Teil I: Das Desaster im Café
Der Duft von gerösteten Bohnen und leicht verbranntem Ehrgeiz hing in der Luft des schicken City-Cafés „The Exchange“. Die Marmortische und weichen Samtsessel strahlten eine Atmosphäre von diskretem Reichtum aus – der perfekte Ort für ein Blind Date, bei dem viel auf dem Spiel stand.
Am Fenster saß Anton Volkov, ein aufstrebender Investmentbanker, dessen Gesichtsausdruck eine Mischung aus Nervosität und gieriger Hoffnung war. Ihm gegenüber saß Katerina, eine schlanke Blondine in einem perfekt geschnittenen schwarzen Blazer. Sie sprach mit der überheblichen Sicherheit eines Menschen, der gewohnt ist, Bewunderung zu ernten.
Anton hatte große Hoffnungen in dieses Treffen gesetzt. Katerina war angeblich die Tochter eines einflussreichen Duma-Abgeordneten, eine Verbindung, die seine Karriere in ungeahnte Höhen katapultieren könnte.
„…und deshalb, Anton“, sagte Katerina und nippte an ihrem Espresso, „ist es unerlässlich, dass unsere Kreise eng bleiben. Man kann niemandem mehr trauen, verstehen Sie? Besonders niemandem, der draußen war.“ Sie machte eine abfällige Handbewegung in Richtung der belebten Straße.
Anton nickte eifrig. „Absolut, Katerina. Ich lege größten Wert auf Diskretion und… Zuverlässigkeit.“
In diesem Moment näherte sich ihre Kellnerin.
Es war eine unauffällige junge Frau mit dunklen, ordentlich zurückgebundenen Haaren und einem immer leicht gespannten, aber professionellen Lächeln. Sie trug die weiße Bluse und die schwarze Weste des Cafés. Ihr Name auf dem Namensschildchen: „Elena“.
Sie stellte leise die Teller mit den kleinen Petit Fours ab und reichte Anton, diskret unter einer Serviette versteckt, einen gefalteten Zettel. Ihr Blick traf seinen nur für den Bruchteil einer Sekunde – ein Blick, der intensiv und merkwürdig bekannt war.
Anton nahm den Zettel entgegen, während Katerina ihre Geschichte über die Schwierigkeiten bei der Beschaffung ihres neuen italienischen Sportwagens fortsetzte.
Er öffnete den Zettel heimlich unter dem Tisch. Die Handschrift war präzise, fast kalligraphisch.
„Sie ist nicht, wer du denkst…“
Anton fror ein. Sein Herz begann, gegen seine Rippen zu hämmern. Was bedeutete das? War Katerina eine Betrügerin? Eine Agentin der Konkurrenz?
Er blickte hastig auf. Die Kellnerin „Elena“ war bereits beim nächsten Tisch und nahm Bestellungen entgegen. Sie schien völlig unbeteiligt.
„…und natürlich hat Papa den Anwalt eingeschaltet“, beendete Katerina ihr leidiges Auto-Thema. „Worüber haben Sie so nachgedacht, Anton?“
Anton versuchte zu lächeln. „Nichts, nichts. Nur, dass ich beeindruckt bin von Ihrer… Entschlossenheit.“
Er warf einen zweiten Blick auf die Kellnerin. Ihre Haltung war tadellos, ihre Bewegungen waren so effizient, dass sie fast militärisch wirkten. Und dann, als sie sich bückte, um einen Kaffeelöffel aufzuheben, bemerkte er es: Eine kleine, kaum sichtbare Narbe, die von ihrem Ohrläppchen bis in ihren Nacken verlief. Eine Narbe, die nur ein extrem intensives Training oder ein scharfes Stück Metall in einer Kampfsituation hinterlassen konnte.
Wer war diese Kellnerin? Und was wusste sie über Katerina?
Teil II: Die Schatten des Militärs
Anton, dessen Kopf plötzlich von Paranoia und Intrigen dominiert wurde, beschloss, dass er handeln musste. Er entschuldigte sich kurz, ging zur Toilette, und fing die Kellnerin „Elena“ auf dem Weg zur Küche ab.
„Der Zettel“, zischte er leise. „Was meinen Sie damit? Wer ist sie wirklich?“
Elena, die Kellnerin, sah ihn an. Ihre Augen, die im Halbdunkel des Cafés so grün und ruhig waren, schienen jetzt unter der Neonlicht der Theke aus Stahl zu sein.
„Reden Sie nicht hier, Herr Volkov“, flüsterte sie. „Ihre Freundin ist eine exzellente Lippenleserin, die an der diplomatischen Akademie in Genf ausgebildet wurde. Bezahlen Sie die Rechnung. Lassen Sie das Auto stehen. Nehmen Sie die Metro. Treffen Sie mich in einer Stunde an der Gedenkstätte für die Gefallenen des Großen Vaterländischen Krieges.“
Mit diesen Worten verschwand sie in der Küche.
Anton war völlig fassungslos. Diplomatisches Lippenlesen? Metro? Gedenkstätte? Das war keine Kellnerin, das war eine Figur aus einem Spionage-Thriller.
Er tat, wie ihm befohlen. Er zahlte, verabschiedete sich eilig von einer beleidigten Katerina und eilte zur Metro.
Teil III: Die Enthüllung des Generals
Eine Stunde später stand Anton in der kalten, schattigen Stille der Gedenkstätte. Die Marmorplatten, auf denen die Namen der Gefallenen eingraviert waren, waren feucht.
Hinter ihm ertönte eine Stimme: „Sie sind pünktlich. Das schätze ich.“
Anton drehte sich um. Es war „Elena“, aber sie war nicht mehr die Kellnerin. Sie trug jetzt einen schlichten, aber teuren Mantel, und ihre Haltung verströmte keine Servilität mehr, sondern unerschütterliche Autorität.
„Wer sind Sie?“, forderte Anton.
Elena lächelte, aber das Lächeln erreichte ihre Augen nicht. „Mein Name ist Generalmajor Elena Rostova. Ich bin die Leiterin der Abteilung für interne Sicherheit und Aufklärung des Militärgeheimdienstes. Und ich bin hier, weil Ihr Blind Date nicht nur ein Desaster war, sondern eine Falle.“
Anton erstarrte. Er erinnerte sich an das Bild, das er vor Kurzem in einer Zeitung gesehen hatte – eine hitzige Konfrontation in einer Militärakademie. Die Frau in der Uniform, die einem brüllenden Offizier standhielt. Es war sie.
Sie zeigte auf eine Parkbank. „Setzen Sie sich, Herr Volkov. Ich habe mir erlaubt, ein Hintergrundprofil zu Katerina zu erstellen, sobald ich erfahren habe, dass Sie sich treffen würden. Ich habe Sie schon seit einiger Zeit beobachtet, seit Sie den Sohn eines meiner in Ungnade gefallenen Offiziere, Hauptmann Volkov, gefeuert haben, der übrigens mein Cousin ist.“
Anton schluckte. „Sie waren die Kellnerin… Sie haben mich wegen Ihres Cousins beobachtet?“
„Nein“, sagte Rostova. „Ich bin der Meinung, dass jeder für seine Inkompetenz bezahlen sollte. Aber Ihre Blind Dates sind für uns von größerem Interesse. Sehen Sie sich dieses Foto an.“
Sie hielt ihm ein Bild hin. Es zeigte Katerina, aber sie trug keine Designerkleidung, sondern eine schwere Uniform. Ihr Gesicht war ernster, und sie stand neben einem Mann in russischen Marineuniformen.
„Katerina ist nicht die Tochter des Duma-Abgeordneten“, erklärte Rostova. „Sie ist die Tochter eines hochrangigen Marineadmirals, der wegen Korruptionsverdachts unter Hausarrest steht. Katerina ist eine erfahrene Mitarbeiterin des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB) und ihre Aufgabe war es, Sie, einen aufstrebenden Finanzier, dazu zu bringen, Gelder im Ausland für ihren Vater zu waschen, um seine Verteidigung zu finanzieren.“
„Das… das ist unmöglich“, stammelte Anton.
„Nichts ist unmöglich, wenn es um Macht geht“, sagte Rostova kühl. „Der Zettel, den ich Ihnen gegeben habe – das war die einzige Möglichkeit, Ihnen zu helfen, ohne meine Deckung als unauffällige Kellnerin zu verraten.“
„Aber warum?“, fragte Anton. „Warum helfen Sie mir?“
Elena Rostova sah ihn direkt an, ihre grüne Augen funkelten. „Weil ich eine Generalin bin. Und mein Auftrag ist es, das Land von innen heraus zu säubern, egal ob in einer Militärakademie oder einem Café. Korruption ist Korruption. Und ich ziehe die Strippen. Nicht die jungen, skrupellosen Damen in teuren Blazern.“
Sie stand auf, ihre Haltung straff und unerbittlich.
„Katerina wird denken, dass Ihr Interesse an ihr nachgelassen hat. Das wird sie frustrieren und sie dazu bringen, aggressiver zu handeln. Sie müssen jetzt sehr vorsichtig sein, Anton. Ich habe die Wahrheit enthüllt. Jetzt müssen Sie die Konsequenzen tragen.“
Sie reichte ihm eine unscheinbare Visitenkarte. „Rufen Sie diese Nummer an, wenn Katerina wieder Kontakt aufnimmt. Und noch etwas: Die Kellnerin Elena ist morgen an der Theke. Bestellen Sie immer einen einfachen Cappuccino, wenn Sie mich treffen wollen. Das ist unser neuer Code. Und vergessen Sie nicht, Ihr Trinkgeld ist mein Bericht.“
Sie nickte ihm zu, drehte sich um und verschwand im Schatten des Denkmals. Anton Volkov starrte auf die Visitenkarte. Er war gerade aus einem Desaster entkommen, nur um direkt in eine Welt der Spionage und Intrigen katapultiert zu werden.
Die Wahrheit war enthüllt. Und sie war weitaus gefährlicher als jede Finanztransaktion, die er je getätigt hatte.
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