Willkommen zu einer Geschichte, die   Deutschland und die Welt tief bewegt   hat. Eine Geschichte von Mut,   Leidenschaft und einem Schweigen, das   lauter sprach als tausend Worte. Es sind   Wochen vergangen, seit die Welt eine   ihrer erfolgreichsten und beliebtesten   Sportlerinnen verloren hat. Laura   Dalmeier, zweifache Olympiasiegerin,   siebenmalige Weltmeisterin in Biathlon   und furchtlose Bergsteigerin, war erst   31 Jahre alt, als ihre letzte Expedition   am Leila Peak in Pakistan tragisch   endete. Doch diese Geschichte handelt   nicht nur von einem tragischen Verlust,   sie handelt von einer Mutter, die eine   Woche lang schwieg, während die ganze   Welt auf ihre Worte wartete. Es ist die   Geschichte von Susi Dalmeier und dem   Moment, als sie endlich das Schweigen   brach, am 28. Juli 2025. einem   schicksalhaften Montag veränderte sich   alles. Laura und ihre erfahrene   Seilpartnerin Marina Kraus befanden sich   auf dem Abstieg vom Laila Peak, einem   der technisch anspruchsvollsten Gipfel   des Caracorumgebirges. Die Bedingungen

 

  schienen günstig, die Route vertraut,   doch die Berge folgen ihren eigenen   unberechenbaren Gesetzen. In etwa 5700 m   Höhe, kurz nach Mittag durchbrach ein   plötzlicher heftiger Steinschlag ihre   Route. Marina sah hilflos zu, wie ein   großer Felsen Laura direkt am Kopf traf   und sie regungslos zu Boden stürzte.

 

 In   diesem Moment verstummte eine der   inspirierendsten Stimmen des deutschen   Sports für immer. Marina setzte sofort   einen Notruf über ihr Satellitentelefon   ab. Doch die abgelegene Lage im   Houchtal, fernab jeder Zivilisation,   machte eine sofortige Rettung unmöglich.   Die nächste Straße war Tagesmärche   entfernt, kein Basislager in der Nähe.

 

  Marina versuchte stundenlang zu Laura zu   gelangen, doch anhaltender Steinschlag   und das gefährliche Gelände machten   jeden Rettungsversuch unmöglich. Erst am   nächsten Morgen erreichte ein   Militärhubschrauber die Unfallstelle. Es   war bereits zu spät. Ihr plötzlicher Tod   erschütterte die globale Sport- und   Bergsteigergemeinschaft zutiefst.

 

 In den   Stunden nach der Bestätigung ihres Todes   am 30. Juli strömten Beileitsbekundungen   aus aller Welt ein. Das internationale   olympische Komitee ehrte sie als   geschichtes schreibende Athletin. Der   internationale Biathlonverband würdigte   sie als eine der größten Athletinnen,   die jemals den Biathlonsport geprägt   haben.

 

 Ehemalige Teamkolleginnen teilten   Erinnerungen an Frau, die trotz allen   Erfolgs bescheiden geblieben war.   Bergsteigerlegenden aus aller Welt   sprachen von einer Alpinistin, die mit   Respekt und Demut an die Berge   herangegangen war. Fans pilgerten zu   Biathlon Arenen und legten Blumen   nieder.   In Garmischpatenkirchen, ihre   Heimatstadt, wurden die Flaggen auf   Halbmast gesetzt.

 

 Die Zugspitzbahn   stellte ihre Fahrt für eine   Schweigemineute ein. Der deutsche   Olympische Sportbund veröffentlichte   eine bewegende Erklärung, in der sie als   eine Frau mit Herz, Weitblick und   Integrität gewürdigt wurde.   Bundespräsident Frank Walter Steinmeier   persönlich kondolierte und erinnerte   daran, wie er hier einst das silberne   Lorbeerblatt, die höchste Auszeichnung   des deutschen Sports, überreicht hatte.

 

  Die Medien berichteten rund um die Uhr.   Sportalisten teilten Anekdoten aus ihrer   aktiven Zeit. Dokumentarfilmer kündigten   Gedenkfilme an. Die ganze Welt schien zu   trauern. Die Doch was niemand erwartete,   war das Schweigen, das folgte. Von ihrer   Familie, ihren engsten Freunden, von der   Frau, die sie großgezogen und durch alle   Höhen und Tiefen begleitet hatte.

 

 Von   Susi Dalmeier kam nichts als tiefes,   bedeutungsvolles Schweigen. Eine ganze   Woche lang, in einer Zeit, in der jeder   eine Stellungnahme erwartete, wählte die   Mutter der verstorbenen Olympiasiegerin   bewusst die Stille. Susi Dalmeier war   nie eine Frau des Rampenlichts gewesen.   Obwohl sie selbst eine bemerkenswerte   Sportlerin war, hatte sie sich stets   bewusst im Hintergrund gehalten, um   ihrer Tochter den Raum zu geben, den   diese brauchte.

 

 In Interviews sprach   Laura oft mit stiller Ehrfurcht über   ihre Mutter. erwähnte deren   unerschütterliche Stärke und   beeindruckende sportliche Vergangenheit.   In den frühen 1990er Jahren hatte sich   Susi im Mountain Biking einen Namen   gemacht. Eine Zeit, als dieser Sport   noch in den Kinderschulen steckte und   hauptsächlich von Männern dominiert   wurde.

 

 Gemeinsam mit ihrer Schwester   Regina Stiefel durchbrach sie Barrieren   und gewann nationale sowie   internationale Titel. Die beiden   Schwestern waren Pionierinnen in einer   Sportart, die Mut, Ausdauer und absolute   Hingabe verlangte. Eigenschaften, die   später Laura prägen sollten. Doch Susis   Einfluss auf Laura ging weit über den   Sport hinaus.

 

 Nach ihrem Rückzug aus dem   Wettkampfsport widmete sie sich mit der   gleichen Leidenschaft dem Kunsthandwerk   und wurde eine angesehene   Schmuckdesignerin. Ihre Spezialität   waren filigrane und präzise Arbeiten aus   Steinen und Edelmetallen. Eine Kunst,   die wie der Hochleistungssport absolute   Konzentration, Geduld und perfekte   Technik verlangte.

 

 In ihrem kleinen   Atelier in Garmischpatenkirchen   entstanden Unikate, die weit über die   Region hinausgeschätzt wurden. Kunden   aus ganz Deutschland suchten ihre   Werkstatt auf, angezogen von der   Perfektion ihrer Arbeit und der Ruhe,   die sie ausstrahlte. Diese   Eigenschaften, die Liebe zum Detail, die   Fähigkeit zur Konzentration und die   innere Ruhe gab sie an ihre Tochter   weiter, lange bevor Laura überhaupt   wusste, was ein Biathlongewehr war.

 

 Über   persönliche Angelegenheiten sprach Susi   nie öffentlich. Selbst in Lauras   erfolgreichsten Jahren gab sie keine   Interviews, stellte sich nicht vor   Kameras, suchte nie das Rampenlicht.   “Meine Mutter ist meine Stärke im   Hintergrund”, sagte Laura einmal. “Sie   muss nicht reden. Ihre Anwesenheit   reicht.” Bis zum 4.

 

 August 2000, genau   eine Woche nach dem tödlichen   Steinschlag, der Laura das Leben   kostete, brach Susi Dalmeier endlich ihr   Schweigen. Es war, als hätte sie diese   Woche gebraucht, nicht um zu trauern,   denn das tat sie bereits, sondern um die   richtigen Worte zu finden für etwas, das   eigentlich unbeschreibbar ist, den   Verlust eines Kindes.

 

 An diesem   Sonntagmgen, während Deutschland noch   schlief, erschien eine kurze, aber   zutiefst bewegende Nachricht auf dem   privaten Instagram Account der Familie.   Keine Pressekonferenz, keine   Medieninszenierung, kein großes Drama,   nur eine leise, tief empfundene   Botschaft, unterschrieben mit einem   einzigen, aber kraftvollen Wort: “Mama!”   Die wenigen Zeilen, die Susi schrieb,   trafen Millionen von Menschen ins Herz.

 

  Laura lebte stets am Rand zwischen   Herausforderung und Frieden. Ich gebar   ein Mädchen, das einst Berge besteigen   würde, deren Namen die meisten von uns   kaum auszusprechen waren und nun schläft   sie auf einem von ihnen. Es war das   erste Mal, dass Sui öffentlich über den   Tod ihrer Tochter sprach, aber es sollte   nicht das letzte Mal bleiben.

 

 Ihre Worte   offenbarten nicht nur eine Mutter in   tiefer Trauer, sondern auch eine Frau,   die ihre Tochter vollkommen verstanden   hatte. Laura Dahlmeiers Geschichte   begann nicht in den Hallen des Ruhms   oder auf Olympischen Podien. Sie begann   in der erhabenen Stille der bayerischen   Alten, im Schatten der majestätischen   Zugspitze in der Petoresken Stadt   Garmischpatenkirchen, wo sie am 22.

 

  August 1993 das Licht der Welt   erblickte. Ihre Kindheit war anders als   die der meisten Kinder ihrer Generation.   Während andere vor Fernseher oder   Computerspielen saßen, war Laura draußen   in der Natur geprägt von Schneestürmen,   die durch die Täl fegten kristallklarer   Bergluft, die ihre Lungen füllte und der   unerbittlichen, aber fairen Disziplin   der Natur, die keine Kompromisse kannte.

 

  Ihr Vater Andreas Dalmeier war weit mehr   als nur ein Geschäftsmann, der das   örtliche Möbelhaus führte. Er war ein   leidenschaftlicher Alpinist, ein Mann,   der die Berge nicht nur liebte, sondern   auch respektierte und verstand. Seine   wahre Leidenschaft galt den Höhen, den   eisigen Graten und windgepeitschten   Gipfeln, die sich rings um ihre   Heimatstadt erhoben.

 

 Bereits, seit Laura   ihre ersten wackeligen Schritte machte,   nahm Andreas sie mit in diese vertikale   Welt. Während andere Kinder auf   Spielplätzen tollten, schnürte die   kleine Laura ihre ersten Bergstiefel und   stapfte auf Pfaden, die viele erwachsene   Mieden. Mit gerade einmal vier Jahren   hatte sie bereits ihren ersten kleinen   Gipfel erklommen.

 

 Nicht aus Ehrgeiz,   sondern aus purer Neugierde und der   angeborenen Freude an der Bewegung in   der Natur. Andreas lehrte sie nicht nur   das Gehen im Gebirge, sondern die   Sprache der Berge selbst. Er zeigte ihr,   wie man Wetterzeichen las, die subtilen   Veränderungen der Wolkenformationen, das   Verhalten des Windes, die Färbung des   Himmels.

 

 Er brachte ihr bei, sicher über   Schnee und Eis zu gehen, wie man ohne   Angst stürzt und noch wichtiger, wie man   wieder aufsteht und weitermacht. Ihre   Mutter Susi vermittelte ihr eine andere   Art der Stärke, die stille Kraft der   Geduld, des Durchhaltevermögens und der   inneren Ruhe. Mit 7 Jahren begann Lauras   Wettkampfkarriere im Alpinen Skifahren.

 

  Doch mit 9 Jahren fand sie ihre wahre   Berufung, den Biathlon. Sie nannte ihn   die perfekte Balance zwischen Chaos und   Kontrolle. Eine Beschreibung, die ihr   ganzes Leben prägen sollte. Der   Durchbruch kam 2011 beim Europäischen   Olympischen Winterjugendfestival,   wo sie Gold in allen drei Rennen gewann.   Plötzlich war sie nicht mehr nur ein   Bergmädchen aus Bayern.

 

 Sie wurde zu   Deutschlands größter Sporthoffnung. Bei   den olympischen Winterspielen 2018 in   Pong Chang schrieb Laura Geschichte:   “Sie wurde die erste Frau, die sowohl   Sprint als auch Verfolgung bei denselben   Spielen gewann. Drei Medaillen, zwei   davon Gold, machten sie zur   Biathlonkönigin. Doch die, die Laura   wirklich kannten, bemerkten etwas.

 

 Sie   genoss den Ruhm nicht wie andere   Champions. Selbst auf dem Podium wirkte   sie konzentriert, fast abwesend, als   würde sie bereits an das nächste   Abenteuer denken. Am 17. Im Mai 2019   schockierte Laura die Sportwelt mit   ihrem Rücktritt. Sie war erst 25 Jahre   alt. In ihrer Abschiedserklärung sprach   sie nicht über Trophäen oder Rekorde,   sondern über fehlende Leidenschaft.

 

 Ihre   Mutter war nicht überrascht. Du warst   Bergsteigerin. Bevor du Champion warst,   erinnerte Susi sie daran. Nach ihrem   Rücktritt verschwand Laura nicht. Sie   stieg einfach höher. Sie tauschte das   Gewehr gegen das Seil, die Startnummer   gegen den Klettergurt.   2019 stellte sie einen Streckenrekord   beim Carvendel auf auf.

 

 Sie bestieg den   Dammerwand im Iran, meisterte die   legendäre American Direct Rut am Pity   Drew und durchstieg den gesamten   Peuterigrad zu Montblon. 2023   qualifizierte sie sich zur staatlich   geprüften Berg- und Skiführerin.   2024 bestieg sie den Amadablam in Nepal   nicht einmal, sondern zweimal in drei   Tagen und stellte dabei einen   Geschwindigkeitsrekord für Frauen auf.

 

  Ende Juni 2025 reiste Laura nach   Pakistan. Ihr Ziel: Derila Peak, ein 6   69 m hoher Gipfel von ikonischer fast   symmetrischer Schönheit. Am 8. Juli   gelang ihr die Besteigung des Great   Trango Tower, eine Leistung für die   andere ein ganzes Leben trainieren. Doch   am 28. Juli während des Abstiegs vom   Leila Peak traf sie das Schicksal.

 

 Ein   plötzlicher heftiger Steinschlag   durchbrach ihre Route. Marina Kraus,   ihre Seilpartnerin, sah hilflos zu, wie   Laura von einem großen Felsen am Kopf   getroffen wurde und regungslos liegen   blieb. Die Rettungsbemühungen waren   vergeblich. Laura hatte lange vor dieser   Tour eine schriftliche Verfügung   hinterlassen.

 

 Niemand sollte sein Leben   riskieren, um ihren Körper zu bergen.   Sie hatte ihren Frieden mit den Bergen   geschlossen. Am 30. Juli wurde ihr Tod   offiziell bestätigt. Die Nachricht   erschütterte Deutschland und die Welt,   doch ihre Familie schwieg bis zum 4.   August. Susi Dalmeers zweite Nachricht   war länger und noch bewegend.

 

 Es war   Lauras ausdrücklicher, schriftlich   hinterlegter Wunsch, dass niemand sein   Leben riskieren sollte, um sie zu   bergen. Sie sagte immer: “Ich will   zurückkommen, aber wenn nicht, dann   lasst mich dort, wo ich mich zuletzt   frei fühlte. Wir ehren diesen Wunsch.”   Susi sprach nicht von einer Legende,   sondern von ihrer Tochter, einem   Mädchen, das als Kleinkind in   Skiestiefeln auf Küchenschränke   kletterte, einem Teenager, das bei   Krankheit nicht weinte, weil es nicht   starten konnte, sondern weil es sein   Team im Stich gelassen hatte. Einer   Frau, die selbst in ihren   erfolgreichsten Jahren nach Hause kam,   um ihrer Mutter beim Polieren von   Schmuck zu helfen. “Leb wohl,   wunderbarer Mensch”, schrieb zu sie   weiter. Laura hat das Leben vieler   Menschen bereichert mit ihrer warmen,   direkten Art. Sie hat uns gezeigt, dass   es sich lohnt für seine Träume   einzustehen und immer sich selbst treu   zu bleiben. In den folgenden Tagen   begannen Fans und Bergsteiger ihre   eigenen Abschiede zu teilen. Manche   legten Blumen in der Biathlon Arena

  nieder, andere stapelten Gedenksteine   auf Bergwegen in ganz Europa. Ihr Vater   Andreas schloss sein Möbelgeschäft für   eine Woche, nur ein Schild an der Tür   zum Gedenken an unsere Tochter. Sie ist   dort, wo sie hingehört. Und genau dort,   in diesen Höhen, ruh sie nun, eine Frau,   die dem Ruhm den Rücken kehrte und die   Freiheit der Berge wählte.

 

 Das Schweigen   ihrer Mutter war nicht Gleichgültigkeit.   Es war die Zeit, die eine Mutter   brauchte, um Worte für das   Unaussprechliche zu finden. Laura   Dalmeier wird nicht nur als   Olympiasiegerin in Erinnerung bleiben,   sondern als jemand, der zeigte, dass   wahre Größe darin liegt, seinen eigenen   Weg zu gehen, auch wenn er in die Gefahr   führt.