Er war nur gekommen, um ihren Computer zu reparieren. Sie war eine milliardenschwere Geschäftsführerin, die niemanden wirklich an sich heranließ und einziges zufälliges Foto stellte alles auf den Kopf. Liam Becker fühlte sich jedes Mal fehl am Platz, wenn er den obersten Stock der Königgrub in Berlin betrat.

 Dort, wo die Luft stiller schien, die Fenster glatter und die Menschen schneller liefen, ohne je ein Geräusch zu machen. Als IT-TeTechniker und alleinerziehender Vater, der morgens eher damit beschäftigt war, Pausenbrote einzupacken oder verschmierte Marmelade von der Küchentheke zu wischen, hätte er nie gedacht, einmal zwischen Vorstandsräumen und Millionen Entscheidungen zu stehen. Aber heute hatte die Assistentin der Geschäftsführerin persönlich gemeldet, dass Ava Königscomputer gleich zwei Investorengespräche zum Absturz gebracht hatte und wenn die Chefin ruft, kam man.

Punkt. Die Fahrt mit dem Aufzug fühlte sich länger und heller an als sonst und viel zu viel Zeit, um an Mia zu denken, seine achtjährige Tochter, die mit leichter Temperatur und einem Berg an Malbüchern auf dem Sofa lag. Er hasste es, sie allein zu lassen, wenn es ihr nicht gut ging. Doch die Nachbarin hatte versprochen, immer wieder rüberzuschauen.

Trotzdem nackte die Schuld an ihm, schwer und beharlich. Die Türen glitten auf. Schwarze Glaswände spiegelten sein nervöses Gesicht zurück, während er die wenigen Anweisungen der Assistentin verfolgte. Er straffte die Schultern, rückte seine abgenutzte Laptoptasche zurecht und versuchte normal zu atmen.

Nicht daran zu denken, aus Versehen die falsche Datei zu löschen und einen milliardenschweren Schaden zu verursachen. Die Bürotür stand offen, als er ankam, doch Ava nicht da. Der Raum überraschte ihn sofort. Er hatte mit einem unerhbaren, übertechnis Machtzentrum gerechnet.

 Stattdessen war es hell, warm, elegant, moderne Kunst, geschmackvolle Beleuchtung, riesige Fenster mit Blick über die Stadt. Ihr Schreibtisch war ordentlich, minimalistisch. Laptop. Notizbuch: Eine kleine, perfekt gepflegte Pflanze, die so gar nicht zu ihrem Ruf passte. Liam setzte sich vorsichtig und startete das Diagnoseprogramm.

 Nach wenigen Sekunden flackerte der Bildschirm, dann erschien plötzlich ein Thumbnailvorschaubild. Es ging so schnell, dass er es kaum bewusst wahrnahm, aber sein Blick blieb daran hängen. Das Foto zeigte Ava nicht wie in Magazinen oder auf Forbstitelseiten, nicht makellos, nicht in Machtpose, sondern an einem See in sanftem Sonnenlicht. Natürlich, nachdenklich, fast friedlich.

 Ein Mensch, nicht eine Legende. Bevor er den Eindruck begreifen konnte, wurde der Bildschirm wieder schwarz. Und dann hörte er Schritte. Er fuhr herum. Aber König betrat das Büro. Tablet in der Hand, Haltung elegant und ruhig. Die Art von Präsenz, die jeden automatisch gerader stehen ließ. Ihre Augen glitten von ihm zum Bildschirm und zurück.

 “Funktioniert es wieder?”, fragte sie. Ihre Stimme weich, aber klar noch prüfe ich, murmelte er und seine Finger flogen über die Tasten, obwohl er kaum wusste, was er da tat. Sein Herz klopfte zu laut. Hatte sie bemerkt, dass er das Foto gesehen hatte? Sie trat näher. Das passiert seit Tagen. Während Präsentationen. Investoren verlieren die Geduld. Er nickte. Ich finde den Fehler.

 Sie musterte ihn nicht streng, neugierig und das war irgendwie noch beunruhigender. Er wollte sich unsichtbar machen, doch sie schien seinen Unbehagen förmlich zu spüren. “Gibt es ein Problem?”, fragte sie ruhig. Er schluckte. “Zu schnell”, antwortete er, “Nein, alles gut.” Eine erhobene Augenbraue. Sind Sie sicher? Er sagte nichts. Fehler.

 Ava verschränkte sanft die Arme. Sie sahen überrascht aus, als ich hereinkam. Ein Kloss schnürte ihm die Kehle zu. Eine professionelle Erklärung wäre jetzt hilfreich. Sein Gehirn jedoch leer. Sie wartete keine Sekunde länger. Was haben Sie gesehen? Ein Stromschlag ging durch ihn. Jetzt war er nicht nur ein Techniker in einem fremden Reich. Er war ein Eindringling. Er atmete tief ein.

 Es es war nur ein kleines Vorschaubild aus ihrer Mediathek. Ich hab es nicht absichtlich. Es war nur ganz kurz. Sie bewegte sich näher, langsam wie eine Raubkatze, die nicht drohte, aber nichts entging. Sie haben das Foto am See gesehen? Keine Frage, eine Feststellung. Liam nickte, erwartete Tadel. Vielleicht die Security, vielleicht eine Kündigung.

Doch Ava blieb still. Dann was dachten Sie darüber? Er hatte fest damit gerechnet, alles zu leugnen. Aber diese Frage war ein unerwarteter Richtungswechsel. Was ich dachte? Sie haben sich verändert, als sie es sahen. Es hat sie überührt. Ihre Augen suchten seine.

 Liem fühlte, wie die Wahrheit vorbreschte, noch bevor er sie zügeln konnte. Sie sahen darauf friedlicher aus und weicher, anders als das Bild, das man hier von ihnen hat. Avas Blick senkte sich. Seine Worte schienen dorthin zu treffen, wo sonst niemand hinkam. Zwei Sekunden. Drei. Dann kaum hörbar. Glauben Sie, dass ich hübsch bin? Sein Herz setzte einen Schlag aus, die mächtigste Frau des Gebäudes, und sie fragte ihn das nicht kokett, nicht berechnend, verwundbar. Er antwortete langsam.

 Ja, aber es war mehr als hübsch. Es war ihm menschlich. Ihr Atem stockte kaum sichtbar. als hätte sie nicht mit Ehrlichkeit gerechnet. Mit echter Sie wandte sich dem Fenster zu. Berlin lag endlos vor ihnen. Dieses Foto ist zwei Jahre alt. Es war das letzte Mal, dass ich irgendwo war, ohne einen ganzen Vorstand mitzuschleppen.

Seine Stimme wurde ruhiger, fester. Vielleicht glauben die Menschen nur an die Version, die sie brauchen. Aber das heißt nicht, dass es die ganze Wahrheit ist. Sie sah über die Schulter zu ihm und zum ersten Mal fiel ein Stück ihrer Rüstung. Sie fragte: “Sie haben eine Tochter?” Ja, mir 8 Jahre.

 Heute krank zu Hause. Ein fremdes, warmes Leuchten berührte ihre Augen. Muss schwer sein. Allein ist es, aber sie ist das Beste in meinem Leben. Jetzt stand nicht mehr CEO gegen Techniker, sondern zwei Menschen, beide erschöpft von Erwartungen, die sie täglich übertrafen. “Die Leute”, sagte aber leise, “sehen mich als Maschine.

Effizient, unbezwingbar. Vielleicht sogar ohne Gefühle. Da irren sie sich. Sie musterte ihn so, als sei diese einfache Wahrheit etwas, dass sie lange vermisst hatte. Und dann sagte sie einen Satz, der sich unauslöschlich in ihn einbrannte. “Sie sind nicht unsichtbar, Lien.” Als er den Fehler repariert hatte und seine Tasche schloss, war der Raum anders geworden. Keine sterile Distanz mehr.

 Etwas Neues lag darin, warm, zart, verborgen. Er wollte gehen, aber ihre Stimme hielt ihn zurück. Danke, nicht nur für den Computer. Er drehte sich um und das Echo dieses Moments blieb noch lange bei ihnen beiden hängen. Doch keiner von ihnen war bereit, diesem Gefühl schon einen Namen zu geben. Nicht heute. Noch nicht.

 Als Liam am nächsten Morgen sein kleines Handy checkte, blinkte eine neue E-Mail auf. Absender: Office of the COK König Gob. Betreff Follow-up Meeting, Zeit 10 Uhr, Raum 53b. Keine weitere Information. Sein Herz zog sich zusammen. War gestern zu viel gewesen, zu persönlich, zu ehrlich, während er mir in eine Decke wickelte. Bevor die Nachbarin herüberkam, konnte er den Gedanken nicht abschütteln, daß er womöglich eine Grenze überschritten hatte. Der Weg zur Arbeit war heute angespannt wie ein Drahtseil.

 Als er den obersten Stock erreichte, fielen ihm sofort die Blicke auf, neugierig, skeptisch. “Was will der hier oben?”, schienen sie zu fragen. Er betrat den Besprechungsraum. Aber König wartete dort, nicht hinter ihrem Schreibtisch, nicht in Cheffpose, sondern sitzend ruhig, aber mit einer Konzentration, die fast zärtlich wirkte. “Guten Morgen, Liam”, sagte sie.

 “Keine Spur von Kälte in ihrer Stimme.” “Guten Morgen”, erwiderte er, unsicher, was kommen würde. Sie deutete auf den Stuhl ihr gegenüber. “Setzen Sie sich bitte.” Als er Platz nahm, faltete sie die Hände, als müsse sie sich Mut zusammennehmen. “Ich habe über gestern nachgedacht”, begann sie leise, “über ihre Ehrlichkeit, über das, was sie gesagt haben.” Liam räusperte sich. Ich wollte nicht.

 Sie waren der einzige hier, der mir nicht das erzählt hat, was ich hören sollte. Ihr Blick veränderte sich. Weniger Schild, mehr Mensch. Sie haben mir gesagt, was wahr ist. Sein Puls raste. Sie atmete tief durch. Dann ich möchte, dass Sie an einem neuen Projekt mitarbeiten. Direkt mit mir. Liam starte sie an. Ich repariere Computer. Frau König. Sie sehen Dinge, die andere übersehen erwiderte sie.

 Sie urteilen mit Herz und mit Verstand, und ich brauche Menschen wie Sie. Ehrliche Menschen, aber ich habe keine Erfahrung mit. Er gestikulierte hilflos in Richtung Glasfenster, abrufbereit mit Millionen Entscheidungen. Sie schüttelte den Kopf. Qualifikationen können Sie lernen. Vertrauen nicht. Der Satz traf ihn unerwartet tief.

 Jahrelang hatte ihn niemand als jemanden gesehen, der wichtig sein könnte. Nicht einmal er selbst. Was wäre meine Aufgabe?”, fragte er schließlich. “Ich möchte, dass Sie analysieren, was hier nicht funktioniert in Prozessen, in Strukturen.” Eine kleine Pause und in Menschen. Er fühlte sich plötzlich gesehen, gebraucht, geschätzt und “Maia”, brachte er vorsichtig hervor.

 Für einen Moment entspannte sich ihre Haltung, fast als würde allein ihr Name etwas in Ava öffnen. Wenn Sie früher los müssen, weil ihre Tochter sie braucht, dann ist das so. Die Wärme in ihrer Stimme überraschte ihn. Wir passen den Zeitplan an ihr Leben an, nicht umgekehrt. Eine Stille entstand. Keine unangenehme, eher wie ein stilles Einverständnis. Okay, sagte Liam schließlich.

 Ich mache mit. Ein echtes ehrliches Lächeln zog über Avas Gesicht. Sie streckte ihm die Hand hin, nicht als Chefin, als Verbündete. Willkommen im Team Liam. Als er die Tür hinter sich schloss, fühlte sich sein Leben plötzlich breiter an. neue Wege, neue Möglichkeiten. Und als Ava allein im Raum stand, blieb ein Sanftmut in ihrem Gesicht zurück, wie Sonnenlicht, das den ganzen Tag in ihr.

Die nächsten Wochen veränderten alles. Liam war nun regelmäßig auf der Chefetage. Er saß mit Abteilungsleitern zusammen, besprach Abläufe, stellte unbequeme Fragen und Ava stand hinter ihm immer. Die skeptischen Blicke verschwanden, stattdessen Respekt und irgendwann sogar Anerkennung. Doch das war nicht das Wesentliche. Das Wesentliche war sie.

 Ava begann mehr zu reden, nicht über Strategien, über sich, über nächtevolle Entscheidungen, die sie niemandem erklären konnte, über Menschen, die sie bewunderten, ohne sie zu kennen, über Tage, an denen sie alles hatte, außer jemanden, der sie fragte, wie es ihr wirklich ging. Und Liam hörte zu, weil er verstand, wie schwer es war, stark zu wirken, während man eigentlich nur menschlich sein wollte.

 Eines Abends, das Gebäude war fast leer, beendeten sie ein Gespräch über Prozessoptimierung. Doch statt zurück zu ihrem Schreibtisch zu gehen, blieb Ava einfach sitzen. “Darf ich Ihnen eine persönliche Frage stellen?”, fragte sie. Liam nickte. Ihre Stimme wurde weicher. “Fühlen Sie sich manchmal einsam?” Er brauchte keine Sekunde zum Nachdenken. Ja, sehr oft.

 Sie sah ihn an, als wäre allein dieses Eingeständnis eine Art Geschenk. “Ich auch”, flüsterte sie. Dann standen sie gemeinsam am Panoramafenster Berlin unter ihnen, leuchtend und weit und in dieser Ferne spürten sie eine Nähe, die nicht geplant war, aber dringend gebraucht. Sie haben gesagt, auf dem Foto wirkte ich menschlich. Frei”, erinnerte sie ihn.

 “War es nicht so?”, fragte er. “Es war so, antwortete sie. Dann wandte sie sich zu ihm: “Ich spüre es wieder bei ihnen.” Liem musste schlucken. Solche Worte hörte er nicht. Solche Worte spürte er. Die Stille war geladen. Nicht mit Unsicherheit, mit etwas wunderschönem, neuem, gefährlichem. Avas Hand hob sich nur ein paar Zentimeter, als würde sie seine Berührung suchen. Doch dann klingelte ihr Handy. Beide zuckten zusammen.

Realität brach zurück in den Moment. Sie senkte die Hand, räusperte sich und wirkte plötzlich wieder wie die CEO, die ganze Städte bewegen konnte. “Vielen Dank für heute”, sagte sie zu nüchtern. “Ruhen Sie sich aus und grüßen Sie Mia von mir.” Er lächelte. Mach ich. Er ging, doch sein Herz blieb für eine Sekunde an der Stelle, an der sich fast ihre Hände gefunden hätten. Und Ava blieb allein am Fenster zurück.

Doch diesmal war ihre Einsamkeit nicht mehr dieselbe. Diesmal hatte sie einen Namen, Liam. Doch das Schicksal liebt Spannung und eine Geschichte wie ihre konnte nicht ohne Konflikte bleiben. Ein Mann trat in Avas Büro. Ihr CFO kühl. strategisch gewohnt Macht zu teilen. Dieser IT-mann Bäcker begann er.

 Er sitzt in Besprechungen, für die er nicht qualifiziert ist. Die Leute reden. Avas Augen verengten sich. Er macht seine Arbeit gut. Mag sein entgegnete der CFO, aber sein Platz ist im Technikraum und nicht an ihrer Seite. Avas Antwort kam leise. Eine gefährliche Art von leise. Mein Team bestimme ich, nicht die Leute.

 Doch ihre Hände ballten sich nicht aus Wut, aus Angst, jemanden zu verlieren, der endlich nicht über Macht definierte, wer sie war. Später, als sie wieder allein war, öffnete sie ihr Handy. Sie betrachtete das Foto am See, das was Liam gesehen hatte. Dann schrieb sie eine kurze Nachricht. Danke, dass Sie mich sehen.

 Ihre Finger schwebten über dem Senden Knopf, doch sie drückte ihn nicht. Noch nicht. Sie brauchte nur einen winzigen Funken Mut, doch Mut ist selten in Büros mit Panoramafinstern. Sie sperrte das Handy, legte es weg und hoffte, hoffte, dass der morgige Tag ihr die Gelegenheit geben würde, das zu sagen, was sie heute nicht aussprechen konnte. Du machst mich wieder lebendig.

Am nächsten Morgen trug Liem seine Tochter zur Schule, endlich fieberfrei, aber noch etwas schlapp. Mia klammerte sich an ihn, ihre kleinen Finger fest um seinen Mantel gewickelt. Papa, kommst du heute früher? Ihre Stimme war dünn, hoffnungsvoll. Er lächelte weich. Ich gebe mein Bestes, Mäuschen. Die reichen Leute oben, machen die dich wieder lange arbeiten.

Sie verzog den Mund, als hätten die da oben Hörner und Krallen. Liam lachte kurz, beugte sich zu ihr hinunter und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. Nicht alle reichen Leute sind schlimm. Mia blinzelte. Die Bossdame, ist sie nett zu dir? Sein Herz zog sich zusammen.

 Ein Bild von Ava, wie sie am Fenster stand, verletzlich und mutig zugleich blitzte in seinem Kopf auf. “Ja”, sagte er ehrlich. “Sie ist sehr nett.” Auf der Arbeit spürte Liim sofort. Irgendetwas lag in der Luft. Flure, die ihn früher ausblendeten, flüsterten nun. Das ist er. der bei ihr sitzt. Warum gerade er und mittendrin er, der Techniker, der plötzlich eine Rolle spielte. Als er Avas Büro betrat, sah er sie über Akten gebugt, doch ihr Blick hob sich sofort, als hätte sie nur auf ihn gewartet. Guten Morgen, Liam.

 Ein Klang in ihrer Stimme warm, nicht protokolliert. Guten Morgen, Frau König. Ein Hauchenttäuschung huschte über ihr Gesicht. Wir hatten doch schon besprochen, dass Sie mich nicht Frau König nennen müssen. Ihre Stimme ein wenig leiser, als wäre diese Formalität ein Messer zwischen ihnen. Er senkte den Blick leicht verlegen.

 Okay, aber der Name auf seinen Lippen machte etwas mit ihr. Etwas, dass sie nicht verstecken konnte. Ihre Schultern entspannten sich. Ihr Atem wurde ruhiger. Sie arbeiteten konzentriert, aber immer wieder begegneten sich ihre Blicke. Kurze Augenblicke, unausgesprochenes Verlangen, etwas, das sich anfühlte wie ein Band, das niemand sehen dürfte, aber jeder spüren konnte.

 Irgendwann nahm Ava ein Dokument, stellte sich neben ihn und beugte sich über seine Schulter. Ihre Nähe brannte sich in seine Wahrnehmung. Ihr Parfüm zurückhaltend, aber berauschend. Ihr Atem kaum hörbar, aber deutlich spürbar an seinem Hals. Seine Finger stoppten auf der Tastatur. Er wagte nicht, sich zu bewegen, aber bemerkte es. Ihre Stimme war nur ein Hauch. Sie halten wieder den Atem an.

Liem. Er schluckte, weil sie sehr nah sind. Sie richtete sich langsam auf, aber ihre Augen hielten seine fest. Vielleicht möchte ich das. Das Schweigen danach war keine Stille, sondern Spannung, die knisterte. Die Tür flog auf. Die Assistenten platze herein, fast atemlos. Aber der CFO möchte oh, Entschuldigung.

 Ihr Blick wanderte zwischen ihnen hin und her. Die Nähe, der Strom, der Raum voll unausgesprochener Wahrheit. Sie verstand genug, aber straffte sofort die Haltung. Maske wieder oben. Stahl anstelle von Herz. “Ich komme gleich”, sagte sie kalt. Die Assistentin zog sich zurück, aber nicht ohne einen letzten neugierigen Blick.

 Ava schloss die Tür wieder, stand mit dem Rücken zu ihm, atmete einmal tief durch. “Das war unprofessionell”, murmelte sie. “hrer zu sich selbst als zu ihm. “Was war unprofessionell?”, fragte Liam ruhig. Sie drehte sich langsam zu ihm um. In ihren Augenkampf Pflicht gegen Sehnsucht. Ich darf mich nicht ablenken lassen. Er trat einen Schritt näher. Bin ich eine Ablenkung? Ihre Stimme senkte sich.

 Ja, eine schlechte. Langsam schüttelte sie den Kopf. Nein. Später nach den Meetings schickte Ava ihm eine Nachricht. 19:30 Uhr Konferenzraum 54. Nur wir beide bitte kommen. Liam starrte auf das Display. Sein Herz hatte plötzlich Flügel. Der Konferenzraum war abends anders gedimmtes Licht.

 Der Himmel über Berlin schwarzblau, die Straßenlichter wie ein glitzerndes Versprechen. Ava stand am Fenster, schwarz gekleidete Eleganz, doch ihr Blick menschlich, verletzlich. Ich wollte, daß wir ungestört sind”, sagte sie, ohne sich umzudrehen. Wegen der Arbeit? Fragte er. Sie schnaubte leise. Nennen wir es wegen uns. Er trat näher und sah ihr Spiegelbild im Glas. Atemzüge trafen sich. Herzen schlugen schneller.

 “Ich weiß nicht, was das hier ist”, flüsterte Ava. “Aber es macht mir Angst, weil es fühlt sich wichtig an.” Er stellte sich direkt neben sie. Mir geht es genauso. Sie drehte sich zu ihm. Keine Rüstung mehr, keine Titel, nur Ava. Und dann sagte sie den Satz, der alles veränderte.

 Ich glaube, ich habe dich gebraucht, bevor ich wusste, dass es dich gibt. Liams Brust zog sich zusammen, weil er endlich jemanden traf, der seine Einsamkeit verstand, weil er endlich jemanden sah, der ihre versteckte Menschlichkeit brauchte. Er hob langsam die Hand, als würde er eine Frage stellen, die man nur mit dem Herzen beantworten kann. Seine Finger berührten ihre Wange, vorsichtig.

 Sie schloss die Augen bei der Berührung, als hätte sie sich jahrelang nach diesem Gefühl gesehnt. Dann öffnete sie wieder und sah ihn an, ohne jede Fassade. Küss mich. Ein gehauchtes Gebet. Liem bewegte sich näher. Ihre Stirn berührte seine, ihre Lippen nur noch ein Atemzug entfernt. Ping. Eine E-Mailbenachrichtigung auf Avas Laptop. Sie zuckte zurück und die Magie stürzte ins nichts.

 “Verdammt”, flüsterte sie zu sich selbst und zur Welt. Die Tür ging auf. Der CFO, eisig, kontrolliert, misstrauen wie ein Messer. Aber wir müssen reden jetzt. Seine Augen lagen auf Liam. Lange abwertend. Und plötzlich wuste Liam, der Kampf, den sie führen mußte, war größer, als er sich je vorgestellt hatte. Ava antwortete hart. Ich komme gleich. Der CFO blieb stehen.

 Alle Entscheidungen, die du triffst, werden überwacht, auch persönliche. Dann ging er und ließ ein Gewitter zurück. Ava sah Liem an echte Angst in ihren Augen. Eine Angst jemanden zu verlieren, bevor sie ihn ganz hatte. Wenn sie herausfinden, wie viel du mir bedeutest, werden sie versuchen, dich zu zerstören. Er trat näher, entschlossen.

 Dann müssen wir stärker sein als sie. Ihre Lippen bebten. Ich weiß nicht, ob ich das kann. Er griff ihre Hand. Warm, fest. Ich schon. Sie sah ihn an und in diesem Blick lag eine ganze Liebesgeschichte, die noch keinen Namen hatte. Doch draußen, hinter Glastüren und Kameras lauerte eine Welt, die keine Liebe im 53.

 Stock duldete und diese Welt hatte gerade begonnen, sich in Bewegung zu setzen. Die Tage danach waren ein Drahtseilaakt. Auf den ersten Blick war alles beim Alten. Ava leitete Meetings mit eiserner Kontrolle und Liam arbeitete an Analysen und Systemoptimierungen. Doch unter dieser Oberfläche brodelte etwas, etwas, das jeder fühlte, aber keiner benennen dürfte, vor allem nicht in der Chefetage.

 Der CFO Herfoss beobachtete jede ihrer Bewegungen. Sein Blick war wie ein Scanner. kalt, berechnend, misstrauisch, als würde er darauf warten, den kleinsten Fehler zu finden. Und Liam war plötzlich interessant. Zu interessant. Wenn er durch die Flure ging, hörte er Stimmen. Warum sitzt er immer bei ihr? Techniker und CEO, das ist abnormal. Vielleicht hat er etwas, dass sie will. Hinterhältiges Lachen.

 Verzehrte Fantasie. Liam ignorierte es. Er wußte, warum er da war. Und für wen? Eines Abends war Mia bei einer Freundin und hatte ihre erste Übernachtungspartie. Liim nutzte die seltene Ruhe, um noch ein paar Dokumente ins System einzupflegen. Als er den Aufzug zum obersten Stock nahm, wunderte er sich, dass die Reinigungsbeleuchtung gedimmt war.

 Doch als er um die Ecke bog, sah er aber im Fitnessraum der Führungsetage allein. Kopfhörer in den Ohren. Schweiß glänzte auf ihrer Stirn. Sie schlug auf einen Boxsack ein, hart, rhythmisch, erschöpfend. Er blieb stehen, beobachtete sie einen Moment, beeindruckt und zugleich besorgt. Als sie ihn bemerkte, stoppte sie überrascht, atmete schwer, zog ein Kopfhörer heraus.

 Liam, ihre Stimme war rauher als sonst. Echt? Ungefiltert. Du arbeitest noch? Fragte er. Sie stürzte sich kurz an den Boxsack. Das ist Arbeit. Zumindest Arbeit gegen meine Gedanken. Er trat näher. Klingt nach einem heftigen Kampf. Sie lachte tonlos. Wenn du wüstest. Dann sah sie ihm direkt in die Augen. Ich habe Angst. Liam spürte sofort, was sie meinte.

 Nicht Angst vor Technikproblemen, nicht Angst vor Investoren, Angst vor uns?”, fragte er leise. Sie nickte schonlos ehrlich. “Was, wenn ich das verliere, was ich aufgebaut habe?” Ihre Stimme brach fast nur ein Hauch, aber Liam hörte es. Er trat noch näher, langsam, damit sie die Option hatte, wegzugehen. Sie gehen nicht weg. Was, wenn du das bekommst? Sagte er, was dir gefehlt hat.

 Ihr Blick flackerte zwischen Kontrolle und Sehnsucht. Es gibt Menschen, die darauf warten, dass ich schwach werde. Ich sehe keine Schwäche, sagte er. Ich sehe Mut. Avas Brust hob sich schwer. Ich bin es nicht gewohnt, dass jemand für mich kämpft. Er hob die Hand, stoppte sie in der Luft, bat mit seinem Blick um Erlaubnis.

 Sie nickte kaum sichtbar. Er strich ihr eine Haarströne hinters Ohr. Langsam, zärtlich, dann lass mich anfangen. Für eine Sekunde dachte sie darüber nach. über Beruf, Ruf, Risiko. Doch dann tat sie etwas, das niemand auf der Welt von Ava König erwarten würde. Sie legte ihre Stirn an seine und schloss die Augen. Ich wünschte, du wärst früher gekommen.

 Er spürte, wie ihr Atem sein Herz berührte. “Ich bin jetzt da”, flüsterte er. Sie trennten sich erst, als eine Reinigungskraft den Flur betrat. A war wich zurück wie jemand, der beim Stehlen erwischt wurde. Liam verstand. Die Welt war ihre Bühne und Liebe kein erlaubtes Skript. Aber als sie ging, drehte sie sich an der Tür noch einmal um.

 Ein Blick so sanft wie Mondlicht. Mehr Versprechen als Worte. Am nächsten Tag, Donnerstagnachmittag, Ava spät dran für eine Vorstandsitzung. Liam hatte noch Anpassungen an ihrer Präsentation vorgenommen. Kurz bevor sie losmußte, blieb sie stehen. Unsicher, stumm. Dann atmete sie tief ein. Wie geht es mir heute? Liam lächelte überrascht. Sie hat gesagt, sie will später Astronautin werden.

 Ava lachte leise. Ehrlich, warm. Ich glaube, sie schafft das. Dann kann ich sie vielleicht einmal kennenlernen. Seine Augen wurden groß. Meinst du wirklich? Sie nickte. Doch bevor er antworten konnte, öffnete sich die Tür und der CFO stand da. Ava, wir warten. Er ignorierte Liam komplett. Ava wurde sofort wie das CEO. Haltung straff. Blick gepanzert. Ich komme sofort.

 Als sie an Liem vorbeiging, streifte ihre Hand seine nur eine Millisekunde, kaum sichtbar, aber Liam spürte es bis tief ins Herz. Ava kämpfte im Meeting. Sie war brillant, doch Liam sah, dass sie innerlich abgelenkt war. Wegen ihm? Wegen ihnen. Nach der Sitzung erschien eine interne Nachricht auf seinem Bildschirm.

 Büro 18:45 Uhr. Bitte. Liam wußte, heute Abend würde sich etwas entscheiden. Er fand aber allein im Büro. Die Dämmerung tauchte Berlin in goldenes Licht, das ihre Konturen sanft erscheinen ließ. Sie stand still. “Zu still?” “Was ist los?”, fragte er behutsam. Sie sah ihn an, und in ihren Augen lag eine Verletzlichkeit, die sie sonst nie zeigte.

 Her fost hat den Vorstand informiert”, sagte sie. “Über uns über verdächtiges Verhalten.” “Wir haben nichts falsches getan”, sagte Liam, “aber es reicht ihm, um alles zu zerstören.” Ihre Stimme zitterte. Sie trat auf ihn zu, ganz nah. Ihre Hände fanden seine. “Ich will dich nicht verlieren.” Er zog sie sanft in seine Arme.

 “Du verlierst mich nicht. Sie presste ihr Gesicht an seine Brust und ließ die Mauern fallen, die sie jahrelang aufgebaut hatte. Sie weiß nicht, wie ich kämpfen soll, ohne mich selbst zu verlieren. Liam hob ihr Gesicht an, da sanft unter ihrem Kinn. Dann kämpfen wir zusammen. Sie atmete biebend aus, und dann küsste sie ihn.

Endlich. Es war kein vorsichtiger Kuss. Es war ein Kuss voller angestauter Gefühle, voller Hunger nach Nähe, voller endlich. Er umfasste ihre Taalje, sie seine Schultern. Der Raum verschmolz, Zeit verschwand. Als sie sich lösten, war Ava außer Atem. Ich habe so lange vergessen, wie es ist, jemandem zu vertrauen. Dann erinnerst du dich jetzt daran.

 Ihre Stirnen berührten sich wieder. Doch bevor der Moment sicher wurde, klopfte es hart, fordernd. Ava erschrak. Das ist er. Liam stellte sich sofort vor sie, als könnte er sie vor allen Blicken schützen. Die Tür öffnete sich. Herr Foss, kalter Sieg in seinem Gesicht. Frau König, sagte er, wir müssen das besprechen. Seine Augen glitten zu Liem abwertend, drohend. unter vier Augen.

 Ava atmete tief durch. Liam sah, wie sie sich zusammenrisss, wie die Festung zurückkehrte. Sie ließ Liams Hand los. Langsam, schmerzhaft. Es ist in Ordnung, flüsterte er ihr zu. Ich bin hier. Sie nickte, aber ihre Augen flehten. Geh nicht. Er ging, weil er musste, weil er wusste.

 Manchmal besteht Liebe darin, Platz zu lassen, damit der andere kämpfen kann. Doch als sich die Tür hinter ihm schloss, hörte er die ersten Worte des CFO: “Dumpf, kalt! Wenn Sie ihn nicht fallen lassen, verlieren sie ihren Platz hier.” Und dann Stille, eine Stille, die schlimmer war als jede Drohung. Liam lehnte sich an die Wand. Die Fäuste gebalt. Sein Herz schlug wie ein Kriegsruf.

 Ich lasse dich nicht allein. Nicht jetzt, nicht jemals. Und tief hinter der Glastür formten sich zwei Schicksale, die nur noch zusammen Zukunft hatten oder gar keine. Die Tür zu Avas Büro blieb geschlossen und Liam wusste, dass dahinter ein Kampf tobte, der über seine Zukunft entschied, nicht nur als Mitarbeiter, als Mensch, der Ava etwas bedeutete. Er ging auf und ab, Hände in den Taschen verkrampft.

 3 Sekunden fühlten sich an wie drei Stunden. Als die Tür endlich aufging, trat Heros heraus mit einem unmissverständlichen Lächeln der Überheblichkeit. Ich hoffe, Sie haben einen Plan B, Bäcker, spottete er. Solche Höhen sind nichts für Leute wie sie. Liam blieb still. Er wußte, solche Menschen gewinnen nur, wenn man ihnen die Macht gibt, einen zu zerbrechen.

 Er ließ Foss einfach vorbeigehen. Doch als Ava herauskam, war etwas anders. Ihre Augen wirkten müde, ihre Lippen angespannt, ihre Hände zitterten leicht. “Hat er dir gedroht?”, fragte Liam vorsichtig. Ava schloss die Augen. Ein tiefer, schmerzlicher Atem. Er hat den Vorstand überzeugt, dass du ein Risiko für den Ruf der Firma bist und dass meine Entscheidungen nicht mehr objektiv sein.

Weil ich dir wichtig bin, fragte Liam, ohne die Worte zurückhalten zu können. Ihre Augen öffneten sich voller Schmerz und Liebe. “Weil du mich lebendig machst”, sagte sie leise. “Und das macht mich verwundbar.” Liam trat näher. Er legte seine Hände an ihre Schultern. Verwundbarkeit ist keine Schwäche. Es ist der Beweis, dass du noch fühlen kannst. Ihre Lippen bebten.

Sie senkte den Blick. Sie haben mich vor eine Wahl gestellt. Stille, schwer wie Blei. Welche Wahl? Ava rang mit den Worten, als würde jede Silbe sie zerschneiden. Entweder entlasse ich dich oder ich trete als CEO zurück. Die Welt blieb stehen. Avas Atem stockte. Liams Herz raste. Ich werde nicht zulassen, dass du wegen mir. Doch Ava legte ihm den Finger auf die Lippen.

Nein, du hast mir gezeigt, wer ich sein könnte, wer ich wirklich bin. Sie sah ihm tief in die Augen. Ich war eine Königin in einem goldenen Gefängnis. Du bist gekommen und hast die Tür geöffnet. Liam flüsterte. Heiser, dann lass uns rausgehen. Ihre Augen füllten sich mit Tränen.

 Ich weiß nur nicht, ob ich den Mut habe, diesen Schritt zu gehen. Er nahm ihre Hand fest, warm, versprochen. Ich gehe mit dir. Am nächsten Morgen war Berlin grau und regnerisch, passend zum Sturm, der in Avas Herz wütete. Der Vorstand hatte eine Dringlichkeitssitzung anberumt. Ava erschien in einem dunkeln Hosenanzug. ihre Haare streng gebunden.

 Eine Rüstung gegen Menschen, die sie zerreißen wollten. Liam wartete draußen. Er dürfte nicht hinein. Er hörte nur gedämpfte Stimmen, Streit, Argumente, kalte Anklagen. Vor allem die Stimme von Foss. Sie gefährdet alles. Wir brauchen Entscheidungen, keine Gefühle. Avas Antwort: Gefühle sind das, was uns menschlich macht.

 Und eine Firma ohne Menschlichkeit ist wertlos. Liem lächelte schwach. Sie kämpfte nicht nur für sich, sie kämpfte für sie, für sie beide. Die Sitzung zog sich hin, bis plötzlich die Türen aufgingen. Ava trat heraus. Ganz ruhig, ganz klar. Foss hinter ihr, kalkweiß. “Was ist passiert?”, fragte Liam leise. Ava atmete tief ein. Ihr Blick war frei. Ich habe meine Entscheidung getroffen.

Sie reichte ihm einen Umschlag. Liem öffnete ihn. Sein Herz schlug bis in die Fingerspitzen. Bestätigung: Rücktritt von Ava König als Vorstandsvorsitzende. Er sah auf. Du hast wirklich? Ava nickte. Ich habe nie für Geld oder Macht gelebt, aber ich will endlich für mich leben. Sie trat näher. nah genug, daß die Welt Ringsum verblasste und ich will mit dir leben, Lian.

 Er schluckte schwer. Was was willst du jetzt tun? Statt zu antworten, holte sie ihr Handy hervor. Ein Foto öffnete sich jenes Bild vom See. Ich möchte dorthin zurück. Diesmal nicht allein. Ihre Stimme brach aus Erleichterung. Vor Hoffnung. Liem kämpfte mit Emotionen, die sein Brustkorb kaum fassen konnte.

 “Und mir?” fragte sie sanft. Er lachte weich. “Sie wird es lieben.” Ava schloss kurz die Augen: “Tränen auf den Wimpern.” Dann küsste sie ihn nicht mehr heimlich, nicht mehr leise, ein Kuss voller Zukunft. Ein halbes Jahr später. Der See lag ruhig im Licht des späten Nachmittags. Vögel flogen über das Wasser, das in sanften Wellen glitzerte.

Auf einer Picknichdecke lag Mia und malte ein Bild. Papa, schau, ein Raketensee. Sie strahlte die Welt voller Möglichkeiten. Ava stand daneben, barfuß im Gras und lachte. Ehrlich, frei, lebendig. Sie setzte sich neben Liam, lehnte den Kopf an seine Schulter. Weißt du noch, als du das Foto gesehen hast und gesagt hast, ich wirkte menschlich? Er nickte, lächelte.

 Jetzt siehst du nicht nur menschlich aus. Er nahm ihre Hand und küsste sie. Jetzt siehst du glücklich aus. Ava schloss die Augen und atmete tief ein. Ich bin glücklich. Mia rief: “Ava, kann ich dir mein Bild zeigen?” Ava sprang auf. Natürlich, ich bin gespannt. Als sie loslief, drehte sie sich noch einmal zu Liem um.

 Ein Blick voller Liebe, die keine Etage und kein Vorstandsitzungssaal je hätte verhindern können. Liam sah den zwei wichtigsten Menschen seines Lebens zu. Am See unter freiem Himmel. Keine Glaswände, keine Grenzen, nur das, was sie gemeinsam aufgebaut hatten. Ein Leben, das ihnen gehörte. Eine Liebe, die niemand ihnen nehmen konnte. M.