und Vorfreude und der Angst, dass es vielleicht zu spät sein könnte. Heinrich weinte ohne Scham, die Tränen liefen über sein von der Zeit und der harten Arbeit gezeichnetes Gesicht, während die drei Drillinge ihn alle zusammen umarmten, wie sie es in jener ersten Dezembernacht getan hatten, als sie drei verängstigte und hungrige Kinder waren und er der einzige auf der Welt war, der ihnen Hoffnung und Wärme und Liebe gab.

Anna sagte ihm, daß sie das ganze Viertel gekauft hatten, in dem seine Werkstatt stand, und daß sie es ihm schenkten, daß er weiterarbeiten könnte, solange er wollte oder aufhören und seinen Ruhestand genießen könnte, dass er sich nie wieder um irgendetwas Sorgen machen müsste. Maria sagte ihm, dass sie ihm eine wunderschöne Wohnung im besten Viertel von Stuttgart gefunden hatten, aber dass er auch bei ihnen in der Villa leben könnte, die sie am Stadtrand gekauft hatten.

 Lukas sagte ihm, dass die Werkstatt komplett renoviert werden würde, mit den modernsten Geräten ausgestattet und dass er selbst kommen und dort arbeiten würde, wann immer er konnte, weil das, was Heinrich ihm in jenen sechs Wochen beigebracht hatte, für immer in seinem Herzen geblieben war. Aber das Schönste kam, als Anna Heinrichs zitternde Hand nahm, ihm tief in die Augen sah mit jener Ernsthaftigkeit, die sie schon als kleines Mädchen gehabt hatte, und sagte, dass er von diesem Tag an offiziell ihr Großvater war. Sie sagte, daß die

Kinder, die sie eines Tages haben würden, ihn Oper Heinrich nennen würden, dass sein Name in alle offiziellen Dokumente aufgenommen werden würde und dass die Familie, die er sich sein ganzes Leben lang gewünscht hatte, die Familie, die ihm das Schicksal so grausam verweigert hatte, endlich seine war.

 Sie sagte, daß sie nie aufgehört hatten, ihn zu lieben, daß sie in all den Jahren in den Heimen und später bei ihren Adoptiveltern immer an ihn gedacht hatten, an den Mann, der sie gefunden und gerettet hatte, als niemand sonst sie wollte. Und Heinrich, der alte Mann, der sein ganzes Leben lang geglaubt hatte, allein zu sterben, verstand endlich, daß all die Jahre des Wartens, all die Tränen, all die einsamen Nächte nicht umsonst gewesen waren.

 An diesem Abend zum ersten Mal seit 18 Jahren, zündete Heinrich nicht drei Kerzen allein in seiner Werkstatt an. An diesem Abend aß er umgeben von seiner Familie in der wunderschönen Villa am Stadtrand von Stuttgart, die seine Enkelkinder gekauft hatten, um immer in seiner Nähe sein zu können. Der Tisch war gedeckt mit köstlichen Speisen, die Maria selbst zubereitet hatte, weil sie sich an die einfachen, aber liebevollen Mahlzeiten erinnerte, die Heinrich ihnen in jenen sechs Wochen gekocht hatte.

 Anna saß zu seiner rechten, Maria zu seiner linken, Lukas ihm gegenüber und Heinrich schaute sich um und dachte, daß wenn ihm jemand vor 18 Jahren gesagt hätte, dass sein Leben so enden würde, er es niemals geglaubt hätte. Aber es war alles wahr, alles real. Und der Geschmack des Essens, die Wärme des Gelächters, die Liebe in den Augen seiner Enkel waren der Beweis, das Wunder denen geschehen, die den Mut haben, an sie zu glauben.

Fünf Jahre später starb Heinrich Bergmann friedlich im Schlaf, in einem Bett so bequem, wie er es nie zuvor gekannt hatte, umgeben von seinen drei Enkeln, die seine Hände hielten und ihm Worte der Liebe zuflüsterten, während er die Augen zum letzten Mal schloss. Er war 88 Jahre alt geworden und die letzten fünf Jahre, die Jahre mit seiner Familie waren die glücklichsten und erfülltesten seines ganzen langen Lebens gewesen.

 Bei seiner Beerdigung kamen hunderte von Menschen, nicht nur die reichen Freunde und Geschäftspartner seiner Enkel, sondern auch alle Bewohner des Viertels, indem er 60 Jahre lang gelebt und gearbeitet hatte. Sie kamen, weil Heinrich Bergmann ihnen allen irgendwann einmal geholfen hatte, weil er nie nein gesagt hatte, wenn jemand ihn brauchte, weil er sein ganzes Leben lang ein Beispiel dafür gewesen war, was es bedeutet, ein guter Mensch zu sein.

Auf seinem Grabstein, neben dem von Ingrid, der Frau, die er nie aufgehört hatte zu lieben, ließen die drei Drillinge die Worte einmeißeln, die er ihnen in jener kalten Dezembernacht vor so langer Zeit gesagt hatte: “Gegebene Liebe ist niemals verloren. Wenn diese Geschichte dich daran erinnert hat, dass wahrer Reichtum nicht in Geld gemessen wird, sondern in Liebe und Großzügigkeit, dass eine Tat der Güte das Schicksal von jemandem für immer verändern kann und dass das Gute, das wir tun, niemals vergessen wird, hinterlasse ein kleines

Zeichen deines Besuchs hier. Und wenn dubis zum Ende geblieben bist, wenn du Heinrich und die drei Drillinge auf dieser 18 Jahre langen Reise begleitet hast, dann lebt diese Geschichte jetzt auch in dir, weil die besten Geschichten nicht nur von Ferraris und Millionen handeln, sie handeln von Menschen, die ihr Herz für Fremde öffnen, von Kindern, die niemals vergessen, wer sie gerettet hat, von Familien, die sich gegenseitig wählen und von der wunderbaren Gewissheit, dass in dieser Welt die Liebe, die wir geben, immer vervielfacht

zu uns zurückkehrt. Yeah.