Diese Ausgabe des Pressclubs war   hochexplosiv. Die Anrufe am Telefon   kochten vor Wut und machten ihrem Ärger   gegenüber den Journalisten   unmissverständlich Luft. Ich habe für   dich die absoluten Sahnestückchen   herausgefiltert und wir starten direkt   mit einer Anruferin, die sich offen als   AfD-Wählerin zu erkennen gibt.

 

 Dann wird   es brisant. Ausgerechnet Sternreporter   Martin Debis meldet sich zu Wort und   räumt ein, dass es auch in seinem   eigenen bekannten Kreis AfD-Wähler gibt.   Beobachte dabei genau die Gesichter der   Journalisten.   So und jetzt kann ich Angela Kraut in   die Sendung nehmen in Rühlshim.   Willkommen.   Ja, guten Tag. Hier ist die Frau Kraut.

 

  Schönen Tag an die Runde. Mir geht’s   darum, vor haben Sie es über die AfD   gehabt und wie kann man mit der AfD   umgehen? Jetzt haben Sie ein AfD Wähler   am Apparat. Ja, dann   und ich möchte Ihnen mal, ich kenne   viele Leute, die die AfD wählen und ich   kann Ihnen sagen, ich kenne nicht einen,   der wirklich rechtsextrem ist.

 

 Ich kenne   viele Leute, die konservativ sind und   die AfD wählen. Und warum wählen die   Leute die AfD? Ganz einfach, umso   schlechter die Politik in Berlin, umso   mehr Leute wählen die AfD. Das ist eine   ganz einfache Rechnung.   Die Leute haben die Nase voll von dieser   Vorschreibe   Ork hier von wegge ich für Heizung, was   muss ich für Autofahren, wie muss ich   mein Haus dämmer und und man wird   mundtot gemacht.

 

 Wenn man nicht   linksgrün spricht,   ja, dann ist man sofort rechts. Da   werden Millionen von Menschen in   Deutschland deformiert.   Und ich   fin klasse, Frau Kraut, dass sie dabei   sind. will sie auch gar nicht äh   abwirgen. Wollte nur auf unser Thema,   dass wir heute äh besprochen haben,   diese Probleme mit mit der Rentenreform.

 

  Genau. Ich wollte Sie jetzt fragen, was   ist was ja was ist jetzt was wäre ihre   Erwartung gewesen in dieser Woche an die   Regierung? die wennte demokratisch   gewählt wird und sie werden sehen bei   der nächste W kriegt die AfD noch mehr   Stimme, dann ist doch die Frage wollen   die Partei das machen, was sie wollen   oder das, was Volk will.

 

 Wenn das Volk   will, dass die CDU z.B. mit der AfD   regiert, was ist dann wichtiger?   Mhm. Und das wäre ihr leer   unsere eigene Suppe zu kochen oder zu   sagen, wir sind vom Volk gewählt   und wir sind dem Volk verpflichtet.   Mm. Frau Kraut, sie wünschen sich eine   Koalition mit der AfD, das ist ihre   Botschaft.   Ja, ich würde mal auch mal auf kleiner   Ebene wünsche, z.B.

 

 in Thüringe oder   dass man mal sieht, was kann die AfD   überhaupt.   Okay, aber man sollte nicht mit allem   einverstanden, was die AfD macht oder   sagt. Ja, aber ich sehe was die   Altpartei machen und die Leute sind   extrem enttäuscht. Sie sehen einfach,   die sagen viel, das ist gleiche wie der   Herr Scholz, der hat auch viel gesagt,   aber gemacht hat er nichts und es macht   gleiche ist der Herr Merz.

 

  Ja, letzte Frage. Also, ich verstehe Sie   so, man sollte nicht gleich in Bundestag   anfangen, aber in Ländern das ganze   ausprobieren.   Z.B. Ja.   Ja. Danke, dass Sie dabei sind, Frau   Kraut. Möchte jemand sagen? Ja, klar.   Ja, also das Beschriebene ist ja genau   das, warum sich auch die AfD um Alis   Weide herum gerade komplett zurücklehnt.

 

  Also die Probleme sind so groß, die ähm   ich glaube in der Faz wurde die AfD mal   als Bestrafungspartei bezeichnet, eben   nicht mehr als Protestpartei und die   Leute wählen wegen der Unzufriedenheit   nachvollziehbar AfD. Ähm und die Partei   hat aber dadurch eben, weil es gerade so   komfortabel ist, gar nicht den Anreiz,   sich der Extremisten, namentlich Börn   Höcke zu entledigen.

 

  So, aber ich verstehe, dass Whler, also   die Partei wächst ja gefühlt monatlich   da ähm enttäuscht sind, weil die Stimme   fühlt sich ja verschenkt an. Zunächst   einmal finde ich es richtig und gut,   dass Angela sich offen dazu bekennt. Es   wird Zeit, dass es selbstverständlich   ist, seine politische Haltung zu äußern,   unabhängig davon, welche Partei man   wählt und ohne Konsequenzen fürchten zu   müssen.

 

 Bemerkenswert ist auch das   Statement des Sternreporters, der meine   Einschätzung nach eher links einzuordnen   ist und dennoch offen sagt, dass in   seinem Umfeld AfD gewählt wird. Bleibt   abzuwarten, wie lange er seinen Job noch   behalten darf. in Zeiten von Cancel   Culture.   Wir machen eigentlich immer nur eine   Antwort oder Replik, aber Frau Kraud hat   lange geschildert, deswegen Herr Debes   noch.

 

  Ja, ich wollte noch was dazu sagen, weil   ja auch Thüringen angesprochen wird. Ich   komme aus diesem wunderschönen   Bundesland und ähm es ist ja nicht so,   also ich kenne sehr viele AfDwähler, ich   habe Klassenkameraden, ich habe äh   Freunde, die AfD wählen oder mindestens   affin sind.

 

 Ähm und natürlich sind das   keine Rechtextremisten und deswegen   finde ich auch diese Aussage, dass äh äh   z.B. von Eas Kitschu, die fand ich den   ich sonst sehr schätze, dass es die AfD   Nazis sein und wer die wählt sein auch   Nazis, das ist nicht nur unterkomplex,   sondern auch völlig falsch. Ähm, die   Differenzierung muss man machen, nur das   würde ich gerne zurückgeben.

 

 Es ist   natürlich so, wenn in Thüringen die AfD   wählen, dann wähen sie den   Rechtsextremisten Pen Höcke.   Das heißt, also das muss man als   mündiger Bürger dann auch schon wissen.   Also ähm das heißt nicht, dass alle   Positionen der AfD rechtsextrem sind,   dass die Programmatik im per se   rechtszimistisch ist, sondern sie haben   aber jemanden an der Spitze und auch in   seinem Umfeld viele von anderen andere   Politiker der AfD, die extremistisch   sind und äh ich will das nur   zurückgeben, das ist die Diskussion, die   ich immer führe. Ich habe da auch keine   Lösung. Ich sage nur,   wenn man was verändern will in   Deutschland und die AfD wählt, dann muss   man wissen, dass man Disruption wählt   und nicht Reform.   Mhm. Frau Kraut, ich habe äh ja, sag   mal, Zustimmung zu Teilen Ihrer   Beobachtung gehört. Danke noch mal. Sehr   gerne.   Ja, und einen schönen Sonntag   und ich hätte ganz kurz noch eine   Anmerkung, wenn ich darf.   Klar,   ich würde gerne ich noch mal Anmerkung   machen. Man hat immer nur eine   Viertelstunde am Schluss. Ja, das ist   sehr wenig. Warum laden Sie nicht jemand

 

  aus aller Colleur mal von aller Partei   jemand aus dem Volk ein, der hier   mitspricht,   ja,   der sich an dieser Diskussion beteiligt.   Das wäre doch mal toll, das Volk   reinzuholen. Nicht nur immer die   Experten, sondern auch mal jemand aus   dem Volk, wo dann die ganze Zeit diese   Sendung begleite kann.   Ja. Äh, danke. Äh, guter Punkt.

 

  Nun ja, Frau Achterbergs Kommentar, wir   hören Ihnen ja zu. ist für mich etwas   völlig anderes als wenn Angela selbst in   dieser Runde sitzt. Ich würde es sehr   begrüßen, wenn ganz normale echte Bürger   zu Wort kämen und keine platzierten   Stimmen aus dem ÖR, keine   eingeschleusten Politiker und keine   parteinahen Freunde.

 

 Warum die AfD   tatsächlich so stark an Zustimmung   gewinnt, erklärt nun Moderator Jörg   Schönenborn im ARD Deutschlandtrend.   Warum ist die AfD so stark wie noch nie?   Die eigenen politischen Konzepte werden   etwas stärker beurteilt. Der Umgang der   anderen, die Spitzenpolitiker und auch   hier ganz unten die Berichterstattung in   den Medien.

 

 Die Sorge um finanzielle   Absicherung im Alter treibt dreiviertel   der AfD-Anhänger um, aber bei den   übrigen ist die Zahl rund 30 Punkte   geringer. Und wenn es um die Frage geht,   bin ich bedroht, wenn ich rausgehe,   Sicherheit im öffentlichen Raum, ist der   Unterschied noch größer. 80% der   AfD-Anhänger fast empfinden sich dort   als unsicher.

 

 Bei den übrigen sind es 40   Punkte weniger. Wer also wissen will,   was im Wettbewerb gegen die AfD hilft,   Politik, die solchen Sorgen und Ängsten   entgegenwirgt.   Herr Schönenborn hat recht. Nur   umgesetzt wird das seit über einem   Jahrzehnten nicht. Seit ihrer Gründung   im Frühjahr 2013 hat die AfD   kontinuierlich an Zustimmung gewonnen.

 

  Die Bundestagswahl am 23. Februar   markierte einen historischen Erfolg. Mit   20,8%   konnte die Partei ihr Ergebnis im   Vergleich zur letzten Wahl verdoppeln.   Die aktuellen Umfragen zeichnen dabei   ein deutliches Spiegelbild der Politik   von Friedrich Merz und Lars Klingbeil.   einer Politik, die viele als gescheitert   wahrnehmen.

 Und doch gibt es im   Presseclub tatsächlich noch einen   Anrufer, der mit Friedrich März   zufrieden ist.   Frankfurt zu Richard Martin. Herr   Martin, willkommen. Sie haben das Wort.   Ein einen wunderschönen Grüß Gott in die   in die Runde. Erlauben Sie mir bitte   eine höchliche Frage. Seid ihr   eigentlich noch alle bei Trost und bei   Verstand? Ich meine damit Sie und die   Presse allgemein.

 

  Nach eurer Definition sind wir hier alle   in der Katastrophe und landen demnächst   in der Apokalypse. Hört doch auf mit   eurer Hysteridiskussionen.   Äh was wir hier die letzte Woche erlebt   haben, ist nichts anderes als gelebte   Demokratie. Und das ist das, was wir   wollen und genau das äh was was ja was   alle haben möchten.

 

 Und äh stattdessen   wird das wird das diskutiert und wird   dann ja, da gehört da halt eben auch mal   ein Bullshit dazu, dann gehört auch mal   eine Stadt Diskussion dazu. Das ist wie   gesagt gelebte Demokratie und lass den   März doch erste mal in Ruhe arbeiten.   was der in den in den letzten Monaten   durchgebracht hat, das haben ganze   Regierungen in zwei in zwei   Legislaturperioden nicht hingekriegt.

 

  Also von von daher las den Mann in Ruhe   mit ruhiger Hand arbeiten. Ich finde,   das ist der beste Kanzler, den wir seit   Adenauer haben. Und hört auf mit eurer   Hysteriediskussion und mit eurer   Krisenstimmung und so weiter und so   weiter. Nein, berichtet wieder sachlich   und interpretiert nicht.

 

 Das nutzt   nämlich nur der AfD und dann werden die   Leute verunsichert und dann werden die   Leute äh ja radikal, weil sie einfach   ja, ich sag mal so, die Schnauze voll   haben von   von von diesen permanenten Hysterien und   so weiter und so weiter.   Herr Martin, danke für die Perspektive   und auch für die Wucht, mit der Sie das   einbringen.

 

  Ja, Herrn Martin und Angela Kraut würde   ich mir in der nächsten   Presseclubsendung wünschen. Eine   AfD-Wählerin und möglicherweise ein   CDU-Wähler. Das wäre eine wirklich   spannende Konstellation. Was Herr Martin   meiner Ansicht nach nicht versteht, ist   folgendes. Friedrich März hat vor den   Wahlen zahlreiche Ankündigungen gemacht   zur Stromsteuer, zur Mütterrente, zur   Schuldenbremse und viele weitere   Wahlversprechen.

 

 Doch eingehalten wurden   sie nicht. Gerade die heutige   Generation, vor allem viele junge   Menschen, durchschaut Politik deutlich   besser als frühere Boomergenerationen.   Es geht schlicht darum, nicht belogen   werden zu wollen und schon gar nicht vom   Kanzler. M.