Eine einzige Unterschrift, das war alles, was zwischen einem verzweifelten Mann und dem Verlust seines Lebenswerks stand. Der Milliardär auf der anderen Seite des Tisches lächelte wie ein Hai. Der Blut witterte. Er war sich sicher, dass seine Armee von Anwälten das Gift tief genug im Kleingedruckten vergaben hatte.

 Er dachte, die fraumte Schürze, die ihm den Kaffee nachg, sei unsichtbar, nur eine Kellnerin. Doch er sollte lernen, daß man in einem Meer voller Ha denjenigen unterschätzen darf, der den heißen Caffee serviert. Dies ist die Geschichte, wie eine einfache Kellnerin einen Wirtschaftsükon in die Knie zwang. Der Regen in Hamburg prasselte nicht einfach nur.

 Er trommelte gegen die großen Scheiben des Blaumeisedeiners, als wolle er sich gewaltsam Zutritt verschaffen. Es war Dienstagnachmittag. Die stille Zeit zwischen dem Mittagssitze und dem frühen Abendgeschäft. Der Geruch von abgestandenem Kaffee und nassen Mänteln lag in der Luft. Saskiabran zog ihre Schürze zurecht und verzog leichtes Gesicht, als sie den Knoten festerband. Mit zwei und hatte sie dieses Gesicht, das man nicht vergraut und doch schwer zuzuordnen.

 Augen in der Farbe alter Kupfermünzen, braunes Haar zu einem praktischen, unordentlichen gebunden. Für die Gäste des Deiners war sie einfach Saskia, die die wusste, dass Frau Gerlach ihren Toast Schwarz mochte und dass der Drucker Hannes allergisch auf Zwiebeln reagierte. Sie war effizient, ruhig und unsichtbar. Genauso wollte sie es.

 Unsichtbarkeit war ihr Schild. Noch etwas Kaffee, Herr Meer? Fragte Saskia mit ihrer sanften Stimme und trat an Tisch Nummer 4. Klaus Meer hob den Kopf, sein Gesicht gezeichnet von Müdigkeit. Er war einer von den Guten, ein sezigjähriger Witw, der die letzten Jahre in seine Werks verbracht hatte, um an eine Erfindung zu tüfteln, die, so glaubte er, die Landwirtschaft revolutionieren würde. Ein lieber Mann, aber mit so offenem Herzen.

 Das machte ihn furchtbar im Pokern und noch schlimmer im Geschäftsleben. “Bitte, Saskia”, seufzte er und strich sich über das dünner werdende Haar. “Meine Hände zittern so, dass ich es selbst verschütten würde.” “Kommt er zu spät?”, fragte sie und gos den Cffee nach. Minuten. Er blickte auf seine alte Armbanduhr.

Aber Männer wie Markstern laufen nicht nach unserer Zeit, sie machen sie. Saskia spürte ein unangenehmes Kribbeln im Nacken. Mark Stern, sie treffen sich mit Stern Capital. Klaus nickte, stolz und angstzugleich in seinen Augen. Er hat die Patentanmeldung für mein Hydrofiltersystem gesehen, ist heute morgen extra aus Frankfurt eingeflogen.

 Wenn das klappt, Saskia, verliere ich das Haus nicht. Ich kann endlich die Arztrechnungen für bezahlen. Saskia hielt den Kaffeekrug fester. Sie kannte den Namen. Markstern. Jeder in der Finanzwelt kannte ihn und jeder mit Gewissen fürchtete ihn. Er war kein Investor, er war ein Asgy im Designeranzug. Er kaufte keine Filmen. Er schlachtete sie aus. Er verkaufte Patente, ließ die Gründer in Schulden zurück und nannte es Kapitalismus.

“Klaus”, sagte Saskia, leise, “bitte pass auf. Stern ist nicht wie die Bänker hier aus der Stadt.” “Ich weiß, ich weiß”, versuchte Klaus Tapter zu lächeln, “aber er bietet 2 Millionen Euro.” “Zwei? Weißt du, was das für mich bedeutet? Bevor sie antworten konnte, klingelte die Glastür des Diners aggressiv.

 Der Geruch von Regen und altem Fett wurde von teurem Parfüm und Leder verdrängt. Markstern trat ein. Genau wie auf dem Magazin Titeln. Groß, makellos, in einem Maßanzug, der mehr kostete als das Jahresgehalt des Dienerbesitzers. kein Schirm in der Hand, dafür hatte er einen Fahrer. Hinter ihm zwei junge Männer in grauen Anzügen mit Lederarktenkoffern. Sie wirkten wie Dobermänner an der Leine. Stern sah sich nicht um.

 Er musterte den Raum mit einer Spur Ekel, entdeckte Klaus und marschierte direkt auf ihn zu. “Herr Meer”, sagte er kühl und setzte sich umgefragt. “Lassen Sie uns das kurz halten. Mein Jet starte in 90 Minuten und ich hasse Hamburger Verkehr.” Saskia hielt den Atem an. Sie hätte gehen sollen. Zurück zur Theke. Den Milchaufschäumer reinigen.

 So wie sie sie vor 5 Jahren geschworen hatte. Nie wieder einmischen. Bleib tot für diese Welt. Aber als sie Klaus hoffnungsvolles, ängstliches Gesicht sah und dann den Raubtierblick in Sterns Augen, flackerte etwas altes in Ehe auf, etwas gefährliches.

 Sie stellte sich an die Serviceke, nur wenige Meter entfernt, und begann die Oberfläche zu wischen, langsam, sehr langsam, und sie hörte zu. “Ich habe die technischen Unterlagen ihres Hydrofilters durchgesehen, begann Stern und schnippte mit den Fingern. Einer seiner Männer legte sofort einen dicken Aktenorden auf den Tisch. Nett, effizient, aber klein gedacht. Ehrlich gesagt, Herr Meer Sie ertrinken.

 Ich habe Ihre Finanzen gesehen. Drei Monate Rückstand bei der Hypothek und die Bank steht kurz davor, ihre Werkstatt zu zenden. Klaus blinzelte schockiert. Woher wissen Sie das? Es ist mein Geschäft, alles zu wissen. Stern lächelte, aber es war kein menschliches Lächeln. nur eine Zuschaustellung perfekt geputzter Zähne. Ich biete Ihnen einen Rettungsring. 2 Millionen Euro. Vollständiger Aufkauf des Patents.

 Außerdem ein Beratervertrag, 2 Jahre, 100.000 pro Jahr. Sie behalten ihr Haus, ihre Würde, ihre Ruhe. Klaus. Hände zitterten. Das klingt zu schön, um wahr zu sein, Herr Stern. Ist es auch, sagte Sternglatt. Ein Standardvertrag. Meine Juristen haben ihn vorbereitet.

 Wir sichern uns nur die Rechte, damit wir die Produktion sofort starten können. Wollen Sie, dass Ihre Erfindung wirklich etwas verändert? Ich kann Sie in jedem deutschen Feld einsetzen, von Bayern bis Brandenburg. Saskia wischte eine Stelle auf der Theke, die längst sauber war. Sie beobachtete Sterns Haltung, das ständige Vorlehnen, das Eindringen in Klaus Raum. klassische Einschüchterungstaktik, aber sein Fuß wippte nervös.

 Er war in Eile. Warum? Wenn alles so Standard war, warum dann der Druck? Ich sollte vielleicht meinen Anwalt darauf schauen lassen, murmelte Klaus. Er ist nur ein alter Familienjurist, aber Stern lachte laut schneidend: “Herr Meierer, bitte. Wenn wir jetzt kleine Provinzanwerte dazu holen, die drei Wochen brauchen, um das Inhaltsverzeichnis zu lesen, ist das Zeitverschwendung. Mein Angebot verfällt, sobald ich hier rausgehe.

 Drei andere Startups warten auf mein Kapital. Wollen Sie Ihr Haus retten oder einem Anwah zwei Euro die Stunde zahlen, damit er Ihnen dasselbe erzählt, was ich gerade gesagt habe? Klaus Blick sank auf die Seiten voller Dichter, juristischer Sprache, lateinische Begriffe, Absätze, Fußnoten. Unlesbar, absichtlich.

 2 Millionen flüsterte er. Er hob den Stift. Einfach auf Seite Z und im letzten Anhang unterschreiben, sagte Stern und deutete mit markellos manikürtem Finger. Dann überweisen wir sofort. Saskas Augen verengten sich. Seite 12. In Standardverträgen lagen dort meist die entscheidenden Klauseln, Haftung, Beendigung, Eigentumsübertragung.

Sie musste sehen, was dort stand. Sie griff wieder nach der Kaffeekanne. Ein Risiko, wenn Stern sie erkannte. Nein, unmöglich. Sie sah nicht mehr aus wie früher. F Kilo mehr, kein Make-up, andere Frisur. Für ihn war sie nur ein Möbelstück. Sie trat an den Tisch. Noch etwas Kaffee, meine Herren. Stern sah sie nicht einmal an.

 Einfach weitergießen. Saskia Gos ihr Blick glitt beiläufig über die geöffneten Seiten. Ihr Gehirn schaltete in den alten Modus. Das Tempo eines Menschen der einzeln Kanzlei Aktenberge lass. Sie überflog den Text Abtretung von Rechten, Standard. Wettbewerbsverbot hart, aber üblich. Dann Seite 12. Sie gos langsam, fast trotzend.

 Ihr Blick blieb an einer Zeile hängen. Nachübertragungsverbindlichkeiten, sofortige Liquidation, persönliche Haftung. Ihr Herzraste, das war kein Vertrag, das war ein Todesurteil. Die Klause besagte, dass der Verkäufer, also Klaus, persönlich für alle Verluste haftete, die Sternkappete während der Integration entstehen könnten.

 Wenn das Produkt die geplanten Marktziele nicht innerhalb von 90 Tagen erreichte, Ziele, die Stern deren selbst unrealistisch hochsetzen konnte, würde Klaus nicht nur das Geld verlieren, sondern alles. Haus, Werkstatt, Existenz. Er würde ruiniert. Stern würde ihn bezahlen, dann absichtigt scheitern lassen und ihn auf Schadensersatz verklagen. Ein legalisierter Haub.

 Klaus Stift berührte das Papier. Hier unterschreiben drängte Stern. Seine Stimme nun seidenweich. Nur ihre Unterschrift, Herr Meer und sie sind frei. Saskias Hand bebte. Wenn sie schwieg, war Klaus verloren. Wenn sie sprach, war ihre Tarnung dahin. Klaus begann das K zu schreiben, da krachte die Kaffeekanne auf den Tisch.

 Braune Flüssigkeit spritzte über das weiße Tischtuch, nur Zentimeter von Sterns Seidenkrawatte entfernt. “Ups”, sagte Saskia. “Ihre Stimme klang nicht mehr sanft. Sie war klar, durchdringend. Messerscharf.” Stern fuhr zurück. “Sind Sie völlig verrückt? Sehen Sie, was Sie tun.” Klaus ließ den Stift fahren. Saskia, ist alles in Ordnung? Doch sie sah nur Stern an.

 Zum ersten Mal traf ihr Blick den seinen. Kein Entschuldigen, kein Senken des Kopfes. Sie starrte direkt in seine kalten Augen mit einer Ruhe, die ihn kurz erstarren ließ. “Ich bin heute wohl etwas ungeschifft”, sagte sie kühl und griff nach einer Serviette, aber sie wischte nicht.

 Sie legte die Hand direkt auf den Vertrag, genau über die Zeile, auf der Klaus unterschreiben sollte. Nehmen Sie ihre Hand da weg, schnauzte Stern. Seine Anwälte erhoben sie sofort, bereit sie zu entfernen. “Entschuldigung”, sagte Saskia laut genug, dass der halbe Raum mitlauschte. Aber vielleicht sollten Sie Abschnitt 14zeh, Absatz B, lesen, Herr Stern, bevor Sie ihn etwas unterschreiben lassen. Das Diener verstummte, nur der Regen trommelte gegen die Fenster.

 Stern erstarrte. Sein Blick glitt von ihrer Hand zum Vertrag, dann zurück zu ihr. “Was”, brachte er vor. “Diese Klause ist eine Falle”, erklärte Saskia klar und präzise. Unter Nachübertragungsverbindlichkeiten verbirgt sich eine Quersicherungsklausel.

 Wenn der Filter im ersten Quartal keinen Umsatz von fünf Millionen erzielt, was bei einem neuen Agrarprodukt unmöglich ist, haftet Herr Meyer persönlich für ihre angeblichen Verluste. Sie kaufen ihr keine Idee. Sie kaufen seine Insolvenz. Klaus Gesicht wurde blass. Was was sagen Sie da? Dass Sie ihre Existenz schenken würden. Stern lachte laut. Wirklich jetzt? Sie hören auf eine Kellnerin. Das ist lächerlich.

 Er drehte sich zu Saskia. Hören Sie, meine Liebe, bleiben Sie bei Ihrem Jobcaffee einschenken und Pommes servieren. Für Paragraphen fehlt Ihnen sowohl das Wissen als auch die Intelligenz. Und jetzt Handwerk vom Vertrag, sonst er beugte sich bedrohlich vor, doch sß Kiavwich nicht zurück. Sophistiziert. Nennen sie das, erwiderte sie eisig.

 Das ist keine Raffinesse, das ist Faulheit. eine Zombie Klausel, wie Sie zweiklassige Kanzleiassistenten einbauen, um ihre Chef zu beeindrucken in der Hoffnung, dass niemand sie bemerkt. Sie setzen auf Angst und Unwissen. Ich nenne das Erpressung. Die beiden Anwälte tauschten hektische Blicke.

 Diese begriffe Zombie Klausel, Kontraentum benutzte keine einfache Kellnerin. Sterns Lächeln gefruhr. Zum ersten Mal sah er Saskia wirklich an. Er erkannte Haltung. Schärfe, Autorität. Wer sind Sie? Fragte er gefährlich leise. Saskia hielt seinen Blickstand. Die Kellnerin sagte sie. Und die Frau, die gerade ihren Betrug verhindert. Stern stand abrupt auf.

 Sie haben keine Ahnung, mit wem sie sich anlegen, zischte er. Ich habe Menschen für weniger vernichtet als für einen verschütteten Kaffee. Saskia blieb ruhig und ich habe schon bessere Verträge zerrissen als diesen Müll. Ihre Stimme klang nicht wie die einer Kellnerin. Sie klang wie jemand, der vor Richtern stand und sie zum Schweigen brachte.

 “Unterschreiben sie, Herr Meer”, brüllte Stern, ignorierte sie völlig. “Jetzt oder der Deal ist geplatzt und nächste Woche nimmt ihn die Bank das Haus. Hören Sie nicht auf diese hysterische Frau. Klauser abwechselnd auf den Vertrag, auf das Geld, auf Saskia. Drei Jahre lang hatte sie ihm jeden Dienstag Kaffee serviert.

 Sie hatte nie gelogen, nie etwas versprochen, dass sie nicht halten konnte. Und jetzt zitterte sie nicht vor Angst, sondern vor Zorn. “Sie hat Falle gesagt”, flüsterte Klaus. “Und Saskia lügt nie. Sie versteht das nicht.” Schwie Stern. “Sie will nur Geld. Abschnitt 14, sagte Saskia ruhig, ohne hinzusehen.

 Im Falle der Nichterreichung der Zielumsätze haftete Verkäufer mit sämtlichem persönlichen, materiellen und geistigen Eigentum. Oder wollen Sie behaupten, sie hätten die Schiedsgerichtsklause im Anhang vergessen, Herr Stern? Stern verstummte. Die Präzision, mit der sie zitierte, war unmöglich. Es sei denn, sie war mehr als eine Bedienung. Wer sind Sie? wiederholte er diesmal flüsternd.

 Saskia lächelte kalt messerscharf. Jemand, der weiß, dass nach deutschem Recht eine Vertragsfalle mit versteckten Strafklauseln eine Anzeige wegen Betrugs nach sich ziehen kann. Und jemand, der genau weiß, dass Sie sich das gerade nicht leisten können, Herr Stern, nicht mit der Barfin, die ihre Fusion mit Reinetech schon prüft. Sternsgesicht verlore jede Farbe. Wie? Er stoppte.

 Wie wissen Sie von Reinetech? Diese Akte ist für Sie gut. Die Welt ist kleiner als Sie denken sagte Saskia leise. Jetzt verschwinden sie. Aber Männer wie Marken verschwinden nicht. Sie kaufen den Boden, auf dem der Kampf stattfindet. Er zog sein Handy heraus. Klack, klack, klack. Das laute Tippen durchbrach die Stille. “Sie denken, sie hätten gewonnen”, hönte er.

Nur weil sie ein paar Paragraphen auswendig können. Sie haben keine Ahnung, mit wem Sie spielen. Saskia drehte sich zu Klaus. Klaus, stecken Sie den Vertrag in Ihre Tasche. Geben Sie ihn nicht zurück. Das ist jetzt Beweismaterial. Das ist Eigentum von Stern Capital, brüllte einer der Anwälte. Es wurde Herrn Meer zur Prüfung überlassen, entgegnete Saskia Kül.

 Er hat das Recht, es seinem Rechtsbeistand vorzulegen. Es sei denn, wir haben Angst, was ein echter Anwalt darin finden könnte. Sternsdumen stoppte. Er sah sie an. Ruhig, fast bewundernd. Dann kam das Geräusch, das Saskia gefürstet hatte. Sirenen. Blaulich spiegelte sich in den regn nassen Scheiben des Deiners. Zwei Polizisten traten ein, einer jung, nervös, der andere älter.

 Hauptkommissar Gruber. Er kam jeden Donnerstag für Apfelkuchen vorbei. “Was ist hier los?”, fragte Gruber und sah vom Anzugträger zur Kellnerin. “Gott sei Dank, sie sind hier”, begann Stern sofort. “Die Stimme nun tragisch und empört. Diese Frau hat mich angegriffen. Sie hat heißen Kaffee über mich geschüttet und mir vertrauliche Dokumente gestohlen.

 Ich will Anzeige wegen Körperverletzung und Diebstahl erstatten.” Gober runzelte die Stirn. Saskia, hast du Kaffee auf ihn geschüttet? Es war ein Unfall, Herr Gruber, antwortete sie ruhig. Ich bin ausgerutscht und was den Vertrag betrifft, ich habe lediglich einem Freund geraten, keine betrügerische Vertrag zu unterschreiben. Das ist unerlaubte Rechtsberatung, rief einer der Anwälte.

Ein Straftat bestand und die Behinderung eines rechtmäßigen Geschäftsabschlusses fügte sterndrohend hinzu. Ich verlange, dass Sie sie verhaften, Herr Kommissar, und zwar sofort. Gober sah unsicher aus. Er mochte Saskia, aber Stern strahlte Macht aus, die Art von Macht die Karrieren zerstören konnte. Saskia, sagte er leise.

 Vielleicht gibst du die Unterlagen einfach zurück. Geh nach Hause, ich will nicht, daß du Ärger bekommst. Ich kann das nicht, Herr Gruber”, erwiderte sie fest und stellte sich schützen vor Klaus. “Wenn er unterschreibt, verliert er alles. Das ist Betrug und sie wissen das.” “Das ist nicht ihre Angelegenheit”, schnauzte Stern.

 “Kommissar, handeln sie endlich oder soll persönlich mit ihrem Vorgesetzten reden?” Die Luft im Diener wurde schwer. Niemand rührte sich. Frau Gerlach und Hannes beobachteten die Szene, zu ängstlich, um etwas zu sagen. Klaus erhob sich langsam. Saskia, ich will nicht, dass du deinetwegen Ärge bekommst. Vielleicht sollte ich einfach unterschreiben.

Setzen Sie sich, Klaus. Saskas Stimme durchschnitt die Luft. Tief fest, autoritär die Stimme einer Frau, die Befehle gewohnt war. Sie wandte sich an Gruber. Hauptkommissar. Diebstahl setz sie abse voraus. den Eigentümer dauerhaft zu enteignen. Herr Meer hat die Unterlagen zur Prüfung erhalten, keine Straftat. Körperverletzung setzt Vorsatz voraus.

 Ein Arbeitsunfall ist Zivilrecht, kein Strafrecht. Und Herstern nutzt gerade die Polizei, um einen Zeugen einzuschüchtern. Das ist Behinderung der Justiz. Das Diener war still wie ein Gerichtssaal. Sterns Augen verengten sich. Sie kennen die Paragraphen? Ich kenne sie”, sagte Saskia leise, “aber bestimmt.

 “Und ich weiß, dass Sie gerade gegen das Gesetz über unlaute Geschäftspraktiken verstoßen. Wenn Sie mich verhaften lassen wollen, bitte, aber ich werde schweigen, bis mein Anwalt da ist. Und glauben Sie mir, wenn dieser Fallfericht landet, möchte ich nicht in Ihrer Position sein, Herr Stern.” Stern presste die Lippen zusammen, dann leise, drohend.

 Wer sind Sie? Soskia atmete tief durch. Die Frau, die ihnen red, jetzt zu gehen. Er lachte hart. Ihr Diener, sie sind eine Bedienung. Ich habe Anwälte, die Sie vernichten. Ich rufe Torne an, der wird Ihnen zeigen, was ein echter Jurist ist. Saskia erstarrte. Torne. Das konnte nicht sein.

 Julian Torne, fragte sie leise. Natürlich, mein Chefjurist, der beste Anwalt an der Weißstreit. Sie drehte sich weg, wischte die Theke. Ihre Hände zitterten zum ersten Mal. “Wer ist das?”, flüsterte Klaus. “Der Hai von Frankfurt”, antwortete sie. “Und mein Exverlobter.” Die Luft im Diener wurde schwer wie Blei.

 Der Regen draußen hatte aufgehört, als würde selbst das Wetter den Atem anhalten. Einer der Männer in grauen Anzügen hielt nun ein Tablet in der Hand. Auf dem Bildschirm erschien das Gesicht eines Mannes, der selbst durch die verpixelte Kamera noch Charisma und Bedrohung zugleich austrahlte. Markus, sagte die tiefe Stimme aus dem Lautsprecher. Du störst mein Abendessen.

 Das hier sollte wichtig sein. Wichtiger ist ein Wein in Frankfurt, knote Stern. Ich sitze hier in einem heruntergekommenen Café, versuche einen Vertrag abzuschließen und eine Kellnerin sabotiert alles. Sie behauptet, der Vertrag sei Betrug. zitiert Paragraphen, kennt sogar die Rheintechakten. Julian Torne hob überrascht die Augenbrauen.

 Eine Kellnerin, erklang gelangweilt. Dann zahle ihr 5000 € Schweigegeld und geh. Ich habe keine Zeit für Küchenpersonal. Sie wusste von Rintech zwe, das änderte alles. Julian beugte sich näher zur Kamera. Dreh das Tablet um. Ich will sie sehen. Nein, murmelte Saskia und trat einen Schritt zurück. Dreh es um, befahl Stern seinem Assistenten. Der Anwalt ging zum Tresen und hielt das Tablet direkt vor Saskias Gesicht.

 Sie hob den Blick. 5 Jahre lang hatte sie Kameras gemieden, Social Media gelöscht, ihre Spuren verwischt. Sie war Saskia Brand geworden, die unscheinbare Kellnerin aus Hamburg und niemand sollte je erfahren, wer sie einmal war. Doch nun starrte sie direkt in die Augen des Mannes, den sie einst heiraten wollte.

 Julian Torn erstarrte. Seine Pupillen weiteten sich, als er ihr Gesicht erkannte. Keine Schminke, das Haar unordentlich, das Licht grell, aber die Konturen, die Augen, die Haltung. Unverkennbar. Alexandra, flüsterte er und das Diener wurde totenstill. Stern runzelte die Stirn. Wer? Ihr Name ist Saskia. Julian schüttete den Kopf ungläubig.

 Das ist nicht Saskia Brand, das ist Alexandra Foss. Der Name fiel wie ein Donnerschlag in den Raum. Die jüngste Seniorpartnerin in der Geschichte der Kanzleifos und Torne. Die Frau, die den Gouverneur von Hessen verklagt und gewonnen hatte. Die Frau, die fünf Jahre zuvor bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. “Sie ist tot”, sagte Stern fassungslos.

Sie es offenbar nicht, unterbrach Julian leise. Saskia, nein. Alexandra richtete sich auf. Ihre Stimme war nun ruhig, tief und unerschütterlich. Ich bin lebendig und ich war nie tot, Markus. Ich habe nur aufgehört in eurer Welt zu atmen. Julian blinzelte, seine Fassade bröckelte.

 Mein Gott, Alexandra, du warst Weg vollendete sie, weil ich nicht länger Teil eurer G sein wollte. Stern verstand langsam, was das bedeutete. Foss, Foss und Torne, du warst seine Partnerin und diejenige, die eure Kensingtumfusion zerstört hat, antwortete sie kühl. Dann deutete sie auf den Vertrag. und dieser Vertrag ist ebenso wertlos wie dein Gewissen.” Sie legte die Schürze ab.

 Unter ihr kam eine schlichte weiße Bluse zum Vorschein. Kein Schmuck, kein Luxus. Und doch wirkte sie plötzlich als trüb sie Rüstung. Da ich nun offiziell identifiziert bin, sagte sie, vertrete ich Herrn Meier sofort als seine Rechtsbeiständin Pro. Das Diener atmete wieder ein leises, ungläubiges Raunen.

 “Julian,” fuhr sie fort. “Du hast diese Vertrag entworfen, nicht wahr? Ich erkenne deine Handschrift, diese elende Zombie Klausel auf Seite 12 V. Wie immer, du wirst nachlässig.” Julian inzwischen wieder gesammelt, lehnte sich zurück. Ein aggressiver Standardvertrag. Du kennst das Biel. Wenn der Erfinder zu dumm ist, das Kleingedruckte zu lesen, ist das nicht mein Problem. Das ist Kapitalismus.

Nicht heute. Alexandra trat aus dem Tresen hervor. Herr Gruber sagte sie zu den verblüfften Polizisten. Dieser Mann hier wurde aufgefordert, das Lokal zu verlassen und weigert sich. Er belästigt meine Mandanten. Entfernen Sie ihn bitte. Stern starrte sie an. Das ist ein Witz. Kein Witz. Meldete sich nun auch Dienerbesitzer Jürg aus der Küche.

Sie hat recht, Herr Stern. Ich will sie hier nicht mehr sehen. Julian Teu etwas, fauchte Stern. Doch Julian senkte den Blick und antwortete kühl. Markus verlßt den Ort. Wenn das wirklich Alexandra Foss ist, hat sie bereits jeden Fehler in dem Dokument gefunden und sie würde ihn gegen dich verwenden.

 Geh bevor sie dir eine Klage anhängt, die deine Fusion endgültig zerstört. Das ist nicht vorbei. Ziehstern griff seine Mantel und staffte hinaus in den Regen. Das Tablet wurde getrennt. Die Verbindung brach ab. Zurück blieb Stille. Klaus saß regungslos am Tisch. Das Herz pochte ihn bis zum Hals. Alexandra Foss, die eiserne Lady, flüsterte er. Sie atmete tief durch.

 Die Schultern sankten: “Nur, Saskia, bitte, ich bin Saskia.” Klaus schüttelte den Kopf. Tränen standen ihm in den Augen. “Du hast mir das Leben gerettet. Aber was passiert jetzt? Er wird Rache nehmen. Alexandra blickte zum Fenster hinaus, wo die Rücklichter des schwarzen Wagens im Regen verschwommen. “Er wird zurückkommen”, sagte sie leise.

“Mit allem, was er hat.” “Und dann werden wir kämpfen.” Sie drehte sich zu ihm um, die Augen wieder klar und entschlossen. “Zeig mir deine Pläne, Klaus. Wir verteidigen nicht nur dein Patent, wir sorgen dafür, daß er bereut, je dieses Diener betreten zu haben. Sie griff nach der Kaffeekanne, ein Hauf von Ironie in ihrem Blick.

 Aber zuerst, sagte sie mit einem Lächeln, wer will ein Stick Kiuchen? Die Stammgäste lachten zarkhaft, erleichtert, doch Alexandra wusste, das war erst der Anfang, denn Julian wusste jetzt, wo sie war. Und Julian Torne war kein Mann, der vergangenes Ruhen ließ. Der Krieg begann nicht mit einer Klage oder einem Oteilsbruch, sondern mit Stille der gefährlichsten Form von Drohung.

 Für 24 Stunden nach der Begegnung blieb das Blaumeisediener leer und unruhig. Doch am nächsten Morgen kam der Gegenschlag. Nicht mit Schlägern oder Gewalt. Markstern war zure für so etwas. Er nutzte das, was er besser beherrschte als alle anderen. Bürokratie. Um 10 Uhr stand plötzlich ein Gesundheitsinspektor vor der Tür. ein nervöser Mann, der ständig auf seine Uhr sah.

 Er nahm Proben von Oberflächen, Maßemperaturen, notierte jede Kleinigkeit. “Ein Fliesenriss in Küche”, murmelte er. Und der Kühlschrank läuft 2° zu warm. Dann klebte er einen gelben Aufkleber an die Fensterscheibe. Vorläufige Schließung 48 Stunden zur Behebung. Saskia oder besser, Alexandra verstand sofort.

 Sternsvergeltung hatte begonnen, doch es blieb nicht bei Behörden. Nur Stunden später brach die digitale Welle los. Hunderte Einsternbewertungen tauchten auf Google auf, hatten in der Küche betrunkene Bedienung, Lebensmittelvergiftung, alles erfunden, alles systematisch. Innerhalb weniger Stunden war der gute Ruf des Deiners zerstört.

 Das Telefon klingelte pausenlos. Lieferanten kündigten ihre Verträge. Banken frohen konnten ein. Stern zerstörte sie Stück für Stück aus der Ferne. Am Freitagnachmittag war das Diener leer. Nur der Regen trommelte draußen gegen das Glas. Jürk, der Besitzer saß am Tresen, das Gesicht in den Händen vergraben. “Der Gemüsehändler hat abgesagt”, flüsterte er.

 “Er arbeitet jetzt exklusiv für Sterling Holding, also für ihn.” Alexandra schloss die Augen. Es war eine Belagerung. Stern schnitt ihnen jede Versorgung ab, bis sie aufgeben mußten. Er will, dass ich gehe, sagte sie ruhig. Er will, dass sie mich rauswerft, dann lässt er euch in Ruhe. Wenn du gehst, gewinnte er, entgegnete Klaus müde.

 Und dann nimmt er mir mein Patent trotzdem weg. Vielleicht sollte ich einfach aufgeben. Ich bin alt, Saskia. Er wird dich vernichten, nur weil du mir geholfen hast.” “Ich habe fünf Jahre lang weggesehen”, sagte sie, trat Fenster und sah in den grauen Himmel. “Aber irgendwann merkt man, dass Weglaufen nichts ändert. Die Vergangenheit fährt schneller als jeder Fluchtwagen.” In diesem Moment bog eine schwarze Limousine um die Ecke.

 Lang, glänzend, lautlos. “Ein Maibach.” Alexandra erkannte ihn sofort. “Er ist hier”, flüsterte sie. Die Tür öffnete sich, ein schwarzer Regenschirm spannte sich auf und Julian Torne stieg aus, perfekt gekleidet, makellos, unnahbar. Er sah aus, als gehöre ihm die Welt. Die Türglocke klingelte hell, als er eintrat, ein Klang, der nicht zu der Kälte passte, die mit ihm hereinkam.

“Wir haben geschlossen”, stammelte Jürg. “Ich bin nicht wegen des Essens hier”, sagte Julian ruhig. Seine Stimme war samtig, gefährlich, vertraut. Er legte den Schirm ab, blickte sich um und blieb an Alexandra hängen. “Hallo Alexandra!” Sie stand reglos hinter der Theke, die Arme verschränkt. “Du bist weit gereist, Julian.

 Ich hoffe, Stern bezahlt deine Flugstunden.” “E hatte noch Meilen übrig”, entgegnete er trocken und setzte sich auf den Hocker, auf dem sonst der Drucker Hannes saß. Also hier hast du dich versteckt in einem Diener zwischen Filterkaffee und Fettgeruch. Bezaubernd. Es heißt ehrlich, entgegnete sie. Etwas, dass du vergessen hast.

 Er nickte leicht, musterte sie, schwarz ohne Zucker und ein Stück von dem Kirschkuchen, den die Polizei erwähnt hat. Sie zögerte, goss ihm dann Kaffee ein. Er nahm einen Schluck, verzog kaum merklich das Gesicht. Interessant. Ein Geschmack, den man lernen muß. Dann wurde seine Miene ernst. Alex Stern ist ein Hammer. Er schlägt, weil er es kann. Und gerade jetzt verklagt er Herrnmeier.

Bundesgericht Frankfurt Wirtschaftspionage Betrug Diebstahlgeistigen Eigentums. Das ist absurd, rief Klaus. Ich habe alles selbst entwickelt. Natürlich ist es absurd, sagte Julian Kühl. Aber das spielt keine Rolle. Er hat Beweise, gefälschte. Das Verfahren zieht sich monatelang. Du verlierst dein Haus, dein Geld, deine Hoffnung.

 Stern kauft dich dann für den Preis eines Gebrauchtwagens. Das ist sein Spiel. Alexandra sah ihn ruhig an. Warum bist du wirklich hier? Julian hielt ihren Blick stand. Einen Moment lang fiel die Maske. “Weil du lebst”, sagte er leise, “und weil ich der einzige bin, der dich hier verstanden hat.” Seine Stimme bekam eine unerwartete Wärme. 5 Jahre.

 Alex, ich habe dich gesucht. Ich habe getrauert. Du hast mir einen Zettel dagelassen. Ich kann kein Heim mehr sein. Und dann warst du weg. Ich habe nur das Meer gehört und Stille. Sie hielt den Blick. Ich war dabei, so zu werden wie du, wie Stern. Ich habe Familien ruiniert, nur um Parkplätze für Hochhäuser zu schaffen.

 Ich wollte mich nicht mehr im Spiegel sehen, also bin ich gegangen. “Und dafür hast du dich in eine Schürze versteckt?”, fragte er bitter. “Du hast Macht gegen Einsamkeit getauscht.” “Nein”, antwortete sie ruhig. “Ich habe Schuld gegen Schlaf getauscht.” Julian holte etwas auf seiner Jacke, eine kleine schwarze Schachtel aussamt. Er legte sie auf den Tresen, schob sie zu ihr.

 Stern will ich zerstören, aber ich kann ihn stoppen, wenn du zurückkommst. Wenn du wieder meine Partnerin wirst. Komm nach Frankfurt. Ich lösche die Klage gegen Meer. Stern kauft das Patent für 5 Millionen. Alle gewinnen. Du bekommst dein Leben zurück. Klaus schüttelte heftig den Kopf. Tu es nicht, Saskia. Sie sah auf die Schachte, so klein und doch so schwer.

 Dann sah sie Julian an. Die alte Alexandra, was hätte ja gesagt? Sagte sie leise. Sei vernünftig, Alex, batte er. Sie schob die Schachtel zurück. Aber ich bin nicht mehr sie. Ich mache keine Geschäfte mit Terroristen. Der Kuchen geht aufs Haus, Julian. Er starrte sie an. Lange kalt, dann lächelte er dünn. Du bist eingerostet. F Jahre weg. während ich das Gesetz neu geschrieben habe.

 “Du glaubst, du kannst mich besiegen.” “Ich muß dich nicht besiegen”, antwortete sie ruhig. “Ich muß dich nur entlaven. Morgen 9 Uhr, Landgericht Frankfurt. Ich halte mich nicht zurück, auch nicht für dich.” “Ich weiß”, sagte sie. “Er ging.” Der Regen verschluckte das Geräusch seiner Schritte. Alexandra stand still. Dann drehte sie sich zu Klaus und Jörg.

Schließt das Diener. Holt alle Unterlagen, jede Notiz, jeden Plan. Wir haben zwölf Stunden. Für was? Fragte Klaus. Für Krieg, sagte sie. Und diesmal kämpfen wir nach meinen Regeln. M.