den Mut auszuwandern, sollte man sich darüber klaren sein, dass man mehr arbeiten muss, dass man auf jeden Fall den Hindern aus dem Sofa rauskriegen muss und wirklich was machen. Vielleicht sollte man auch ein paar mal vorher da gewesen sein, vielleicht auch. Mit 68 Jahren bricht Connie Reimann sein Schweigen.
Nicht über seine Fernsehkarriere, nicht über seine Millionen oder sein Paradies auf Hawai. Nein, der Mann mit dem Cowboy Hut und dem unerschütterlichen Lächeln spricht zum ersten Mal über etwas, das er fast fünf Jahrzehntelang tief in sich vergraben hatte. Ein Geheimnis so dunkel und verstörend, dass es jeden Menschen hätte zerbrechen können.
Ein Trauma, das den kleinen Jungen aus Hamburg-Harburg beinahe zerstört hätte, bevor er zu dem Mann werden konnte, den ganz Deutschland heute kennt und liebt. Doch was Connie Reimann in seiner Autobiographie einfach machen Preis gibt, ist mehr als nur eine Beichte. Es ist der Beweis dafür, dass selbst aus der tiefsten Hölle ein Mensch auferstehen kann.
Es ist eine Geschichte, die unter die Haut geht und zeigt, welche unvorstellbare Kraft in jedem von uns schlummert. Hamburg Haburg, Ende der 1950er Jahre. In einer Wellblechbaracke, die kaum den Namen zu Hause verdient hat, wächst ein kleiner Junge auf, der noch nicht ahnt, dass er einmal Millionen von Menschen inspirieren wird.
Konrad Reimann, geboren am 10. September 1955, kommt als Kind einer 16-jährigen Mutter zur Welt. Armut prägt diese frühen Jahre wie ein eiserner Schatten. Doch Armut ist nicht das Schlimmste, was diesem Kind wiederfahren wird. Das wahre Grauen hat einen Namen Uw. Der Mann, den der kleine Connie jahrelang für seinen Vater hält, ist in Wahrheit der Stiefvater, der das Leben der ganzen Familie zur Hölle machen wird.
Ein ehemaliger Seemann mit einer Vorliebe für den Alkohol und einer Neigung zur Gewalt, die jede Beschreibung sprengt. Uwe ist kein Vater, er ist ein Monster und dieses Monster lebt unter demselben Dach wie drei wehrlose Kinder. Die Erinnerungen, die Connie Reimann nach über 40 Jahren Preis gibt, sind von einer Brutalität, die schwer zu ertragen ist.
Das Verprügeln war bei uns an der Tagesordnung, schreibt er in seiner Autobiografie. Worte, die wie Hammerschläge in die Stille fallen. Durch ihn kam ich als kleines Kind schon mit roher Gewalt in Berührung. Was dann folgt, ist eine Schilderung, die selbst hart gesottene Leser erschüttert. Connie ist vier Jahre alt, als er auf seinem Bett steht und hilflos zusehen muss, wie sein Stiefvater den kleinen Bruder packt, ihn kopfüber an den Füßen in die Luft hält und mit einem Gürtel auf das wehrlose Kind einprügelt. Ein Bild, das sich für immer in die Seele des kleinen Connie brennt. Ja, Leute, das waren grausige Zeiten, sind seine Worte heute, fast sieben Jahrzehnte später. Doch das ist nur der Anfang einer Kindheit, die wie ein Albtraum wirkt, aus dem es kein Erwachen gibt. Der Alltag in der Familie Reimann folgt einem grausamen Ritual. Die drei Kinder müssen sich in einer Reihe aufstellen, damit Stiefvater Uwe sie nacheinander verprügeln kann mit dem Gürtel auf die nackten Hintern. Systematisch kalt berechnend. Diese Gewalt fand so oft statt, ich kann mich
erinnern, dass die Schläge irgendwann gar nicht mehr weh taten, erzählt Connie heute. Eine Aussage, die mehr über das Ausmaß der Misshandlungen verrät als 1000 Details. Der kleine Junge entwickelt eine Überlebensstrategie. Er schaltet ab, lässt alles über sich ergehen, wird zu seinem eigenen Schutzschild.
Doch manchmal reicht auch das nicht. Einmal schlug er mir seine Faust so brutal ins Gesicht, dass sogar Blut an die Wand spritzte. Ein Satz, der die ganze Grausamkeit dieser Kindheit in wenigen Worten zusammenfa. Das Blut an der Wand wird zum Symbol für eine Jugend, die keine war. Wo ist die Mutter in all dem Horror? Diese Frage stellt sich jeder, der Conys Geschichte hört.
Die Antwort ist so tragisch wie die Gewalt selbst. Seine Mutter, damals noch ein Teenager, lässt ihren Mann gewähren. Connie vermutet heute, dass sie selbst geschlagen wurde, auch wenn er das nie direkt mitbekommen hat. Eine junge Frau gefangen in einem System aus Angst und Abhängigkeit unfähig ihre eigenen Kinder zu schützen.
Das macht die Situation für den kleinen Connie noch auswegloser. Er ist nicht nur den Launen eines gewalttätigen Mannes ausgeliefert, sondern auch der Hilflosigkeit einer Mutter, die selbst ums Überleben kämpft. Jahre vergehen in diesem Klima der Angst, Jahre, in denen ein Kind lernt, dass Gewalt normal ist, dass Schmerz zum Leben gehört, dass niemand kommen wird, um ihn zu retten. Bis zu seinem 15.
Lebensjahr glaubt Connie, dass dieser Monstermann sein leiblicher Vater ist. Eine Lüge, die das Trauma noch verstärkt. Ja, das Jahr 1972 wird zum Wendepunkt in Conys Leben, auch wenn er das damals noch nicht ahnen kann. Mit 17 Jahren beginnt er eine Ausbildung zum Schiffsmaschinenbauer und zieht von zu Hause aus.
Zum ersten Mal in seinem Leben ist er frei von der ständigen Bedrohung durch Stiefvater Uwe. Doch die wahre Befreiung kommt auf eine andere Weise. Connie hat mit dem Karate angefangen, hat gelernt, seinen Körper zu kontrollieren und sich zu verteidigen. Als Uwe ihn das nächste Mal schlagen will, passiert das Unerwartete. “Wenn du mich jetzt schlägst, dann schlage ich zurück”, sagt der 17-jährige Connie zu seinem Peiniger.
Einfache Worte, die eine Revolution bedeuten. Das alles hat ihn aber anscheinend so beeindruckt, dass er tatsächlich nicht zuschlug. In diesem Moment bricht die Macht des Tyrannen. Ein misshandeltes Kind hat gelernt, sich zu wehren und zeigt seinem Peiniger die Grenzen auf. Es ist der Moment, in dem aus dem Opfer ein Überlebender wird.
Zur gleichen Zeit erfährt Connie die Wahrheit über seine Abstammung. Uwe ist nicht sein Vater. Sein leiblicher Vater heißt Paul. Und als die beiden sich treffen, beginnt ein neues Kapitel. Ich bin sehr froh, dass Paul dann doch noch recht lange eine Rolle in meinem Leben gespielt hat, erinnert sich Connie heute.
Sein echter Vater wird später stolz darauf sein, dass sein Sohn es zu Ruhm und Erfolg bringt. Für Connie ist es die späte Bestätigung, dass er mehr ist als das misshandelte Kind aus Hamburg Habburg. Er ist der Sohn eines Mannes, der ihn niemals geschlagen hätte. Doch der Weg zur Heilung ist noch weit.
Die Narben der Kindheit lassen sich nicht einfach wegwischen. Natürlich hat diese Kindheit etwas mit mir gemacht, gibt Connie heute zu. Und die Empathie für andere, das sich öffnen, dieses normale Sozialverhalten, das man bei familiären Bindungen mitbekommt, war bei mir sehr reduziert.
Ende der 1970er Jahre lernt Connie eine junge Frau kennen, die sein Leben für immer verändern wird. Manuela ist das genaue Gegenteil von allem, was er aus seiner Kindheit kennt. Warmherzigkeit statt Kälte, Verständnis statt Gewalt, Liebe statt Angst. In ihrer Beziehung lernt Connie langsam, was normale menschliche Nähe bedeutet.
Manu wird nicht nur seine Ehefrau, sondern auch seine Heilerin. Mit ihrer Hilfe beginnt er, die Mauern niederzureißen, die er als Kind um sein Herz gebaut hat. Ihre Liebe ist wie ein warmer Regen nach einer endlosen Dürre. 2003 heiraten sie und gemeinsam schmieden sie Pläne für ein neues Leben. Weit weg von Hamburg, weit weg von den Schatten der Vergangenheit.
Die Auswanderung nach Amerika ist für Connie mehr als nur ein Neuanfang. Es ist eine Flucht vor den Geistern seiner Kindheit und der Aufbruch in eine Zukunft. die er selbst gestalten kann. 2004 setzen Connie und Manu alles auf eine Karte und wandern mit den Kindern nach Gainsville Texas aus.
Was als Kamerateam von RTL Extra beginnt, entwickelt sich zu einer der erfolgreichsten Auswanderergeschichten im deutschen Fernsehen. Gut bei Deutschland macht die Reimanns zu Deutschlands bekannteste Auswandererfamilie. Doch hinter dem Erfolg und den Millionen, die sie durch ihre TV-Auftritte verdienen, arbeitet Connie unermüdlich an sich selbst.
Jeder Hammerschlag, jeder Nagel, den er ins Holz treibt, ist auch ein Schlag gegen seine Vergangenheit. Mit seinen eigenen Händen baut er nicht nur Connie Island am Mosslake auf, sondern auch ein neues Selbstbild. Aus dem misshandelten Kind wird ein erfolgreicher Unternehmer. Aus dem stummen Opfer wird ein Mann, der Millionen inspiriert.
Der Cowboyhut wird zu seinem Markenzeichen, aber dahinter verbirgt sich noch immer der verletzte Junge, der lernen muss wieder zu vertrauen. 2015 folgt der nächste große Schritt. Die Reimanns verkaufen ihr texanisches Paradies und ziehen nach Hawaii. Auf Oahu entsteht Connie Island 3, ein noch größeres und schöneres Projekt.
Doch der wahre Erfolg liegt nicht in den Millionen, die Sie verdienen oder in der Berühmtheit, die sie erlangen. Der wahre Erfolg liegt in der Heilung einer zerstörten Seele. Connie spricht heute offen über die Auswirkungen seiner Kindheit. Erst jetzt, bei meinen Enkelkindern würde ich sagen, ist dieses Einfühlungsvermögen ganz zurückgekommen.
Es hat mehr als 40 Jahre gedauert. Aber der kleine Junge, der einst lernen mußte, seine Gefühle abzuschalten, um zu überleben, hat wieder gelernt zu fühlen. Die Enkelkinder werden zu seinen größten Lehrern in Sachen Liebe und Vertrauen. In ihren unschuldigen Augen sieht er das, was ihm als Kind genommen wurde.
Bedingungslose Zuneigung ohne Angst. Mit 68 Jahren fasst Connie Reimann den Mut, seine Geschichte zu erzählen. Die Autobiografie einfach machen ist mehr als nur ein Buch. Es ist ein Zeugnis des Überlebens, ein Beweis dafür, dass selbst die dunkelsten Kapitel eines Lebens nicht das Ende der Geschichte schreiben müssen.
Es hat aber weit mehr als 40 Jahre gedauert, gibt Connie zu, als er über seine Heilung spricht. 40 Jahre, in denen er lernen musste, dass nicht alle Männer schlagen, dass nicht alle Berührungen weh tun, dass Liebe nicht automatisch mit Schmerz verbunden ist. Seine Offenheit wird zu einem Geschenk an alle, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Er zeigt, dass es möglich ist, aus dem Schatten der Gewalt herauszutreten und ein erfülltes Leben zu führen. Der Cowboy aus Hamburg-Hurg wird zum Hoffnungsträger für Millionen. Heute, wenn Connie Ryman auf seiner Terrasse in Hawaii sitzt und den Pazifik betrachtet, sieht er nicht nur endlose Weite, er sieht auch den Weg, den er zurückgelegt hat.
von der Wellblechbaracke zu einem der schönsten Flecken der Erde, von einem misshandelten Kind zu einem liebenden Großvater, von einem stummen Opfer zu einem Mann, der Millionen inspiriert. Seine Geschichte ist die ultimative Antwort auf alle, die glauben, ihre Vergangenheit würde ihre Zukunft bestimmen. Sie ist der Beweis dafür, dass jeder Mensch das Recht und die Kraft hat, sein Leben zu ändern.

Einfach machen ist nicht nur der Titel seines Buches, es ist sein Lebensmotto geworden. Nicht nachdenken, nicht zaudern, einfach machen, den ersten Schritt gehen, auch wenn der Weg noch im Dunkeln liegt. Connie Ryann hat bewiesen, dass selbst aus den tiefsten Abgründen Licht entstehen kann. Seine Geschichte wird noch lange nachhallen, lange, nachdem die Kameras abgeschaltet sind.
Sie wird Mut machen, Hoffnung geben und zeigen, dass das Wort unmöglich nicht existiert, wenn ein Mensch wirklich entschlossen ist, sein Leben zu ändern. Der kleine Junge aus Hamburg Hburg hat es geschafft. Er hat nicht nur überlebt, er hat gesiegt.
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