die Grundschule verlassen und immer noch   nicht lesen und schreiben können   und viel zu dick sind und sich nicht   bewegen können und keinen guten Zugang   zu ihrem Körper haben und sozial mit   anderen nicht zurecht kommt. Das muss   doch eine ganze Nation wachrütteln.   Müssten sie doch alle sagen, das geht   hier keinen Zentimeter und keinen Tag so   weiter.

 

  Deutschlandweit ähm verlassen   mittlerweile über 60.000 1000 Schüler,   die Schulen ohne Abschluss. Jeder dritte   Schüler in Frankfurt wird in einer   Containerschule unterrichtet, in denen   es zum Teil so aussieht wie auf diesen   Bildern hier. Darf ich noch eine Frage   zum Essen stellen?   Ja.   Wie ist es mit dem Essen?   Ähm ja, das Schulessen ist auch ein ganz   großes Thema bei uns.

 

 Äh genau, das ist   das ist ähm das sollte Hühnchenfleisch   sein.   Dieses Video soll wachrütteln. Unser   Bildungssystem steckt fest und wir   sparen ausgerechnet dort, wo es am   meisten weh tut, bei unseren Kindern.   Die Folgen sind erschreckend. Ich   beleuchte dieses Problem aus zwei   Perspektiven. Aus dem Mainstream anhand   einer Landsendung und aus der Sicht   eines Hirnforschers, Professor Gerald   Hüter.

 

 Ein Mensch, der Kinder wirklich   versteht, weil er nie vergessen hat, wie   es war, selbst eines zu sein. Genau   diese Erinnerung fehlt uns Erwachsenen   viel zu oft. Würden wir sie zurückholen,   würden wir unsere Kinder besser sehen   und vor allem besser schützen.   Das System ist eigentlich nicht   reformierbar.   Mm.

 

 Weil und zwar deshalb nicht so sehr   wegen der Schule, sondern weil es äh ein   politisches Instrument ist.   Und jeder Bildungsminister, der da was   ändern wollte in der Schule, muss sich   fragen, ob das, was er da anstrebt, auch   von den Wählern, also den Eltern und den   Großeltern und den anderen älteren   Leuten im Land, ob das auch äh   befürwortet wird.

 

 Und wenn da einer auf   die Idee kommt und sagt, also wir   brauchen jetzt dieses auswendig in der   Schule nicht mehr, dann dauert das drei   Tage, da ist dann eine Kampagne   mobilisiert und dann kommen die Leute   auf die Straße und sagen, der will   unseren der will unsere Kinder   verblöten, weil die sollen jetzt nichts   mehr lernen.

 

  Mhm.   Die verstehen ja gar nicht solche   Unterschiede zwischen lernen und Denken.   Das ist ja alles sehr   fragwürdig. Mhm.   Und deshalb äh kann man an denen vorbei   nichts machen. Und deshalb habe ich dann   für mich entschieden und den Entschluss   gefasst, dass es eher darum geht,   Menschen zu stärken, dass die bei sich   bleiben, dass sie auf sich selbst hören   und dass sie sich deshalb nicht mehr   verführen lassen.

 

 Und das was uns   wirklich passieren wird, jetzt mache ich   es ernst, ist, dass wir feststellen   werden, dass wir eine ganze Generation   von jungen Menschen, das schaffen sie   nämlich auch die aus Weisenbach alle   hin, die Kinder und Jugendlichen in ein   Bildungssystem gepackt haben, indem die   ihre Lebensdüchtigkeit verlieren.

 

 M   wo wir ihnen immer noch versuchen, das   beizubringen, wovon wir glauben, dass   das wichtig sei, wov wo wir aber doch   jetzt uns lange genug auch schon darüber   unterhalten haben, dass das vollkommen   ist, weil das die digitalen Geräte viel   besser können. Wissen speichern braucht   man sein Hirn nicht mehr zu benutzen.

 

 So   und das was Kinder wirklich bräuchten   wäre ein völlig anderes   Bildungssystem. Mir geht das Wort gar   nicht richtig über die Lippen, weil ich   dann sofort daran denken muss, dass die   meisten, die uns zuhören, den Begriff   Bildung auch schon wieder mit Schule   verbinden.   Also, wir müssten Kindern helfen, sich   alles anzueignen, was sie brauchen,   damit sie nicht auf diese Verführungen   hereinfallen, die ihnen von diesen   künstlichen Intelligenzen angeboten   werden.

 

 So, und das könnte man auch in   Weisenbach.   Und was wir aber befürchten müssen, ist,   dass wir im eine ganze Generation von   jungen Menschen großziehen, die sich in   der Welt und mit sich selbst nicht mehr   zurecht finden. Da habe ich richtig   Angst.   Also merke ich doch jetzt, es gibt so   viele Eltern, die können kein Kinderlied   messingen, haben aber schon Kinder.

 

  Gerald Hüter spricht einen Punkt an, der   mich sofort an eine Landsendung erinnert   hat. Dort berichtete eine Lehrerin, dass   es inzwischen Kinder gibt, die   eingeschult werden, ohne jemals zuvor   einen Stift in der Hand gehalten zu   haben. Sie sagen, ich erleb Kinder, die   fassen zum ersten Mal mal einen Stift   an.

 

  Ja, auch das ist   Pinsel und und werden sozusagen kreativ.   Mhm. Das ist auch ein Fakt. Ich mache ja   des öfteren auch Hausbesuche und wenn   ich in Wohnung komme und wüsste nicht,   dass dort Kinder leben, würde ich es   auch nicht vermuten, weil so die   klassische Wohnung, wie man so sich   vorstellt mit Kinderspielzeug,   Mahlzeug, der Durcheinander auch, das   sieht man dort nicht und das ist den   Familien aber teilweise gar nicht   bewusst.

 

 Die meinen es auch nicht böse,   die wollen ja auch alles Beste für ihre   Kinder, aber es ist ihnen nicht bewusst   häufig, was ein Kind für eine gute   Entwicklung auch im frühkindlichen   Bereich einfach braucht.   Ist es zutreffend, dass von aktuell 459   Kindern an ihrer Schule 447   Migrationshintergrund haben? 97%.   Mhm.   Der Trend zeigt jedoch, dass dies längst   nicht mehr nur einzelne Fälle betrifft.

 

  Immer mehr auch deutsche Familien   geraten in diese Situation. Eltern haben   kaum noch Zeit für ihre Kinder, weil sie   im Job feststecken und wenn der   Feierabend kommt, sind sie   verständlicherweise erschöpft. die die   wissen auch mit mit so vielen ganz   banalen Dingen nicht umzugehen. Wenn der   im in der Küche der Abfluss verstopft   ist, dann kriegen die eine Panik, dann   gucken sie in ihre digitalen Geräte,   aber die digitalen Geräte werden den   Abfluss nicht wieder frei machen und   wenn dann keine Hilfe kommt bis schnell   genug, dann   geht die Welt unter das ist alles   furchtbar und da ist eine das nen ich   Lebensuntüchtigkeit und die ist   gefährlich, weil solche Menschen sind   dann natürlich von jedem, der ihnen da   Hilfe anbietet abhängig, können ja   nichts, kommen mit dem realen Leben   nicht zurecht. Recht so wie die   Bundesrepublik, die sich abhängig   gemacht hat vom russischem Öl.   Ohne das Öl geht’s auf einmal nicht.   Mehr bricht uns die ganze Wirtschaft   zusammen.   Das muss man sich doch aber vorher   überlegen. Und wenn wir jetzt unsere   eigenen Kinder in diesem Land in eine   Situation bringen, wo die nicht mehr in

 

  der Lage sind, ihr Leben selbständig zu   gestalten, jedenfalls in der großen   Überzeit. Und wenn die die Schulen die   Grundschule verlassen und immer noch   nicht lesen und schreiben können.   Er hat vollkommen recht. Und das   Traurige daran ist, es bleibt nicht bei   der Grundschule. Kinder, die dort   bereits den Anschluss verlieren, holen   ihn im weiteren Schulverlauf oft nicht   mehr auf und stehen am Ende ohne   Abschluss da.

 

 Deutschlandweit ähm   verlassen mittlerweile über 60.000   Schüler die Schulen ohne Abschluss. Das   sind 10 Jahres hoch. Die Abbrecherquote   in den letzten 10 Jahren gestiegen von   5,5 auf fast 8%. Ich hatte hier im für   die Sendung immer so die Zahl 50.000 im   Kopf. Mittlerweile sind wir bei über   60.000. Das heißt, wie viele   Bildungsverlierer produzieren wir da   eigentlich und was bedeutet das für eine   Gesellschaft?   Also, wir in der Grundschule sehen sehr   wohl, dass auch wir immer mehr Kinder   haben, die die Grundschule ohne   Abschluss verlassen und erfahrungsgemäß   fangen die sich auch nicht mehr. Also,   das ist uns wohl bewusst. Die gehen   müssen ja eine weiterführende Schule,   aber uns ist schon bewusst, dass diese   Kinder dort auch keinen Abschluss machen   werden.   Wir können die Defizite im Prinzip gar   nicht mehr aufholen. Das was in der   frühkindlichen Bildung oder auch in der   Grundschule eben in den Familien oder   bei dem Schüler schief läuft in   Anführungsstrichen kann man kaum noch   aufholen. Und ähm ansonsten kann man nur

 

  sagen, also wir beklagen uns über   Fachkräftemangel, aber jeder, der diesen   Fachkräftemangel bemängelt, der kennt   anscheinend unser Schulsystem nicht,   denn dann müsste man nämlich dort   ansetzen und schon im im Kindergarten   eigentlich eine angemessene Förderung   für jedes Kind gewährleisten.   Mhm.

 

 Und das sind Lehrer, die dort   sitzen und tagtäglich unsere Zukunft   unterrichten, die Zukunft Deutschlands.   Wenn das so weitergeht, sehe ich   schwarz. Gerade im Bereich Kinder häufen   sich die Probleme Übergewicht, fehlendes   soziales Miteinander,   Orientierungslosigkeit,   Dinge, die durch Instagram, TikTok und   z.B.

 

 Videospiele immer weiter verstärkt   werden. Und genau wie Gerald Hüter frage   ich mich, wann wachen wir endlich auf?   Wenn die die Schulen die Grundschule   verlassen und immer noch nicht lesen und   schreiben können   und viel zu dick sind und sich nicht   bewegen können und keinen guten Zugang   zu ihrem Körper haben und sozial mit   anderen nicht zurecht kommt, das muss   doch eine ganze Nation wachrütteln.

 

  Müssten sie doch alle sagen, das geht   hier keinen Zentimeter und keinen Tag so   weiter. Da muss jetzt sofort ein   Notprogramm her und zwar nicht in Form   von Geld, sondern in Form einer anderen   Haltung. Die andere Haltung heißt, wir   können nicht länger die Augen davor   verschließen, dass man Kinder nicht   erziehen kann.

 

 Man kann sie einladen,   ermutigen und inspirieren, sich das, was   wir für wichtig halten, anzueignen.   Man kann ihnen viele Möglichkeiten   geben, sich einzubringen und teilzaben   an dem, was uns wichtig ist. Aber wenn   man Kinder einladen möchte, dann muss   man sie mögen. Das kann kein   Dienstleister.   Mm.   So.

 

 Und dann heißt es, wir müssten   fragen, ob die, die wir mit unseren   Kindern zusammenbringen und die die dann   bilden sollen in den Kindergärten oder   Kindertageseinrichtung bezeichnetweise   ist das ja schon noch der tollste Name.   Mhm.   Und in den anderen Bildungseinrichten,   ob die überhaupt ihre Klienten, ihre   Kinder mögen.

 

 Auf irgende Art und Weise   müssten sie mögen, weil sonst kannst du   keinen einladen.   Und jetzt sind wir im Kreis, weil du   kannst nur jemanden mögen, wenn du dich   selber magst.   Richtig. Und ich habe so viele Kollegen   in der Schule gehabt. Ich hab die   größten Respekt vor den Kollegen,   die wirklich in der Pause super nett   gewesen sind und auch im Lehrerzimmer   super nett gewesen sind.

 

 Und sobald sie   vor der Klasse gestanden haben, ich habe   teilweise wirklich schockierend daneben   gesessen, sind sie zur Feldwebeln   mutiert und haben ihre unverarbeiteten   Konflikte, ihre Traumate eins zu eins   auf die Kinder da draußen projiziert.   Und ich finde so das, du sagst ja oft zu   diese ideale Autonomie bei Kindern, das   klingt für mich aber so ein bisschen wie   so ein Kalenderspruch, weil die Realität   da draußen, das ist ja so eine ganz   andere, ich war ja Selbstlehrer, du hast   ja 200 Schülerinteraktionen pro Tag. Die   Schule hat nichts anderes neh der   Sozialisationsfunktion, auch diese   Aufbewahrungsfunktion, damit die Eltern   da draußen in diesem abgefuckten System   irgendwie ihr Leben auf die Kette   bekommen und irgendwie funktionieren   können. Ja, also da war halt auch nicht   viel mit Autonomie in bestimmten   Klassen, sondern ich war einfach nur   froh die Stunde irgendwie zu überleben   bei 28 Schülern, 30 Schülern zum Teil,   ne? Also ist auch so eine romantische   Vorstellung, dass die Schule das fixen   kann, was die Eltern irgendwie draußen   verkackt haben, ne?   Ja, aber das das wir sind immer so   schnell bei der Beschreibung der   Zustände. Ich nenne das immer   Phänomenologie. Das das sind wir richtig   toll. Was man so sehen kann, können wir   alles gut beschreiben. Wir müssten ja

 

  herausfinden, wie wir die   Veränderungsprozesse in Gang setzen   könnten, die wir brauchen, damit sich   die Bedingungen verändern. Und wenn du   jetzt aus diesem Schulbetrieb kommst,   dann heißt doch die entscheidende Frage,   wenn du dann tatsächlich dieses   Lehrerstudium überstanden hast, dann   gibt’s anschließend etwas, das heißt   Referendariat.

 

  Und da wird jeder, der später mal Lehrer   werden will, systematisch gebrochen.   Ja, wird wirst du   so und zwar zu und zu und zu einem   Menschen gemacht, der im Grunde genommen   sich nicht mehr zutraut, selbst vor der   Klasse zu stehen und die zu   unterrichten.   der nur noch darauf achtet, dass er   nichts mehr falsch macht, der Angst hat,   das sind keine traumatisierten Worte, so   wie du die irgendwas von irgendwoher   mitbringen, sondern wir erzeugen   sozusagen in unserem Ausbildungssystem   für diejenigen, die dann später die   Kinder ins Leben begleiten sollen,   erzeugen wir Menschen, die unglücklich   sein müssen, die verwickelt sein müssen   und die lassen wir dann auf die Kinder   los.   Und genau hier liegt der springende   Punkt. Wir bilden immer mehr Lehrer aus,   von denen viele unglücklich sind und   diesen Beruf am liebsten wieder aufgeben   würden. In meiner Kindheit bzw.   Schulzeit hat Unterricht verlässlich   stattgefunden. Heute sieht das in   einigen deutschen Bundesländern ganz   anders aus.   Wie viele Lehrer fehlen in den   Sachsenanhalt?

 

  Momentan laufen in etwa 1000 bis 1500   Stellenausschreibungen.   Ähm   1500,   ja, gleichzeitig. Wir wir suchen also   Hände ringend und die Quote der ERA, die   wir jetzt als Quer und Seiteneinsteiger   dazu bekommen, ist relativ hoch. Das   heißt, wir werben gar nicht erfolgreich   um Pädagogen, weil es viel zu wenig auf   dem Markt gibt, sondern arbeiten eben   schon sehr viel mit Leuten, die gar   keine pädagogische Ausbildung genossen   haben.

 

 B,   sie sagen bei uns fällt der Unterricht   einfach aus,   ja,   und zwar so, dass es nicht mehr   hinnehmbar ist, dass sie mittlerweile   Protest Märsche, nenne ich das jetzt   mal, oder Kundgebungen organisieren.   Ja, unsere Elternschaft ist tatsächlich   besorgt um ihre Kinder und äh und kämpft   für diese, will auch   welche Dimension hat das? Ich habe das   vorhin zitiert,   also wir haben tatsächlich jetzt schon   drei Bildungsmärche auch durch unsere   Kreisstadt erlebt.

 

 Da haben bis zu 4 500   Menschen Teilgenommen. Das heißt, da   laufen Eltern mit Schüler, aber auch äh   Aber warum? Weil der Unterricht so   häufig ausfällt oder was ist das?   Weil tatsächlich so viel   Unterrichtsausfall ist, dass die Eltern   daran Zweifel haben, dass die Kinder äh   am Ende noch ordentliche Abschlüsse   erwirken.

 

 Ihre   Ihre Kinder, wie wie oft gehen die nicht   zur Schule? Also sie können davon   ausgehen, dass wenn ich zusammenrechne   einen Tag in der Woche ausfällt. Das ist   der normale Durchschnitt. Wahnsinn.   Und wie viele Stunden?   Und dabei habe ich noch nicht   einkalkuliert, dass auch Unterricht in   anderen Form stattfindet oder   tatsächlich einfach nur zwei Klassen in   die Mensa gehen und dort betreut werden,   s dass sie dort selbst sich um   Hausaufgaben kümmern.

 

 Das ist dann schon   auch noch Teil von Schule und   Unterricht. Du bringst dein Kind zur   Schule und am Ende hängt es mit   Mitschülern in der Mensa herum. Das gilt   dann bereits als Schultag. Na,   herzlichen Glückwunsch. Da frage ich   mich ernsthaft, warum bietet Deutschland   eigentlich kein Homeschooling oder sogar   Freilernen an? Nur mal so als Frage.

 

  Und jetzt hast du recht. in früheren   Zeiten, als noch der Nationalsozialismus   geherrscht hat oder das der Kaiser oder   wer auch immer, da ist es doch total   okay, wenn das solche willenlosen   Objekte aus der Schule kommen,   die alles machen, was man ihnen sagt.   Aber wir sind im 21. Jahrhundert   angekommen.

 

 Jetzt muss das weg, ne? Und   die meisten Eltern und auch offenbar   sehr viele Bildungsverantwortliche sind   mit dem, was sie unter Bildung   verstehen, immer noch im folg unterwegs.   Ich bringe die immer gerne   durcheinander, weil das einfach nur   beschreiben hilft ja nicht. Man muss   irgendwas machen, damit die mit sich   selbst in einen Konflikt kommen.

 

  Jetzt habe ich was Schönes gefunden.   Jetzt frage ich immer, sagen Sie mal,   also irgend so ein Kultesbeauftragten   oder ein Lehrer oder auch Eltern, sagen   Sie mal, was finden Sie denn eigentlich   wichtiger? ist es wichtiger, die Freude   am Lernen zu bewahren oder die Freude am   Denken. Mm.   Und dann haben wir uns vorher schon   verständigt, äh dass es doch eigentlich   darauf ankommt, dass die wenigstens   gerne lernen. Mm.

 

 Und jetzt bringe ich   sie mit so einem Satz total   durcheinander,   weil es könnte sein, dass die Freude am   Lernen dadurch bedingt ist, dass sie   damit erfolgreich sich innerhalb ihrer   gleichrigen Klassenstufe durchsetzen   können.   Und das deshalb viele, die man in der   Schule fragt, vor allen Dingen dann,   wenn sie gut sind als Schüler, sagen ich   natürlich habe ich Freude am Lernen.

 

  Macht so ein Spaß und der Unterricht von   von Herrn sowieso und Frau sowieso ist   ganz großartig.   Das sind welche, die haben Freude am   Lernen, aber haben die auch Freude am   Denken? Mm.   Das sind ja die, die die Freude am   Lernen haben und deshalb die guten   Zensuren haben, weil sie ab Tour 1,0 und   drunter gemacht haben.

 

 Die schicken wir   zum Studium. M   Lerner, begeisterte Lerner. Wir   bräuchten aber begeisterte Denker.   Und da ist die Frage, ob einer der   wirklich, das ist ja angeboren, das wenn   man als Kind sich immer wieder fragt,   wie das alles zusammenhängt mit der Welt   und wie das alles ineinander greift und   und immer wieder sich neue Fragen   stellt, das kann man ja gar nicht   machen, wenn man so viel lernen soll.

 

 Da   wird man ja, dann muss man schon zum   Musikunterricht mit drei und mit dann   muss man zum Tornen und dann muss man   noch zum Nachhilfeunterricht und die   ersten Fremdsprachen auch schon. Man   ist, wir beschäftigen die Kinder so   sehr, dass die nicht mehr zum Denken   kommen   und vergessen es wieder komplett.

 

 Der   Bullimie lernen, neun von zehn Sachen   haben wieder lernen. Das ist wirklich   dieses Freude am Denken, das ist was   völlig anderes. Freude am Denken, da   weiß auch gar keiner, wie man das dem   Kind beibringen soll.   Wie   wie soll ich dem Kind beibringen, dass   es Freude am Denken haben soll?   Das ist Freude am Lernen haben könnte,   das kann ich noch bewerkstelligen, indem   ich ihm Belohnungen dafür gebe oder dass   es viel Anerkennung findet, dass es dann   auf eine höhere Schulform gehen kann   oder studieren kann. Das kann alles die   Freude am Lernen beflügeln. Aber die   Freude am Denken   ist ja umgekehrt. Wenn je mehr ich   lernen will und mit je mehr ich gerne   lernen will, desto weniger habe ich ja   Zeit zum Denken.   Mm.   Ich müsste ja das Gelernte mal nehmen   und müsste mich fragen, was soll denn   das eigentlich alles?   Mm. Da musst du doch denken.   Und jetzt merkst du, wo wir gelandet   sind. Das ist nämlich genau diese Art   der Freude am Lernen. Geht am Ende   dorthin, wo die Maschinen sind. Die   können auch so wunderbar lernen, indem   man sie mit lauter Sätzen füttert.

 

  Das ist aber nicht das, was wir   brauchen. Die Maschinen können nicht   denken.   Mhm.   Also die digitalen Automaten.   Und deshalb wäre es doch ganz wichtig,   dass wir in unseren Schulen, wenn wir   über Bildung reden, müssten wir uns   fragen, wie schaffen wir es Kinder so zu   begleiten, dass die ihre Freude am   Denken nicht verlieren, sondern dass die   dass die immer größer wird. Mm.

 

  Sehe ich keinen Ansatzpunkt in der   ganzen Gesellschaft nicht.   So. Und dann heißt die Frage, ja, da bin   ich froh, dass du mal Lehrer warst. Wo   hast du das in deinem ganzen   Lehrerstudium jemals gelernt, wie man   ein Kind so begleitet, dass es unbedingt   Mathe lernen will,   dass es unbedingt auf seinem Platz   sitzen möchte und nichts verpassen   möchte von dem, was da gerade an   bedeutsam an der Tafel vorgeführt wird.

 

  Wo hast du das gelernt, wie man das   macht? Hast du das irgendwo gelernt? Hat   da überhaupt einer drüber geredet? Nee,   überhaupt nicht. Genau diese   Begeisterung, Neugier und das ständige   Fragen gehen bei Kindern leider immer   mehr verloren. Vor allem sobald sie in   die Schule kommen. Und wenn sie schon   dort sind, sollten sie wenigstens in   einer schönen wertschätzenden   Lernumgebung sitzen.

 

 Doch selbst das ist   im besten Deutschland aller Zeiten oft   nicht der Fall. Also fast jeder dritte   Schüler in Frankfurt wird in einer   Containerschule unterrichtet, in denen   es zum Teil so aussieht wie auf diesen   Bildern hier, weil sie schon sehr lange   da stehen. Manche, so berichtet sie seit   15 Jahren und auch ihre eigenen Kinder   sind jetzt glaube ich im achten Jahr in   einer reinen Containerschule.

 

 Wie kann   ja das ist eine reine Containerschule.   Wie warm wird’s da drin im Sommer?   Es morgens um 11 Uhr. Das war 2024°   gewesen.   Da kann ja dann gut stattfinden.   [gelächter]   Nee, der Unterricht fällt dann aus.   Äh und im Winter funktionieren häufig   die Heizungen nicht, weil das ja auch so   ein Provisorium überall ist.

 

 Da fallen   dann in einzelnen Klassen Zimmern auch   die Heizung aus. Das heißt, die Kinder   und Lehrer sitzen, also auch gerade die   Lehrer sitzen dann dort eben auch in   Schalmütze Handschuhe und so sind dann   der Unterrichtsstatt.   Im Ernst?   Ja. Über Wochen hinweg.   Ganz kurz, weil wir das hier gerade   sehen, das ist ein Gymnasium in der   Stadt von Göte. Ja.

 

  Ja,   gut.   Das ist aber nicht das einzige   Gymnasium, was so aussieht oder die   einzige Schule.   Wir haben auch keine Tourenhallen. Also,   was auch fehlt, das sind Sportstädten.   Das heißt, die Kinder werden mit Bussen   in verschiedene Stadtteile gefahren   und vor 90 Minuten rein im   Sportunterricht finden dann rund 35 noch   statt.

 

  Ja,   dann kann man es auch sein lassen.   Da kann man es auch sein lassen.   Irgendwo hat er recht. Ich meine,   Frankfurt gehört heute längst nicht mehr   zu den sichersten Städten Deutschlands   und ich würde mein Kind diesem Wahnsinn   nicht aussetzen. Während in der Ukraine   unsere Steuergelder verteilt werden,   müssen unsere Kinder hier in Deutschland   in Containerschulen unterrichtet werden.

 

  Wenn ich diese Videos nicht machen   würde, würde mir glaube ich niemals   jemand glauben, welche Zustände wir   inzwischen erreicht haben. Und es wird   noch besser.   Das ist richtig. Das ist das achte Jahr,   dass diese Schule so steht. Vor   anderthalb Jahren sollte das Gebäude   eigentlich schon fertig sein und man   wird immer weiter vertröstet.

 

 Gibt noch   andere Bilder, die aus Hessen glaube   ich. Vielleicht können wir da noch mal   was zuspielen aus der Regie, um mal zu   verstehen, äh was das eigentlich ist.   Das heißt, diese baulichen Mängel, die   äh wie was ist das hier?   Ja, die IGS Süd.   Ähm, die Schule wurde, das ist Ostern   gewesen, wurden zwei komplette   Stockwerke abgestützt, weil sie   einsturzgefährdet ist, äh weil die   Decken das Gewicht der Schülerin nicht   mehr oder Schüler nicht mehr ertragen   konnten.

 

 Und im Sommer wurde die Schule   jetzt komplett geschlossen.   Es ist noch ein Bild aus der Coronazeit,   wo sich die Kinder die Hände waschen   mussten draußen, weil es nicht genügend   Waschbecken gibt. Und diese Anlage wurde   von Eltern, Lehrern und einem   Vereinsring, glaube ich, mit aufgebaut   in Eigen das ist draußen und die Kinder   mus genau auch mit kaltem Wasser draußen   die Hände waschen.

 

 Darf ich noch eine   Frage zum Essen stellen?   Ja,   wie ist es mit dem Essen? Ähm ja, das   Schulessen ist auch ein ganz großes   Thema bei uns. Äh genau, das ist das ist   ähm das sollte Hühnchenfleisch sein,   eine Frikadelle.   Okay.   Ja, die waren nicht ganz durch, wobei   auch mittlerweile angezweifelt wird, ob   es überhaupt Hühnchen sein soll oder   Hühnchen ist.

 

 Ähm ja, also es gibt in   Frankfurt mehrere Cater zwei große und   äh das Schulessen lässt extrem zu   wünschen. Was was ist das hier? Äh, das   ich glaube das ist Kuskuss. Ich bin mir   aber auch nicht sicher, weil vieles   einfach nur als Pampe oder Brei auf den   Tisch kam. Das war auch ein großes   Projekt der Stadtelternbeirats.

 

 Ähm,   weil wir es als Eltern immer nur gehört   haben, wir haben uns damit auch gar   nicht weiter beschäftigt. Es ging immer   nur darum, das Essen schmeckt nicht, das   Essen ist nicht, es reicht nicht von der   Portion. Man nimmt es als Eltern zwar   wahr, aber man kann sich sowas gar nicht   vorstellen.   Mir fehlen langsam die Worte.

 

 Ich möchte   dieser Dame nicht zu nahe treten. Ich   kann gut verstehen, wie schwierig es   ist. Mama zu sein und gleichzeitig   Karriere zu machen. Dennoch zeigt mir   dieses Beispiel deutlich: Wir müssen   Kinder ernst nehmen und sie in allen   Lebenslagen schützen. Zu Hause würde sie   ihren eigenen Kindern so etwas niemals   zu essen geben.

 

 Aber warum glaubt sie   dann, dass die Schule sich genauso gut   um das Essen ihrer Kinder kümmern kann,   wie sie selbst als Mutter? Wir waren   alle schockiert und es wusste wirklich   kein Elternteil in Frankfurt, wie das   Essen aussieht, weil man eben, man geht   davon aus, die Kinder werden gut   versorgt, man bezahlt ja auch dafür und   ähm es ist gar nicht in der Vorstellung,   dass sowas überhaupt auf den Tisch   kommt.

 

 Zumindest war es das nicht bei   uns. Ja, und der Cader bekommt knapp 10   € brutto für jede Portion.   Okay, lohnt sich   10 € für das. Ja,   so wie ich sie alle hier einschätze und   jetzt auch verstanden habe, würde ich   immer sagen, sie würden trotzdem sagen   Schwamm drüber, aber vielleicht war das   auch der Schwam, den wir da gerade   gesehen haben, über dieses [gelächter]   über dieses Essen,   wenn der Rest funktionieren würde.

 

  Und meine Frage zum Abschluss wäre   sozusagen, vielleicht fangen Sie an,   Frau Mächtle,   wenn man sich jetzt anschaut, wie die   Entwicklung gerade ist, die   Bundesregierung sagt, wir haben das   jetzt im Griff mit Zuwanderung und so   weiter, ich höre sie sie runzeln schon   die Stirn. Ich höre Landräte,   Bürgermeister, jüngst den aus   Schwäbischm glaube ich, der sagt, ich   habe immer noch äh jede zweite, dritte   Woche einfach dann ein völlig neues und   sprachfremdes Kind dann bei mir in der   Schule sitzen und jedes Mal fangen wir   wieder von vorne an. Und das Ergebnis   sind genau diese Studien, die jetzt   dieser Tage auch wieder veröffentlicht   wurde, nämlich, dass es immer weiter   nach unten geht und dass wir wirklich   Bildungsverlierer produzieren. Was   bräuchten wir? Bräuchten wir wirklich   mal Stopp, komplett Stopp Reset Knopf   drücken, um die Kinder, die da sind,   jetzt endlich mal vernünftig in das   System zu integrieren oder können wir es   uns leisten, immer noch weiter Menschen   oben drauf dazu zuukriegen?   Und hier beißt sich die Katze in den   Schwanz. Herr Lanz, ich beende mein   Video mit den Anfangsworten von Herrn

 

  Hüter. Das System ist nicht   reformierbar.   Das System ist eigentlich nicht   reformierbar,   weil und zwar deshalb nicht so sehr   wegen der Schule, sondern weil es äh ein   politisches Instrument ist.   Unsere Kinder sind die Zukunft und das   wertvollste, was wir haben. Doch wenn   ich solche Landsendungen sehe, verliere   ich oft die Hoffnung.

 

 Dann entdecke ich   aber alternative Medien wie den Kanal   Meet Your Mentor von Simo mit so   großartigen Interviewpartnern und meine   Hoffnung steigt wieder. Schade nur, daß   Herr Lanz Herrn Hüter wahrscheinlich   bewußt nicht einlädt. Für mich wäre   Gerald Hüter bei Landz wirklich   revolutionär.