Judith Rakers – für Millionen Zuschauer war sie über Jahre hinweg das Gesicht der Verlässlichkeit. Als Sprecherin der Tagesschau verkörperte sie Ruhe, Seriosität und eine unerschütterliche Professionalität. Doch neun Jahre nach ihrer Scheidung von Andreas Pfaff tritt eine völlig andere Frau ins Rampenlicht. In einem mutigen und zutiefst emotionalen Geständnis offenbart die Journalistin, dass hinter der perfekt inszenierten TV-Fassade ein Leben voller innerer Zerrissenheit, Einsamkeit und ein schleichender Zusammenbruch verborgen lag.

Judith Rakers: Nach 19 Jahren! Trauriges Tagesschau-Aus | Wunderweib

Geboren in Paderborn, kämpfte sich Rakers mit eiserner Disziplin an die Spitze der deutschen Medienwelt. Doch dieser Erfolg forderte einen grausamen Preis. Während sie im Studio die Nachrichten der Welt verlas, entwickelte sich in ihrem Inneren eine stille, aber konstante Traurigkeit. Rakers gestand nun, dass sie jahrelang ihre Verletzlichkeit unterdrückte, aus Angst, ihre journalistische Glaubwürdigkeit zu verlieren. Sie funktionierte wie eine Maschine, selbst wenn es in ihr schmerzte. Diese permanente Selbstbeherrschung ließ keinen Raum für eigene Bedürfnisse oder Zweifel, was schließlich zu einer tiefen Entfremdung von sich selbst führte.

Besonders schmerzhaft war für die Moderatorin die Erkenntnis, dass beruflicher Erfolg niemals emotionale Leere füllen kann. Ihre Ehe mit dem Immobilienökonomen Andreas Pfaff, die 2009 begann, sollte eigentlich ihr sicherer Hafen sein. Doch unter dem Druck zweier völlig unterschiedlicher Lebenswelten und Rakers’ extremen beruflichen Anforderungen wurde die Nähe zum Partner immer seltener. Trotz der Liebe zueinander wuchs die Distanz. Andreas Pfaff blickt heute mit Wehmut zurück und beschreibt Judith als eine Frau, die nach außen stark war, aber innerlich völlig erschöpft. Er erinnert sich an Momente der Hilflosigkeit, in denen er ihre Last spürte, aber nicht wusste, wie er ihr helfen konnte. Die Trennung im Jahr 2017 war die logische, wenn auch schmerzhafte Konsequenz eines jahrelangen Prozesses des Schweigens.

Der absolute Tiefpunkt kündigte sich schleichend an. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere erlebte Judith Rakers einen leisen inneren Zusammenbruch. An einem scheinbar gewöhnlichen Arbeitstag merkte sie, dass ihre Kraft am Ende war. Ihr Körper sandte Warnsignale, die sie nicht länger ignorieren konnte: anhaltende Erschöpfung, Konzentrationsstörungen und eine innere Unruhe, die selbst im Schlaf nicht verschwand. Die Erkenntnis, dass ihr eigenes System nicht mehr trug, war beängstigend. Sie hatte sich selbst über Jahre hinweg übergangen, um den Erwartungen anderer gerecht zu werden.

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Was folgte, war eine radikale Neuorientierung. Rakers lernte, dass ihr Wert nicht an Perfektion oder Quoten gebunden ist. Sie zog die Notbremse, reduzierte ihre beruflichen Verpflichtungen und begann, ihre Gesundheit – sowohl die körperliche als auch die seelische – an erste Stelle zu setzen. Heute lebt die 48-Jährige ein Leben, das von Naturverbundenheit und Achtsamkeit geprägt ist. Ihr geschätztes Millionenvermögen nutzt sie nicht als Statussymbol, sondern als Werkzeug für ihre persönliche Freiheit und Unabhängigkeit.

Dieses späte Geständnis wirft ein völlig neues Licht auf eine der bekanntesten Frauen Deutschlands. Es ist die Geschichte einer Befreiung aus einem goldenen Käfig der Perfektion. Judith Rakers hat bewiesen, dass es Mut erfordert, sich die eigene Schwäche einzugestehen, und dass wahre Stärke oft erst dann entsteht, wenn man aufhört, nur zu funktionieren. Ihr Lebenswerk besteht heute nicht mehr nur aus ihrer beeindruckenden Karriere, sondern vor allem aus ihrer gewonnenen Authentizität. Sie ist sich selbst treu geblieben – auch wenn der Weg dorthin durch ein Tal der Tränen führte.