Burt Lancaster war eine Erscheinung, die das goldene Zeitalter Hollywoods wie kaum eine andere prägte. Mit seinem athletischen Körperbau, den er sich in seinen frühen Jahren als Zirkus-Akrobat erarbeitet hatte, und einer Leinwandpräsenz, die von roher Intensität bis hin zu feiner Melancholie reichte, brannte er sich in das Gedächtnis der Kinobesucher ein. Filme wie “The Killers”, “Elmer Gantry” – für den er den Oscar als bester Hauptdarsteller gewann – und “Der Leopard” machten ihn unsterblich. Doch hinter der Fassade des unbesiegbaren Actionhelden und charismatischen Charakterdarstellers verbarg sich ein komplexer Mensch, dessen Leben von gesundheitlichen Rückschlägen und familiären Tragödien gezeichnet war.
Lancasters Weg zum Ruhm war alles andere als geradlinig. Geboren in den ärmlichen Verhältnissen von East Harlem, entkam er einer drohenden kriminellen Karriere nur durch seine Liebe zum Sport und zur Literatur. Sein Temperament war legendär und oft gefürchtet; Kollegen berichteten von Wutausbrüchen und sogar körperlichen Auseinandersetzungen am Set. Doch abseits der Kameras engagierte er sich leidenschaftlich für Bürgerrechte und war einer der wenigen Hollywood-Stars, die 1963 am Marsch auf Washington teilnahmen. Sein Privatleben war ebenso turbulent wie seine Karriere. Trotz einer langjährigen Ehe mit Norma Anderson, mit der er fünf Kinder hatte, hielten sich hartnäckig Gerüchte über Affären und seine Bisexualität, die ihn zeitweise in tiefe Depressionen stürzten.

Das wohl tragischste Kapitel seiner Lebensgeschichte ist jedoch die gesundheitliche Belastung, die sich wie ein roter Faden durch seine Familie zog. Jahrzehntelanges Kettenrauchen forderte schließlich seinen Tribut. Ab 1983 musste sich Lancaster mehreren Bypass-Operationen unterziehen. Im September 1990 erlitt er einen schweren Schlaganfall, der ihn teilweise lähmte und seine Karriere abrupt beendete. Die letzten vier Jahre seines Lebens verbrachte die einst so vitale Ikone pflegebedürftig und weitgehend isoliert von der Außenwelt. Am 20. Oktober 1994 starb Burt Lancaster im Alter von 80 Jahren an einem Herzinfarkt. Sein Wunsch nach einem bescheidenen Abschied ohne öffentliche Trauerfeier spiegelte seine Sehnsucht nach Frieden nach einem Leben im grellen Scheinwerferlicht wider.
Doch das Schicksal der Familie Lancaster endete nicht mit Burts Tod. Sein Sohn, William Henry “Bill” Lancaster, erbte nicht nur das kreative Talent seines Vaters, sondern auch dessen gesundheitliche Anfälligkeit. Bill, der als Kind an Polio erkrankt war und ein Leben lang mit einer Gehbehinderung kämpfte, schuf sich als Drehbuchautor eine eigene Identität in Hollywood. Sein bekanntestes Werk, das Skript zu John Carpenters Horror-Klassiker “The Thing”, gilt bis heute als Meisterleistung der klaustrophobischen Erzählkunst. Trotz seines beruflichen Erfolgs und eines erfüllten Familienlebens mit Kippi Kovacs wurde auch er viel zu früh aus dem Leben gerissen. Nur drei Jahre nach seinem Vater, im Jahr 1997, verstarb Bill Lancaster im Alter von nur 49 Jahren – ebenfalls an einem Herzinfarkt.

Die Geschichte der Lancasters ist eine von triumphalem Erfolg und bitterem Verlust. Im Tod fand die Familie schließlich eine stille Zusammenführung. Die Asche von Bill Lancaster wurde neben der seines Vaters im Westwood Village Memorial Park Cemetery in Los Angeles beigesetzt. Im Jahr 2017 schloss sich der Kreis der Tragödie, als auch Bills Tochter Keigh im Alter von 51 Jahren verstarb und ihre sterblichen Überreste im selben Grab ihre letzte Ruhe fanden. Drei Generationen einer außergewöhnlichen Familie sind nun an einem Ort vereint. Burt Lancasters Vermächtnis lebt in seinen Filmen weiter, doch die Geschichte seines Sohnes und die tragischen Umstände ihres Todes erinnern uns daran, dass auch hinter den glanzvollsten Hollywood-Legenden oft ein zutiefst menschliches und schmerzvolles Schicksal steht.
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