Es war ein Lufthansaflug von Frankfurt nach Tokyo, 12000 m über Sibirien mitten in der Nacht, als plötzlich beide Triebwerke gleichzeitig ausfielen und das Flugzeug wie ein Stein vom Himmel zu fallen begann. Der Kapitän hatte gerade noch Zeit, einen verzweifelten Notruf abzusetzen, bevor er und sein Copilot durch den plötzlichen Druckabfall bewusstlos wurden.

 348 Menschen stürzten dem sicheren Tod entgegen und niemand konnte etwas dagegen tun. In der Dunkelheit der Kabine, während Sauerstoffmasken von der Decke fielen und Menschen um ihr Leben schrien, wachte ein Mann auf Platz 8a auf. Er hieß Thomas Weber, warz Jahre alt, alleinerziehender Vater einer zehnjährigen Tochter und arbeitete seit Jahren als Buchhalter in einer kleinen Firma in München.

 Aber vor 15 Jahren war er etwas ganz anderes gewesen. Er war Kampfpilot der Bundeswehr gewesen, ausgebildet auf dem Eurofighter Typhoon mit über 2000 Flugstunden in extremsten Bedingungen. Er hatte aufgehört, nachdem sein Bruder bei einem Trainingsunfall ums Leben gekommen war. einem Unfall, den er hätte verhindern können. Jetzt mit seiner Tochter Emma bewusstlos neben ihm und dem Boden, der mit 800 Stunden Kilometern näher kam, musste er eine Entscheidung treffen.

 Die schwierigste Entscheidung seines Lebens. Wenn du bereit bist für diese Geschichte, schreib in die Kommentare, von wo du dieses Video schaust. Der Lufthansflug LH7 war exakt pünktlich um 23:15 Uhr Ortszeit vom Frankfurter Flughafen gestartet, dem größten, geschäftigsten und wichtigsten Drehkreuz Deutschlands und einem der bedeutendsten Flughäfen ganz Europas mit dem Ziel der japanischen Hauptstadt Tokio Haneda, wo er nach etwa 11 Stunden und 30 Minuten Flugzeit über Russland und Sibirien landen sollte. Anord des hochmodernen

Airbus A350900 mit der Registrierung DXH, einem der neuesten technologisch fortschrittlichsten und umweltfreundlichsten Langstreckenflugzeuge der prestigeträchtigen Lufthansaflotte befanden sich an diesem Abend exakt 348 Passagiere aus über 30 verschiedenen Ländern der Welt. Es war eine außergewöhnlich bunte und diverse Mischung aus deutschen Geschäftsleuten in maßgeschneiderten Anzügen, die zu wichtigen Vorstandssitzungen und strategischen Meetings in den glitzernden Wolkenkratzern von Tokio und Osaka flogen, japanischen Touristen

jeden Alters, die von ihrer ausgedehnten Europareise durch Deutschland, Frankreich und Italien zurückkehrten und deren Koffer voller Souvenirs und Geschenke für die Familie daheim waren, internationalen Familien mit übermüdeten und quänden Kindern, die verzweifelt versuchten, in den viel zu engen und unbequemen Economieszen irgendeinen Schlaf zu finden und romantischen Paaren jeden Alters und jeder Nationalität, die diesen langen Nachtflug über die endlosen Weiten Russlands und Sibiriens bewusst gewählt hatten, in der optimistischen Hoffnung,

während des interminablen Fluges ein wenig schlafen und ausruhen zu können. Thomas Weber saß auf dem begehrten Fensterplatz 8A, direkt neben dem kleinen ovalen Fenster in der Reihe unmittelbar hinter der luxuriösen Business Class, die er sich mit seinem eher bescheidenen monatlichen Buchhaltergehalt leider nicht hatte leisten können, obwohl er es für diesen besonderen Anlass gerne getan hätte.

Neben ihm auf dem Mittelplatz. B schlief seine Tochter Emma, ein aufgewecktes zehnjähriges Mädchen mit den dunkelblonden Haaren ihrer verstorbenen Mutter und den tiefblauen Augen ihres Vaters. Diese Reise nach Japan war ein Geburtstagsgeschenk für Emma. Sie hatte sich seit Jahren gewünscht, das Land der aufgehenden Sonne zu besuchen.

Fasziniert von Anime, Manga und der japanischen Kultur. Thomas hatte zwei Jahre lang gespart. um sich diese Reise leisten zu können, hatte Überstunden gemacht und auf jeden Luxus verzichtet, nur um seiner Tochter diesen Traum zu erfüllen. Emma war alles, was ihm geblieben war, nachdem seine Frau Katharina vor sechs Jahren an Krebs gestorben war.

 sechs lange Jahre, in denen er versucht hatte, gleichzeitig Vater und Mutter zu sein, in denen er gelernt hatte, Zöpfe zu flechten und Pausenbrote zu schmieren, in denen er jede einzelne Schulaufführung und jeden Elternabend besucht hatte, egal wie müde er war. Aber es gab etwas, daß Emma nicht über ihren Vater wußte.

 Etwas, das Thomas tief in sich vergraben hatte, zusammen mit all den anderen Erinnerungen an sein früheres Leben. Vor 15 Jahren war er nicht Buchhalter gewesen. Er war Hauptmann der Luftwaffe gewesen, einer der besten Kampfpiloten seiner Generation. ausgebildet auf dem Eurofighter Taifon mit Einsätzen in Afghanistan und dem Kosovo.

 Er hatte Auszeichnungen erhalten, war für Beförderungen vorgesehen gewesen, hatte eine glänzende Karriere vor sich gehabt und dann war der Unfall passiert, der alles verändert hatte. Es war exakt vier Stunden und Minuten nach dem Start vom Frankfurter Flughafen mitten in der tiefsten und dunkelsten Phase des Nachtfluges über dem endlosensibirischen Niemandsland, als die absolute Katastrophe ihren unerbittlichen Anfang nahm.

 Thomas war in einen unruhigen und von Albträumen geplagten Schlaf gefallen, seinen müden Kopf unbequem gegen das eiskalte Plastikfenster des Flugzeugs gelehnt, als ein Geräusch ihn aus seinen Träumen riss, dass er niemals in seinem ganzen restlichen Leben vergessen würde, egal wie sehr er es auch versuchen mochte. Es war nicht das gewohnte, beruhigende und monotone Brummen der beiden gewaltigen Rolls-Royce Trend XWB Triebwerke des Airbus, jenes gleichmäßige Dröhnen, dass die meisten Passagiere auf Langstrecken flügen, wie ein Schlaflied in den

Schlummer wiegte. Es war viel mehr das genaue Gegenteil davon. Es war Stille, eine plötzliche, absolute, erschreckende und zutiefst unnatürliche Stille, als beide mächtigen Triebwerke des Airbus im exakt gleichen Moment gleichzeitig verstummten, als hätte jemand einen unsichtbaren Schalter umgelegt und die gesamte Lebenskraft des Flugzeugs mit einem einzigen Handgriff ausgelöscht für einen endlos scheinenden Moment, der in Wirklichkeit wohl nur Sekundenbruchteile dauerte, aber sich anfühlte wie Eine kleine Ewigkeit schien die Zeit selbst

stillzustehen im Inneren der verdunkelten Kabine des Airbus A350 und dann ohne jede weitere Vorwarnung begann das riesige Flugzeug zu fallen wie ein gigantischer Stein, der vom Himmel geworfen wird. Die Sauerstoffmasken fielen von der Decke. Gelbe Plastikbecher, die im schwachen Notlicht der Kabine baumelten.

 Menschen schrien, weinten, beteten. Das Flugzeug neigte sich nach vorne und Thomas konnte durch das Fenster sehen, wie die Lichter am Boden, die vorher winzige Punkte in der Dunkelheit gewesen waren, rasend schnell größer wurden. Emma war neben ihm aufgewacht, aber bevor Thomas reagieren konnte, sah er, wie ihre Augen sich schlossen und ihr Kopf zur Seite fiel.

der plötzliche Druckabfall in der Kabine. Sie war bewusstlos geworden wie viele andere Passagiere auch. Thomas griff nach seiner eigenen Sauerstoffmaske und drückte sie sich aufs Gesicht. Seine militärische Ausbildung übernahm automatisch, auch nach 15 Jahren. Er überprüfte Emmas Maske, stellte sicher, dass sie richtig saß und versuchte ruhig zu bleiben, während sein Verstand die Situation analysierte.

 Beide Triebwerke ausgefallen, Druckabfall in der Kabine, bewusstlose Piloten, wenn die Cockpittür noch immer verschlossen war. Das Flugzeug befand sich in einem unkontrollierten Sturzflug und wenn nicht bald jemand die Kontrolle übernahm, würden 348 Menschen sterben. Die Stimme der Chef Stewardess kam durch die Lautsprecher, zittrig, aber bemüht, ruhig zu klingen.

 Sie erklärte, dass es eine ernste technische Störung gab, dass die Piloten bewusstlos waren und dass sie verzweifelt jemanden suchten, der das Flugzeug fliegen konnte. Ob es an Bord einen Piloten gab?”, fragte sie mit einer Stimme, die vor Angst brach. “Einen Piloten mit militärischer Erfahrung, der ein Flugzeug unter extremen Bedingungen landen konnte.

” Thomas schloss die Augen und dachte an seinen Bruder, an den Unfall vor 15 Jahren, an das Versprechen, dass er sich selbst gegeben hatte, nie wieder zu fliegen. Dann öffnete er die Augen, sah seine bewusstlose Tochter neben sich und stand auf. Der schmale Gang durch die Kabine des abstürzenden Flugzeugs war wie ein albtraumhafter Gang durch das Fegefeuer selbst, durch die tiefste und dunkelste Hölle, die sich ein menschlicher Verstand nur vorstellen konnte.

 Überall um ihn herum, in jeder einzelnen Sitzreihe, die er auf seinem Weg nach vorne passierte, waren panische und verzweifelte Menschen, die schrien, weinten, zu Gott oder zu Allah oder zu Buddha beteten, oder die bewusstlos und mit herabhängenden Sauerstoffmasken in ihren viel zu engen Sitzen hingen, wie leblose Puppen in einem makabrenentheater.

Die rötliche Notbeleuchtung des Flugzeugs tauchte die gesamte Szenerie in ein gespenstisches, unwirkliches und zutiefst beunruhigendes orangefarbenes Licht und der gesamte Rumpf des Airbus schüttelte und bebte und zitterte unbrochen, während das Flugzeug weiter und immer weiter an lebensrettender Höhe verlor mit jedem einzelnen Herzschlag, der verstrich.

 Thomas erreichte schließlich die massive gepanzerte Cockpittür des Airbus und fand dort eine junge und sichtlich verstörte Steuwardes mit kurzen braunen Haaren und blassem Tränenüberströmtem Gesicht, die mit heftig zitternden und ungeschickten Händen verzweifelt versuchte, den mehrstelligen Notfallcode in das elektronische Schloss der Cockpittür einzugeben.

 Als sie Thomas mit seinen entschlossenen blauen Augen und seiner aufrechten militärischen Haltung hinter sich bemerkte, war die schiere Hoffnung in ihren tränen nassen Augen beinahe körperlich greifbar. So intensiv und verzweifelt war der Ausdruck auf ihrem jungen Gesicht. Er schob sie sanft, aber bestimmt zur Seite und gab den Notfallcode selbst ein, einen speziellen Zugangscode, den er noch aus seiner Zeitals aktiver Kampfpilot bei der Bundeswehr kannte und den er offensichtlich nie vergessen hatte, obwohl so viele Jahre vergangen waren

seitdem. Die Tür öffnete sich mit einem Klicken und was er dahinter sah, bestätigte seine schlimmsten Befürchtungen. Der Kapitän und der erste Offizier hingen bewusstlos in ihren Sitzen, ihre Sauerstoffmasken nicht richtig angelegt. Durch die Frontscheibe des Cockpits konnte Thomas die sibirische Landschaft sehen, die viel zu schnell näher kam.

 Wälder und Berge, die im Mondlicht silbern schimmerten. Er zog den Kapitän vorsichtig aus seinem Sitz und übernahm seinen Platz. Die Instrumente vor ihm blinkten, rot und orange. Warnsignale überall, Alarme, die schrillten und piepten. Das Flugzeug befand sich auf 8000 m Höhe und sank mit einer Geschwindigkeit von 50 m pro Sekunde.

 Thomas atmete tief durch und legte die Hände auf die Steuerung. 15 Jahre. 15 Jahre seit er zum letzten Mal die Kontrolle über ein Flugzeug gehabt hatte. 15 Jahre seit sein Bruder gestorben war. Michael, sein jünger Bruder, der ihm in die Luftwaffe gefolgt war, der ihn als Vorbild gesehen hatte, der neben ihm im Formation geflogen war an jenem schicksalhaften Tag.

 Es war eine Routineübung gewesen, ein einfaches Manöver, dass sie hundertmal geflogen waren, aber irgendetwas war schiefgegangen. Michaels Euroighter hatte plötzlich die Kontrolle verloren, war in Thomas Flugzeug gekracht und während Thomas es geschafft hatte, sich mit dem Schleudersitz zu retten, war Michael mit seinem brennenden Jet in die Tiefe gestürzt.

 Die Untersuchung hatte ergeben, dass es ein technischer Defekt gewesen war, dass niemand Schuld hatte. Aber Thomas hatte sich nie vergeben. Er hätte die Anzeichen sehen müssen. Er hätte Michael warnen müssen. Er hätte ihn retten müssen. Stattdessen hatte er seinen Bruder sterben sehen. Und jetzt, 15 Jahre später, mit 348 Leben in seinen Händen musste er wieder fliegen.

 Die nächsten 45 Minuten waren ohne jeden Zweifel die längsten, intensivsten, anstrengendsten und nervenauibendsten Minuten. Gefällt dir diese Geschichte? Gib einen Like und abonniere den Kanal. Jetzt geht’s weiter mit dem Video, die Thomas Weber jemals in seinem ganzen Leben durchgemacht hatte und er war ein Mann, der echte Kampfeinsätze in den gefährlichsten Regionen Afghanistans überlebt hatte, der unter feindlichem Beschuss geflogen war und der Raketen ausgewichen war, die darauf programmiert waren, ihn aus dem Himmel zu holen. Das

allererste und dringendste Problem, das Thomas lösen musste, bevor irgendetwas anderes auch nur ansatzweise möglich war, war es, die beiden ausgefallenen Triebwerke des Airbus A350 wieder zu starten und zum Leben zu erwecken. Der moderne Airbus A350 war zum Glück mit einem hochentwickelten und mehrfach redundanten Notfallne Neustartmechanismus für seine Triebwerke ausgestattet, einer technologischen Sicherheitsvorkehrung, die genau für solche katastrophalen Situationen wie diese entwickelt worden war. Aber dieser

Mechanismus, wie Thomas aus seinen Handbüchern und Schulungen wußte, funktionierte ausschließlich dann zuverlässig, wenn das Flugzeug gleichzeitig eine bestimmte Mindestgeschwindigkeit relativ zurenden Luft und eine bestimmte Mindesthöhe über dem Boden einhielt, beides Voraussetzungen, die bei einem unkontrollierten Sturzflug aus 12000 m Höhe alles andere als garantiert waren.

Thomas musste also gleichzeitig und parallel mehrere scheinbar unmögliche Aufgaben bewältigen. Er musste das schwere Flugzeug irgendwie aerodynamisch stabilisieren, den rasenden Sturzflug stoppen oder zumindest verlangsamen und genug Vorwärtsgeschwindigkeit in der verdünnten Höhenluft aufbauen, um die Triebwerke erfolgreich neu starten zu können.

 Mit der Hilfe der Fluglotzen in Novoosibirsk, die über Funk mit ihm verbunden waren und den technischen Experten von Lufthansa in Frankfurt, die ihm Schritt für Schritt Anweisungen gaben, gelang es ihm, das erste Triebwerk nach acht endlosen Minuten wieder zu starten. Das Flugzeug war zu diesem Zeitpunkt auf 4000 m gefallen, gefährlich nahe an den Bergen Sibiriens, aber es stabilisierte sich endlich.

 Das zweite Triebwerk startete zwei Minuten später und Thomas konnte das Flugzeug wieder auf eine sichere Höhe bringen. Aber die Krise war noch nicht vorbei. Der Druckabfall in der Kabine hatte zu einem Systemausfall geführt, der mehrere wichtige Instrumente betroffen hatte, darunter das Autopilotsystem und einen Teil der Navigationsausrüstung.

Das Flugzeug war funktionsfähig, aber es mußte manuell geflogen werden, ohne viele der Hilfsmittel, auf die kommerzielle Piloten normalerweise angewiesen waren. Der nächste geeignete Flughafen war NovoSibirsk Tolmchovo in Russland etwa 2 Stunden Flugzeit entfernt. zwei Stunden in denen Thomas das Flugzeug manuell fliegen musste ohne Autopilot mit nur teilweise funktionierenden Instrumenten über einem der unwirklichsten Gebiete der Erde.

Aber das war nicht das Schlimmste. DasSchlimmste war, dass das Fahrwerk bei der Überprüfung nicht vollständig ausfuhr. Der Bug war beschädigt, wahrscheinlich durch den plötzlichen Druckabfall und weigerte sich in die richtige Position zu kommen. Thomas würde in Novosibirsk ohne Bugfahrwerk landen müssen.

 Die funkelnden und einladenden Lichter des internationalen Flughafens Novosibirsk Tolmovo erschienen endlich am dunklen und eiskalten sibirischen Horizont wie ein wunderbares Leuchtfeuer der Hoffnung und der Rettung in der undurchdringlichen Schwärze der arktischen Winternacht. Die Außentemperatur dort draußen jenseits der dünnen Aluminiumhülle des Flugzeugs betrug zu diesem Zeitpunkt unglaubliche -40° Cus.

 eine Kälte so extrem und so lebensfeindlich, dass ungeschützte menschliche Haut innerhalb weniger Minuten erfrieren würde, und die lange Hauptlandebahn des Flughafens war zusätzlich mit einer gefährlich dünnen und glitschigen Schicht aus gefrorenem Eis und verdichtetem Schnee bedeckt. Eine Komplikation, die die ohnehin schon extrem riskante und schwierige Notlandung noch um ein Vielfaches gefährlicher und unberechenbarer machte.

Thomas hatte alle Passagiere und die gesamte Kabinenbesatzung über die gegenwärtige Situation und die bevorstehende Notlandung persönlich und ausführlich informiert hatte, über das Bordkommunikationssystem mit seiner ruhigsten und sachlichsten Stimme erklärt, was genau in den letzten 45 Minuten passiert war, was er nun versuchen würde zu tun, um sie alle sicher auf den Boden zu bringen und wie sie sich gemäß den internationalen Sicherheitsprotokollen auf eine Notlandung ohne funktionierendes Bugfahrwerk vorbereiten sollten. Seine

Stimme, die aus den Lautsprechern in der Kabine erklang, war äußerlich ruhig, kontrolliert und sachlich professionell gewesen. Genau die Stimme eines erfahrenen Mannes, der im Laufe seines Lebens gelernt hatte, auch unter extremstem Druck und in lebensbedrohlichen Situationen optimal zu funktionieren und klare Entscheidungen zu treffen.

 Emma war inzwischen wieder aufgewacht, zusammen mit den meisten anderen Passagieren. Meine Stewardardes hatte ihr gesagt, dass ihr Vater das Flugzeug flog und Thomas hatte durch die geschlossene Cockpittür gehört, wie Emma gesagt hatte, dass ihr Papa alles könne. Das Vertrauen in ihrer Stimme hatte ihm fast das Herz gebrochen.

 Die Fluglotzen in Novibirsk hatten die Landebahn geräumt und alle verfügbaren Rettungsdienste mobilisiert. Dutzende von Feuerwehrfahrzeugen und Krankenwagen standen bereit. Ihre Lichter blinkten in der Dunkelheit wie ein Meer aus Rot und Blau. Thomas begann den Landeanflug mit einer Präzision, die ihn selbst überraschte.

 Seine Hände bewegten sich über die Kontrollen, als hätten die 15 Jahre nie existiert, als wäre er nie aufgehört zu fliegen. Sein Körper erinnerte sich an alles, was sein Verstand versucht hatte zu vergessen. In den letzten Sekunden vor der Landung dachte er an Michael, an seinen kleinen Bruder, der immer zu ihm aufgeschaut hatte.

 der gesagt hatte, dass Thomas der beste Pilot war, den er kannte, an das letzte Mal, als er Michaels Stimme gehört hatte, über Funk, bevor alles in Flammen aufging. Und er dachte an Emma, an seine Tochter, die in der Kabine saß und darauf vertraute, dass ihr Vater sie sicher nach Hause bringen würde. Das Hauptfahrwerk berührte die vereiste Landebahn mit einem Aufprall, der durch das ganze Flugzeug ging.

 Thomas hielt die Nase so lange wie möglich oben, verlangsamte das Flugzeug, bis es fast zum Stillstand kam. bevor die beschädigte Nase schließlich auf den Boden aufschlug. Funken sprühten, Metall kreischte auf Beton, aber es gab keine Explosion, kein Feuer. Das Flugzeug rutschte noch einige hundert Meter, bevor es endlich zum Stillstand kam.

Umgeben von Feuerwehrfahrzeugen, die sofort begannen, Löschschaum auf den Rumpf zu sprühen. Und dann zum ersten Mal seit Stunden, war es still. Die vollständige Evakuierung aller Passagiere und Besatzungsmitglieder aus dem haarierten Flugzeug verlief unter den gegebenen extremen Umständen erstaunlich schnell, geordnet und effizient.

 Ein beeindruckender Beweis für das exzellente und gründliche Training der professionellen Lufthansa Kabinenbesatzung und die bemerkenswerte Disziplin und Kooperationsbereitschaft der 348 zutiefst erleichterten Passagiere. 348 Menschen aus über 30 verschiedenen Ländern der Welt verließen das beschädigte Flugzeug nacheinander über die automatisch aufgeblasenen gelben Notrutschen und wurden von den bereitstehenden russischen Rettungskräften in Empfang genommen.

Warmherzigen und professionellen Männern und Frauen in dicken Winteruniformen, die sie sofort mit warmen Decken, heißem, süßem Tee und tröstenden Worten in gebrochenem Englisch versorgten. Der bewusstlose Kapitän des Fluges und sein ebenfalls bewusstloser erster Offizier wurden umgehend mit Blaulicht und Sirene ins nächstgelegene Krankenhaus von Novosibirs gebracht, wo sie sofort aufder Intensivstation aufgenommen und medizinisch stabilisiert wurden.

 stellte sich später bei der technischen Untersuchung durch internationale Luftfahrtexperten heraus, dass eine defekte und nicht ordnungsgemäß gewartete Sauerstoffversorgungsanlage im hermetisch abgeriegelten Cockpit zu ihrem plötzlichen und gleichzeitigen Bewusstseinsverlust geführt hatte. Ein gravierender technischer Fehler in einem kritischen Sicherheitssystem, der in den kommenden Monaten und Jahren zu weitreichenden und grundlegenden Änderungen in den Sicherheitsprotokollen, Wartungsvorschriften und Inspektionsintervallen

der gesamten internationalen Luftfahrtindustrie führen würde. Aber in dieser eiskalten und sternenklaren sibirischen Nacht auf dem schneebedeckten und von Einsatzfahrzeugen übersähten Rollfeld des internationalen Flughafens Novosibirsk Tolmchovo interessierte sich absolut niemand unter den Überlebenden für komplizierte technische Untersuchungen, für Schuldfragen oder für die bürokratischen Konsequenzen dessen, was gerade geschehen war.

 Die erschöpften und emotional völlig aufgelösten Menschen auf dem Rollfeld weinten hemmungslos vor Erleichterung. und überschwänglicher Freude umarmten einander spontan und herzlich selbst wildfremde Menschen, die sich noch nie zuvor in ihrem Leben begegnet waren und riefen aufgeregt ihre Familien und Freunde auf der ganzen Welt an, um ihnen mit zitternden Stimmen mitzuteilen, dass sie diesen Albtraum tatsächlich überlebt hatten.

 Thomas war, wie es sich für einen verantwortungsvollen Kapitän gehörte, auch wenn er technisch gesehen nur ein zufälliger Passagier war, der Allzte, der das haarierte und von löschschaum bedeckte Flugzeug verließ, nachdem er persönlich jeden einzelnen Sitz und jede einzelne Toilette kontrolliert hatte. Als er erschöpft, aber aufrecht die Nottreppe hinunterstieg in die eisige sibirische Nachtluft, sah er seine geliebte Tochter Emma bereits ungeduldig und aufgeregt auf ihn zurennen.

 Ihre hellen, dunkelblonden Haare wild flatternd in der eisigen sibirischen Luft, ihre Augen voller Freudentränen und unbändiger Erleichterung. Sie warf sich ohne zu zögern in seine starken und schützenden Arme und für einen wunderbaren langen Moment standen die beiden einfach nur reglos da. Vater und geliebte Tochter mitten im organisierten Chaos der gewaltigen internationalen Rettungsaktion und hielten sich einfach nur gegenseitig ganz fest.

 In den folgenden Tagen wurde Thomas Weber zur internationalen Sensation. Die Medien nannten ihn den Helden von Sibirien, den Mann, der 348 Leben gerettet hatte. Er wurde von der deutschen Regierung mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Erhielt Einladungen zu Talkshows in aller Welt und Lufthansa bot ihm eine Position als Ausbilder für Notfallsituationen an.

 Aber das Wichtigste passierte eine Woche nach dem Vorfall, als Thomas einen Anruf von Michaels Witwe erhielt. Sie hatte die Nachrichten gesehen, hatte gehört, was er getan hatte, und sie wollte ihm etwas sagen, dass sie schon seit 15zehn Jahren hätte sagen sollen. Michael hatte in seinen letzten Momenten über Funk noch etwas gesagt.

 Etwas, das in dem offiziellen Bericht nicht erwähnt worden war, aber dass sie auf den Aufnahmen gehört hatte. Michael hatte gesagt, dass es nicht Thomas Schuld war, dass der technische Defekt so plötzlich gekommen war, dass niemand hätte reagieren können, dass Thomas sich keine Vorwürfe machen sollte. Jahre lang hatte Thomas mit einer Schuld gelebt, die nie seine gewesen war.

 15 Jahre lang hatte er geglaubt, seinen Bruder getötet zu haben und jetzt endlich konnte er sich vergeben. Zwei Monate später saßen Thomas und Emma im Flugzeug nach Tokyo. Diesmal in der Business Class ein Geschenk von Lufthansa. Emma drückte ihre Nase gegen das Fenster und beobachtete, wie Frankfurt unter ihnen kleiner wurde.

 Sie fragte ihren Vater, ob er jemals wieder fliegen würde, richtig fliegen, so wie früher. Thomas dachte einen Moment nach und lächelte dann. Er sagte, daß er darüber nachdenken würde, daß vielleicht nachzehn Jahren die Zeit gekommen war, wieder nach oben zu schauen, statt immer nur nach unten.

 Emma grinste und lehnte sich an seine Schulter, während das Flugzeug durch die Wolken stieg und der Sonne entgegenflog. Wenn diese Geschichte dich daran erinnert hat, daß Mut nicht die Abwesenheit von Angst ist, sondern die Entscheidung zu handeln, trotz der Angst, dass Väter alles für ihre Kinder tun würden und dass manchmal unsere größten Prüfungen uns zu dem zurückbringen, wer wir immer sein sollten, dann hinterlasse eine kleine Spur deines Besuchs hier unten.

 Eine einfache Geste, die viel bedeutet für den, der diese Geschichten mit dem Herzen erschafft. Und wenn du bis zum Ende geblieben bist, wenn du dich entschieden hast, Thomas von Platz 8a bis zum Sonnenaufgang über Tokio zu begleiten, dann lebt diese Geschichte jetzt auch in dir. Denn die mächtigsten Geschichten handeln nicht nur von Heldenund unmöglichen Taten.

 Sie handeln von Vätern, die aufwachen, wenn die Welt sie braucht. von zweiten Chancen, die in z000end Mern Höhe kommen und von Töchtern, die ihre Papas anschauen und wissen, dass sie sie immer retten