In den staubigen Straßen von Inglewood, Kalifornien, stand jahrelang ein Haus, das auf den ersten Blick wie jedes andere wirkte. Es war bescheiden, unauffällig und weit entfernt von dem Glanz und Glamour, den man normalerweise mit Hollywood-Superstars verbindet. Doch dieses Haus barg ein Geheimnis. Hinter den verschlossenen Türen und den dunklen Fenstern schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Es war das Haus von Dan Blocker, dem Mann, den die Welt als den liebenswerten Riesen „Hoss Cartwright“ aus der Kultserie Bonanza kannte und liebte. Nach seinem schockierenden und viel zu frühen Tod im Jahr 1972 wurde diese Immobilie zu mehr als nur einem Gebäude aus Stein und Holz – sie wurde zu einem stummen Zeugen eines unvollendeten Lebens und einer Tragödie, die die Fernsehwelt für immer veränderte.

Der sanfte Riese aus Texas
Bevor Dan Blocker zu einer Ikone des amerikanischen Fernsehens wurde, war er einfach nur ein Junge aus Texas, der versuchte, seinen Weg in einer harten Welt zu finden. Geboren am 10. Dezember 1928 in De Kalb, Texas, war sein Start ins Leben alles andere als gewöhnlich. Schon bei seiner Geburt wog er unglaubliche 14 Pfund (ca. 6,3 kg) – ein Vorzeichen für die physische Präsenz, die ihn später berühmt machen sollte. Doch Dan war mehr als nur seine Körpergröße. Aufgewachsen während der Großen Depression, lernte er früh den Wert harter Arbeit und Demut kennen. Sein Vater, ein kleiner Ladenbesitzer, kämpfte ums Überleben, und diese bescheidenen Wurzeln sollten Dan sein Leben lang prägen.
Trotz seiner imposanten Statur, die ihn oft einschüchternd wirken ließ, besaß Dan ein Herz aus Gold. Er war kein Schlägertyp, sondern ein Denker. Nach einer erfolgreichen Zeit als Footballspieler an der Sul Ross State Teachers College und einem heldenhaften Einsatz im Koreakrieg, wo er das Purple Heart für Verwundungen im Kampf erhielt, strebte er zunächst eine Karriere als Lehrer an. Er unterrichtete Englisch und Schauspiel, zufrieden mit einem ruhigen Leben abseits des Rampenlichts. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Finanzielle Nöte trieben ihn schließlich nach Los Angeles, nicht um Ruhm zu suchen, sondern um seine wachsende Familie zu ernähren.
Der Aufstieg zum Weltruhm und das Haus in Inglewood
Hollywood wusste zunächst nicht, wie es mit einem Mann von Dans Statur umgehen sollte. Mit fast zwei Metern Größe und rund 135 Kilogramm war er für die meisten Rollen zu massiv. Doch genau diese Einzigartigkeit wurde sein Ticket zum Erfolg. Nach einigen kleineren Rollen in diversen Western wurde er 1959 für die Rolle seines Lebens gecastet: Eric „Hoss“ Cartwright in Bonanza.
Die Serie wurde zu einem globalen Phänomen und Dan Blocker zu einem der bekanntesten Gesichter der Welt. Mit dem Erfolg kam der Wohlstand. Er investierte klug, gründete die erfolgreiche „Bonanza Steakhouse“-Kette und baute ein Immobilienportfolio auf, das ihn zum Multimillionär machte. Doch im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen verlor er nie die Bodenhaftung. Während er für seine Familie eine prächtige Villa im exklusiven Hancock Park kaufte, erwarb er auch das besagte Haus in Inglewood.
Dieses Haus in Inglewood war keine Luxusresidenz. Es war ein rein funktionaler Ort, strategisch günstig in der Nähe der Filmstudios und des Flughafens gelegen. Für Dan, der zwischen den hektischen Dreharbeiten und seinem Privatleben pendelte, war es ein notwendiger Rückzugsort. Hier konnte er in Ruhe Drehbücher lesen, sich zwischen Szenen ausruhen und dem Wahnsinn des Ruhms für einige Stunden entfliehen. Es war ein Ort der Arbeit, der Konzentration und der Stille – eine Stille, die nach seinem Tod eine unheimliche Qualität annehmen sollte.

Die Flucht in die Schweiz und das Ende
Je größer der Ruhm wurde, desto mehr sehnte sich Dan nach Normalität für seine Frau Dolphia und ihre vier Kinder. Die politischen Spannungen in den USA der späten 60er und frühen 70er Jahre bereiteten ihm Sorgen. Um seine Familie zu schützen und ihnen ein ruhiges Aufwachsen zu ermöglichen, traf er 1970 eine radikale Entscheidung: Er zog mit seiner Familie nach Lugano in die Schweiz.
Für Dan bedeutete dies ein Leben im Pendelverkehr. Er flog regelmäßig zwischen Europa und Los Angeles hin und her, um für Bonanza vor der Kamera zu stehen. In diesen Zeiten wurde das Haus in Inglewood noch wichtiger. Es war sein Anker in Kalifornien, wenn seine Familie tausende Kilometer entfernt war. Es war das Haus, in das er zurückkehrte, wenn er erschöpft vom Flugzeug stieg.
Doch im Frühjahr 1972 nahm das Schicksal eine grausame Wendung. Dan litt unter Gallensteinen und entschied sich für eine Routineoperation im Daniel Freeman Hospital in Inglewood, nur wenige Meilen von seinem dortigen Haus entfernt. Die Operation verlief zunächst gut, doch am 13. Mai 1972 geschah das Unfassbare: Während er sich erholte, erlitt Dan eine Lungenembolie. Der Mann, der für Millionen von Zuschauern unsterblich schien, war plötzlich tot. Er wurde nur 43 Jahre alt.
Ein Haus im Dornröschenschlaf
Die Nachricht von seinem Tod schockierte die Welt. Bonanza-Co-Stars wie Michael Landon und Lorne Greene waren am Boden zerstört. Die Serie selbst erholte sich nie von diesem Verlust und wurde kurz darauf eingestellt. Doch während die Welt trauerte, geschah in Inglewood etwas Seltsames.
Das Haus, in dem Dan so viele Stunden verbracht hatte, wurde einfach zurückgelassen. Seine Familie, tief in Trauer und in der Schweiz lebend, hatte keinen Grund und keine Kraft, an diesen Ort zurückzukehren, der so stark mit Dans Arbeit und seinen letzten Tagen verbunden war. Die Türen wurden verschlossen, die Lichter gelöscht. Im Inneren blieb alles so, wie Dan es verlassen hatte. Drehbücher lagen noch auf den Tischen, Möbel standen unberührt an ihrem Platz. Es war, als wartete das Haus auf die Rückkehr seines Besitzers, der nie wiederkommen würde.
Jahrelang stand das Haus leer. Nachbarn berichteten von einer fast gespenstischen Stille, die das Anwesen umgab. Es verfiel nicht im klassischen Sinne, aber es war emotional verwaist. Es wurde zu einer Zeitkapsel der frühen 70er Jahre, eingefroren im Moment von Dans Tod. Während die Villa in Hancock Park später verkauft wurde (unter anderem an den Musiker Rob Zombie), blieb das Haus in Inglewood ein stilles Mahnmal.

Das Vermächtnis
Warum wurde das Haus nicht sofort verkauft? Vielleicht war der Schmerz zu groß, um sich damit zu befassen. Vielleicht war es einfach nicht die Priorität einer Familie, die versuchte, ihr Leben ohne ihren Vater und Ehemann neu zu ordnen. Das Haus in Inglewood symbolisiert heute mehr als nur Immobilienwert. Es steht für die Opfer, die Dan Blocker brachte – die langen Trennungen von seiner Familie, die harte Arbeit bis zur Erschöpfung, alles für das Wohl derer, die er liebte.
Dan Blocker hinterließ ein Vermögen, das heute auf umgerechnet etwa 25 Millionen Dollar geschätzt wird. Doch sein wahres Erbe liegt nicht im Geld oder in den Immobilien. Es liegt in der Erinnerung an einen Mann, der trotz gigantischem Erfolg immer er selbst blieb. Ein Mann, der Lehrer war, Soldat, Schauspieler und Vater.
Das Haus in Inglewood mag heute von außen unscheinbar wirken, und sein Marktwert ist durch die Immobilienpreise in Kalifornien sicherlich enorm gestiegen. Doch für diejenigen, die die Geschichte kennen, ist es ein Ort der Melancholie. Es erinnert uns daran, wie schnell das Leben vorbei sein kann und dass selbst die größten Stars am Ende Menschen sind, die Lücken hinterlassen, die kein Reichtum der Welt füllen kann. Dan Blocker starb nicht in einer glamourösen Villa, sondern in der Nähe dieses einfachen, funktionalen Hauses – ein letzter Beweis für seine Bodenständigkeit bis zum Schluss.
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