Sie war gerade dabei, ihr Kind bei der Arbeit zu gebären, als der Arzt ihres Ex-Mannes auftauchte und das Baby zur Welt brachte. Sie wurde verlassen, schwanger und untröstlich. Sie musste ihr Kind allein großziehen. Jetzt Jahre später stürzt das Schicksal sie in die grausamste Lage, die man sich vorstellen kann.

 Mitten in ihrer Schicht bricht sie vor Schmerzen zusammen und bringt ihr Kind auf dem kalten Krankenhausboden zur Welt. Und der Mann, der herbeiilt, um ihr Leben zu retten, ist der Ehemann, der geschworen hat, sie habe seines ruiniert. Der Arzt, der ihr das Kind verweigert hatte, muss es nun zur Welt bringen. Was in diesem Moment geschah, sollte alles verändern.

 Der Schmerz durchzuckte Lenas Körper wie ein Blitz. Sie klammerte sich an den kalten Metallschreibtisch. Ihre Knöchel wurden weiß. Das Büro um sie herum verschw. Die Kollegin am Nachbartisch tippte weiter auf ihrer Tastatur, nichts ahnend. Lena biss sich auf die Lippe. Nur noch zwei Stunden bis Feierabend.

 Das Baby konnte warten, musste warten. Noch drei Wochen bis zum errechneten Termin. Doch ihr Körper dachte anders. Eine weitere Welle rollte heran, stärker als die erste. Ihre Hände zitterten, als sie nach dem Telefon griff. Wen sollte sie anrufen? Ihre Mutter war im Urlaub, ihre beste Freundin in einem wichtigen Meeting und David.

 David war seit 8 Monaten Geschichte. Es war ein regnerischer Oktobertag gewesen, als sie ihm die Schwangerschaft mitteilte. Sie hatte sich vorgestellt, wie seine Augen leuchten würden. Stattdessen starrte er nur auf den positiven Test. Das ändert nichts zwischen uns waren seine ersten Worte. kalt wie der Herbstregen. Ich bin noch nicht bereit für so etwas.

 Nicht bereit. Nach drei Jahren Ehe war er nicht bereit. Der Ring an ihrem Finger war längst verschwunden, aber das Leben in ihrem Bauch wuchs weiter. Allein. Sie war so verdammt allein. Lena, alles okay? Mathas besorgte Stimme, drang durch den Nebel aus Schmerz und Panik. Lena versuchte zu lächeln, doch ihr Gesicht war schweißnass. Alles gut.

 Nur nur ein kleiner Krampf. Aber es war nicht gut. Die Wehen kamen jetzt alle 5 Minuten. Sie hatte genug Schwangerschaftsbücher gelesen, um zu wissen, was das bedeutete. Das Baby wollte jetzt kommen. Hier zwischen Aktenordnern und sorenden Computern. Mataha war mehr als nur eine Kollegin geworden.

 Als Lenas Ehe zerbrach, war Mataha diejenige, die ihr Taschentücher reichte und zuhörte, wenn Lena nach der Arbeit weinte. “Du siehst blass aus”, murmelte Mattha und legte ihre warme Hand auf Lenas Stern. “Das sind nicht nur Übungswehen, oder?” Lena schüttelte den Kopf. Eine weitere Welle baute sich auf, unaufhaltsam. Sie spürte, wie sich ihr Bauch zusammenzog, bis der Schmerz so intensiv war, dass sie die Luft anhielt.

“Mataha”, flüsterte sie, ihre Stimme brach. “Ich glaube, ich glaube, das Baby kommt.” Mathas Gesicht wurde kreidebleich. Jetzt hier. Oh mein Gott. Sie sprang so heftig auf, dass ihr Stuhl umfiel. Ihre Kaffeetasse zerbrach in tausend Scherben. Ich rufe den Krankenwagen. Lena nickte stumm. Tränen liefen über ihre Wangen.

 So hatte sie sich das nicht vorgestellt. Ihr erstes Kind allein in einem sterilen Büro ohne David, ohne den Mann, der einst versprochen hatte, immer für sie da zu sein. Sie dachte an die Geburtsvorbereitungskurse, die sie allein besucht hatte, an die anderen Paare, die sich verliebt anblicen. Eine weitere Wehe ließ sie aufschreien. Das Telefon klingelte irgendwo in der Ferne.

 Stimmen wurden laut, aber Lena spürte nur den Schmerz und die überwältigende Angst. Doch was keiner von ihnen wusste, in genau diesem Moment fuhr ein Krankenwagen durch die Stadt und am Steuer saß jemand, der Lenas Leben für immer verändern würde. “Der Krankenwagen ist unterwegs”, rief Martha, das Telefon noch in der zitternden Hand.

 Sie sagen, wir sollen dich hinlegen und ruhig atmen. Tief ein und aus. Sie sind in 10 Minuten hier. Ruhig at Lena hätte gelacht, wenn sie gekonnt hätte. Ruhig atmen, während ihr Ex-Mann irgendwo in dieser Stadt sein perfektes neues Leben liebte, ohne zu wissen, dass sein Kind gerade zur Welt kommen wollte.

 Sie hatte gehört, dass er wieder als Notarzt arbeitete. Ausgerechnet. Das Leben hatte einen merkwürdigen Sinn für Ironie. Ihre Kollegen liefen wie aufgescheuchte Hühner umher. Herr Müller aus der Buchhaltung kam mit einem verstaubten Erstehilfekoffer angerannt, den er vermutlich seit 20 Jahren nicht geöffnet hatte.

 Seine Brille rutzte ihm vor Nervosität ständig von der Nase. “Was soll ich tun?” “Was soll ich tun?”, murmelte er immer wieder, während er hilflos mit dem Koffer herumfuchtelte. Platz schaffen?” Kommandierte Martha und schob Schreibtischstühle beiseite und holt warme Handtücher aus der Küche und Kissen.

 Braucht sie nicht Kissen? Sandra aus dem Marketing kam mit einem Stapelkissen vom Pausenraum gerannt. “Ihre Wangen waren rot vor Aufregung.” “Ich habe vier Geburten hinter mir”, verkündete sie stolz. “Lena, du schaffstdas. Bei meinem dritten Kind waren die Wehen auch so schnell. Allerdings hatte ich noch Zeit, ins Krankenhaus zu fahren. Das half nicht wirklich.

 Lena spürte, wie sich eine neue Wehe ankündigte, stärker als alle bisherigen. Sie griff nach Mathas Hand und drückte so fest zu, dass die ältere Frau aufkeuchte. Ich kann nicht, stöhnte Lena. Ich bin nicht bereit. Ich habe keine Tasche gepackt, keine Babysachen dabei, nichts vorbereitet. Das ist doch egal”, sagte Martha sanft und strich ihr die schweißnassen Haare aus der Stirn.

 “Babys kommen, wenn sie bereit sind.” “Nicht, wenn wir bereit sind. Du schaffst das. Du bist die stärkste Frau, die ich kenne.” Stark? Lena fühlte sich alles andere als stark. Sie fühlte sich zerbrochen, verlassen, verängstigt. In den letzten acht Monaten hatte sie versucht, stark zu sein, hatte sich eingeredet, dass sie es allein schaffen könnte, dass sie keine Hilfe brauchte.

 Aber als eine weitere Wehe kam, die sie fast von den Füßen riss, spürte sie etwas anderes. Eine primitive Kraft, die tief in ihr schlummerte. Der Instinkt einer Mutter, der Wille zu kämpfen für ihr Baby, für sich selbst, für die Zukunft, die sie sich aufgebaut hatte. “Ich kann die Kleine schon sehen”, rief Matahageregt und deutete auf Lenas Bauch. Sie bewegt sich.

Kleine, es wurde ein Mädchen. Lena hatte das Geschlecht nicht wissen wollen. Eine Überraschung hatte sie der Ärztin gesagt. David hätte es wissen wollen. Er plante immer alles bis ins kleinste Detail, aber sie wollte sich überraschen lassen. Jetzt fühlte es sich richtig an. Ihre Tochter, ihre kleine Kämpferin, die es genauso eilig hatte wie sie selbst.

Sirenen holten in der Ferne, kamen näher. Der Klang schnitt durch die Herbstluft. Hilfe war unterwegs. Lena konzentrierte sich auf das einzige, was jetzt zählte, ihr Baby sicher zur Welt zu bringen. Sie ahnte nicht, dass das Schicksal bereits seine Fäden spann. Die Bürotür flog mit einem lauten Knall auf. Schwere Schritte halten über den Flur, schnell und zielstrebig.

 Lena hörte tiefe Männerstimmen, professionell und ruhig. Endlich. Die Retter waren da. Alles würde gut werden. Wo ist die werdende Mutter? Eine vertraute Stimme ließ Lenas Blut gefrieren. Nein, das konnte nicht sein. Nicht heute, nicht jetzt. Von allen Notärzten in dieser Stadt, von allen Krankenwagen, die hätten kommen können.

 Das Leben war wirklich grausam ironisch. Sie öffnete die Augen langsam, als könnte sie dadurch die Realität ändern, und sah direkt in das Gesicht, das sieht Monate lang zu vergessen versucht hatte. David, ihr Ex-Mann in seiner grünen Notarztuniform, die sie so gut kannte, die medizinische Tasche in der Hand, professionell und konzentriert, die gleichen dunkel Augen, die sie einst geliebt hatte, die gleichen starken Hände, die sie einst getröstet hatten.

Für einen Moment war es, als würde die Zeit stillstehen. Das surrende Neonlicht, die nervösen Stimmen ihrer Kollegen, selbst der Schmerz in ihrem Körper, alles verschwand. Es gab nur noch Sie beide und acht Monate unausgesprochener Worte, die zwischen ihnen hingen wie eine unsichtbare Mauer. Ihre Blicke trafen sich.

 Die Welt hielt den Atem an. Lena! Seine Stimme war nur ein ungläubiges Flüstern. Die professionelle Maske rutschte für einen winzigen Moment. Überraschung, Schock und etwas anderes blitzte in seinen Augen auf. Etwas, das sie nicht deuten konnte. Du bist Er sah auf ihren Bauch, auf ihren schweißnassen, schmerzverzehrten Zustand.

 Hinter ihm stand sein Partner, ein jüngerer Mann mit roten Haaren, der die Situation sofort erfasste und anfing, das Equipment aufzubauen. David, wir müssen jetzt handeln. Die Geburt ist schon weit fortgeschritten. David schüttelte den Kopf, als wolle er aus einem seltsamen Traum erwachen. Seine Augen wanderten von Lenas Gesicht zu ihrem Bauch und wieder zurück.

 Sie sah, wie er rechnete. 8 Monate seit ihrer Trennung, 9 Monate Schwangerschaft. Die Mathematik war einfach, aber die Erkenntnis traf ihn wie ein Schlag. Eine weitere Wehe durchzuckte ihren Körper mit der Kraft eines Orkans. Sie schrie auf, krümmte sich zusammen. Alle Gedanken an die Vergangenheit waren weggewischt von der alles überwältigenden Gegenwart.

 In diesem Moment war egal, wer er war, was zwischen ihnen vorgefallen war, wie sehr er sie verletzt hatte. Sie brauchte ihn. Ihr Baby brauchte ihn. Hier, jetzt in diesem Augenblick. David schüttelte noch einmal den Kopf. Härter, diesmal. Dann war der Arzt zurück. Der Profi, kalt, professionell, distanziert, so wie er es gelernt hatte.

 Gefühle hatten bei der Arbeit nichts zu suchen. “Wie lange hat sie schon wen?”, fragte er Martha, ohne Lena anzusehen. “Etwa Stunde,” antwortete Martha nervös. Sie spürte die elektrische Spannung zwischen den beiden, auch wenn sie nicht verstand, woher sie kam. Aber sie sind immer stärker geworden. Alle zwei, drei Minuten jetzt.

 David kniete sich neben Lena. Seine Hände waren warm und vertraut, als er sie professionelluntersuchte. Dieselben Hände, die sie einst liebevoll über ihren noch flachen Bauch gestreichelt hatten, als sie von Kindern träumten. Dieselben Hände, die kalt und abweisend gewesen waren, als sie ihm den positiven Schwangerschaftstest gezeigt hatte.

 Das Baby kommt jetzt, sagte er zu seinem Partner. Hier gibt es kein zurück mehr. Bereite alles für eine Notgeburt vor. Lenas Herz hämmerte wild. Nicht nur wegen der Geburt, nicht nur wegen der Schmerzen, die ihren Körper in Wellen durchliefen, sondern weil der Mann, der sie verlassen hatte, der Mann, der gesagt hatte, er sei nicht bereit für ein Kind, jetzt derjenige war, der ihr Baby auf die Welt holen würde.

 Das Schicksal hatte wirklich einen perversen Sinn für Humor. “Ich kann nicht”, flüsterte sie zwischen zwei Atemzügen. Tränen strömten über ihr Gesicht. “David, ich kann nicht. Für einen Moment sah er sie wirklich an. Nicht als Patientin, als die Frau, die er einst geliebt hatte. “Doch das kannst du”, sagte er leise, nur für ihre Ohren bestimmt.

 “Du warst schon immer stärker, als du denkst.” Die Worte trafen sie wie ein Schlag. Das hatte er ihr schon einmal gesagt an ihrem Hochzeitstag, als sie nervös vor dem Altar gestanden hatte und gezweifelt hatte, ob sie stark genug war für das, was vor ihnen lag. Aber dann geschah etwas, womit niemand gerechnet hatte.

 Das Baby kam schneller als erwartet. “Ich sehe den Kopf”, rief Davids Partner aufgeregt. “Das geht jetzt sehr schnell.” Lena spürte einen unbändigen Drang zu pressen. Ihr Körper übernahm die Kontrolle. folgte einem uralten Instinkt, der stärker war als jeder Schmerz. “Nicht pressen”, befahl David schaf. “Noch nicht.

 Warte auf mein Kommando.” Seine Stimme war anders jetzt. Das war Dr. David Brenner, der Notarzt. Konzentriert, ruhig, kompetent. Lena keuchte und kämpfte gegen den Drang an. Mataha hielt ihre eine Hand, während Sandra ihre andere nahm. Das ganze Büro war um sie versammelt, eine merkwürdige Familie aus Kollegen.

 Jetzt sagte David, beim nächsten Schmerz presst du mit aller Kraft. Die Wehe kam wie ein Tsunami. Lena presste, schrie, gab alles, was sie hatte. Sie spürte, wie ihr Baby näher kam. Der Kopf ist da. Davids Stimme zitterte leicht. Noch einmal, Lena, nur noch einmal. Sie sah ihn an und für einen Moment waren sie nicht mehr Ex-Mann und Exfrau.

Sie waren nur noch zwei Menschen, die gemeinsam ein Wunder erlebten. Seine Augen waren feucht. Ein letztes Mal presste Lena mit der Kraft der Verzweiflung und der Liebe. Und dann ein schwacher Schrei erfüllte die Stille des Büros. “Es ist ein Mädchen”, flüsterte David und seine Stimme brach. “Eine wunderschöne kleine Tochter.

” Lena weinte. Martha weinte. Das kleine Wesen in Davids Händen war winzig, aber perfekt. Zehn kleine Finger, zehn kleine Zehn. David reinigte das Baby behutsam und legte es Lena auf die Brust. “Hallo, kleine Prinzessin”, flüsterte er und Lena sah trennen in seinen Augen. Das Baby öffnete die Augen und blickte direkt zu Lena auf. Dunkle Augen.

 Genau wie Davids. Das war ihre Tochter, ihr Baby. Sie ist wunderschön, flüsterte Mattha. Wie die Mutter, sagte David leise, aber Lena hörte es und ihr Herz machte einen schmerzhaften Sprung. Während David sich um die Nachgeburt kümmerte, herrschte eine seltsame Stille im Büro. Nur das leise Schmatzen der kleinen Maus an Lenas Brust war zu hören.

 David arbeitete konzentriert, aber Lena sah, wie seine Hände zitterten. Sah, wie er immer wieder zu dem Baby blickte, sah, wie sich seine Kiefermuskeln anspannten, als kämpfe er gegen etwas inneres an. David flüsterte sie. Er sah auf. Ihre Blicke trafen sich über das kleine Wunder zwischen ihnen. Ist sie gesund? Lena nickte, konnte aber nicht sprechen.

Zu viele Emotionen kämpften in ihr. Erleichterung, dass die Geburt vorbei war, überwältigende Liebe für ihre Tochter und etwas anderes, etwas gefährliches. Die Art, wie David das Bibi angesehen hatte, wie seine Stimme gezittert hatte. “Sie ist perfekt”, brachte sie schließlich hervor. David stand auf und wusch sich die Hände am kleinen Waschbecken.

 Seine Bewegungen waren mechanisch, aber Lena sah die Anspannung in seinen Schultern. Als er zurückkam, hielt er sicheren Abstand. “Wir müssen euch ins Krankenhaus bringen”, sagte er professionell. “Zur Kontrolle.” “Natürlich”, murmelte Lena. Sie verstand, das hier war ein Büro, kein Kreissaal. Aber als David und sein Partner sie vorsichtig auf die Trage hoben, das Baby fest in ihre Arme gekuschelt, flüsterte Martha ihr ins Ohr.

 “Hast du gesehen, wie er sie angeschaut hat?” Lena nickte stumm. Sie hatte es gesehen. Hatte gesehen, wie etwas in Davids Augen erwacht war, als er seine Tochter zum ersten Mal erblickt hatte. Als sie aus dem Büro getragen wurde, warf Lena einen letzten Blick zurück. David stand da, die Hände in den Taschen und sah ihnen nach.

 Sein Gesicht war eine Maske aus professioneller Ruhe, aber seine Augen, seine Augen verrieten ihn. Im Krankenwagen war Davidschweigsam, zu schweigsam. Sein Partner Mike übernahm die meisten Checks und redete aufmunternd mit Lena über das Baby. “Wie heißt sie denn?”, fragte Mike freundlich, während er Lenas Puls überprüfte.

 Lena sah zu David, der star aus dem Fenster blickte, als könnte er durch die Scheibe in eine andere Realität entkommen. “Emma”, sagte sie leise. Emma Sophie. Es war der Name, den sie und David einmal für ihre Tochter ausgesucht hatten. In einer anderen Zeit, in einem anderen Leben, als sie noch Pläne für die Zukunft geschmiedet hatten.

 An einem Sonntagmgen im Bett, als sie über Babynamen diskutiert hatten. Emma Sophie, hatte David damals gesagt und ihre Hand auf ihren flachen Bauch gelegt. Das wäre perfekt für unsere kleine Prinzessin. David zuckte zusammen, als würde ihn ein elektrischer Schlag treffen. Fast unmerklich, aber Lena sah es. Seine Hände ballten sich zu Fäusten und sie sah, wie seine Knöchel weiß wurden.

 Er erinnerte sich also auch. “Schöner Name”, murmelte Mike freundlich. “Sie sieht aus wie eine Emma.” Die kleine Emma schlief friedlich in Lenas Armen, völlig unbekümmert um das Drama, das ihre Geburt ausgelöst hatte. So winzig, so verletzlich, so vollkommen. Ihre winzigen Finger umklammerten Lenas Zeigefinger mit erstaunlicher Kraft, als wollte sie sagen: “Ich bin da, Mama, wir schaffen das zusammen.

” Lena konnte nicht aufhören, sie anzusehen. Ihre Tochter, ihr kleines Wunder, die winzige Nase, die perfekten Lippen, die langen Wimpern und die Augen. Wenn sie kurz aufblitzte, waren es definitiv Davids Augen. Dunkel und ausdrucksstark. Sie hat deine Augen flüsterte Lina ohne nachzudenken. David erstarrte.

 Zum ersten Mal seit der Geburt sah er direkt zu ihr hinüber. Ihre Blicke trafen sich über das schlafende Baby hinweg. In seinen Augen sah sie einen Kampftoben. Schock, Verwirrung und etwas anderes. Etwas, das wie Sehnsucht aussah. Das das ist nicht. Er begann zu sprechen, brach aber ab. Seine Stimme war heiser.

 Doch sagte Lena leise: “Das ist sie, unsere Tochter.” Die Worte hingen in der Luft zwischen ihnen. Mike tat so, als würde er nichts hören, beschäftigte sich mit seinem Equipment, aber die Spannung im kleinen Krankenwagen war mit Händen zu greifen. Als sie am Krankenhaus ankamen, übernahm ein neues Team.

 David und Mike sollten wieder rausfahren zu anderen Notfällen, zu anderen Leben, die gerettet werden mussten. David half beim Transfer seine Bewegungen mechanisch und professionell, aber Lena sah, wie seine Hände zitterten. Aber als Lena in das Krankenhaus geschoben wurde, drehte sie sich noch einmal um.

 David stand da, die Hand am Krankenwagen und sah ihr nach. Ihre Blicke trafen sich ein letztes Mal. In seinen Augen sah sie etwas, dass sie nicht erwartet hatte. Sehnsucht, Verlust, Bedauern und etwas, das wie Liebe aussah. Und in diesem Moment wusste Lena, das war nicht das Ende ihrer Geschichte. Das war erst der Anfang von etwas viel komplizierterem.

Denn die Art, wie David seine Tochter angesehen hatte, wie seine Hände gezittert hatten, wie seine Stimme gebrochen war, das war nicht die Reaktion eines gleichgültigen Fremden. Das war die Reaktion eines Mannes, der gerade erkannt hatte, was er verloren hatte. Aber würde er den Mut haben zurückzukommen? Feuerteil 2 folgt morgen.

 Was wird passieren? Wird David erkennen, dass es sein eigenes Kind ist? Kann Lena ihm vergeben, während sie sein Baby bekommt? Welches Geheimnis wird die Geburt ans Licht bringen? Die emotionalste Wendung dieser Geschichte steht noch bevor. Verpasse nicht Teil 2, wo alles eine unerwartete Wendung nimmt und Lena eine Entscheidung treffen muss, die ihr Leben für immer verändern wird. M.