Es gibt Geschichten, die so kraftvoll sind, dass sie noch Jahrzehnte nach ihrem Ende nachhallen. Geschichten von Menschen, die durch die tiefsten Täller der Verzweiflung gingen und dennoch die höchsten Gipfel des Triumphs erklommen. Die Geschichte von Tina Turner ist eine solche Geschichte.
Doch was die Welt jahrzehntelang nicht wusste, was hinter den glitzernden Bühnenkleidern und den Standing Ovations verborgen lag, würde selbst die härtesten Herzen erschüttern. Denn während Millionen sie für ihre Stärke bewunderten, kämpfte sie im Verborgenen einen Kampf, der sie fast das Leben gekostet hätte.
Dies ist die ungefilterte Wahrheit über Tina Turner. Die Geschichte, die sie lange Zeit nicht erzählen konnte, weil die Wunden zu tief waren. Eine Geschichte über Gewalt, Verzweiflung, über Leben und schließlich über eine Liebe, die alles veränderte. Wer warna May Bullock wirklich? Die Frau, die später als Tina Turner die Welt erobern sollte, kam am 26.
November 1939 in Brownsville, Tennessee zur Welt. Doch ihre Kindheit war alles andere als märchenhaft. Schon früh lernte das kleine Mädchen, was es bedeutet, verlassen zu werden. Ihre Eltern Selma Priscilla und Floyd Richard Bullock führten eine turbulente von Gewalt geprägte Beziehung. Als Anna May gerade einmal 11 Jahre alt war, traf ihre Mutter eine Entscheidung, die das Kind für immer prägen sollte.
Sie floh aus der missbrauchenden Ehe und ließ ihre Tochter zurück. Nicht aus Lieblosigkeit, sondern aus purer Verzweiflung und der Unmöglichkeit beide Kinder mitzunehmen. Anna May blieb in der Obhut ihrer strengen religiösen Großmutter zurück, während ihre Mutter nach St. Louis Floh, um ein neues Leben zu beginnen.
Der Vater, der bald wieder heiratete, hatte wenig Zeit für seine Tochter. Das Gefühl, nicht geliebt, nicht gewollt zu sein, frß sich tief in die Seele des Kindes. Später würde Tina in Interviews davon sprechen, wie sehr sie unter diesem Gefühl des Verlassenseins l, der nie ganz verheilte.
Doch inmitten dieser Dunkelheit gab es einen Lichtstrahl, die Musik. In der Spring Hill Baptist Church in Nadbush sang das Mädchen im Kirchenchor. Dort, zwischen den Kirchenbänken und den erhebenden Gospelmelodien, fand sie zum ersten Mal einen Ort, an dem sie sich ausdrücken konnte, an dem ihre Stimme gehört wurde. Diese Stimme, die später Millionen in ihren Band ziehen sollte, wurde in den härtesten Jahren ihrer Kindheit geboren.
Als Zufluchtsort, als Ventil, als Versprechen, dass es irgendwo da draußen etwas Besseres geben musste. Mit 16 Jahren kam Anna May endlich zu ihrer Mutter nach St. Lis. Die Wiedersehensfreude war groß, doch die Namen der Trennung blieben. Sie besuchte die Ca Highchool, wo sie fröhlich und beliebt wirkte, sogar im Cheerleader Team der Basketballmannschaft mitmachte.
Nach ihrem Abschluss an der Sammner Highchool 1958 begann sie als Schwesternhelferin im Barns Jewish Hospital zu arbeiten. Ein anständiger, ehrlicher Job. Doch ihre wahre Leidenschaft galt der Musik und die lokale Rhythm and Blues Szene von St. Louis zog sie magisch an. Bald sollte sie jenem Mann begegnen, der ihr Leben für immer verändern würde.
Zum Guten und zum Schlimmsten. 1965 in einem Nachtclub in St. Louis. Die Luft war dick von Zigarettenrauch, die Musik laut und mitreißend. Auf der Bühne stand Eee Turner mit seiner Band, den Kings of Rhidm. Ie war ein talentierter Musiker, charismatisch, kontrollierend und gefährlich, auch wenn das damals noch niemand ahnte.
An diesem Abend saß einer Ma im Publikum und als sie die Gelegenheit bekam, ans Mikrofon zu treten, ergriff sie sie. Ihre Stimme explodierte durch den Raum wie ein Gewitter. Alk Turner, der schon viele Sängerinnen gehört hatte, war sofort fasziniert. Er lud sie ein, Teil seiner Band zu werden. Die erste weibliche Sängerin der Kings of Rhythm.
May, die davon träumte, der Tristess ihres Alltags zu entkommen, nahm begeistert an. Doch mit dieser Entscheidung betrat sie ein Minenfeld. Al Turner war nicht nur ein Mentor, er wurde schnell ihr Kontrolleur. Er gab ihr einen neuen Namen, Tina Turner. Ein Name, der auf der Bühne funkeln sollte wie ein Diamant, aber für sie selbst zum Symbol einer Identität wurde, die ihr aufgezwungen worden war.
Die Chemie zwischen Eike und Tina auf der Bühne war elektrisierend. Die E und Tina Turner Review wurde schnell zu einer der gefragtesten Life Acts der 60er Jahre. Hits wie A Fool in Love brachten sie in die Charts. Turneen führten sie um die ganze Welt. Sie traten als Vorgruppe der Rolling Stones auf, wurden von Phil Spcter produziert, standen im Zentrum des Rock and Roll Universums.
Doch hinter den Kulissen spielte sich ein Albtraum ab. Ie Turner war ein Mann, der durch Kontrolle und Gewalt regierte. Was als künstlerische Partnerschaft begann, wurde schnell zu einer Gefangenschaft. 1926 heirateten sie eine Hochzeit, die für Tina nicht der Beginn eines glücklichen Lebens bedeutete, sondern die Besiegelung ihres Matyriums.
In ihrer Autobiografie My Love Story enthühlte Tina später, dass Eee sie direkt nach der Trauung zu einer pornografischen Show mitnahm. Sie saß dort, den Tränen nahe, unfähig zu fliehen, während er ihre Reaktion genoss. Es war der Beginn von 16 Jahren systematischer Misshandlung. Körperlich, seelisch, sexuell.
Tina beschrieb, wie Ee ihr heißen Kaffee ins Gesicht schüttete, sodass sie Verbrennungen dritten Grades erlitt, wie er ihre Nase als Sandsack benutzte, so oft, dass sie beim Singen das Blut in ihrer Kehle schmecken konnte, wie er ihr den Kiefer brach. Sie konnte sich kaum noch daran erinnern, wie es war, kein blaues Auge zu haben.
Alk war geschickt darin, sie so zu schlagen, dass es seine Hände nicht verletzte. Schließlich war er Gitarrist. Stattdessen benutzte er eine hölzerne Schuhspange, mit der er sie immer wieder auf den Kopf schlug. Immer auf den Kopf. Warum tat er das? Tina glaubte später zu verstehen. Al hatte erkannt, dass sie sein Ticket zum Erfolg war.
Sie war die Stimme, die Präsenz, die das Publikum liebte. Er musste sie kontrollieren wirtschaftlich und psychologisch, damit sie ihn nie verlassen konnte. Und es funktionierte jahrelang 1968, ein ganz gewöhnlicher Tag. Tina stand vor dem Spiegel in ihrem Hotelzimmer und sah eine Fremde zurückblicken. Eine Frau mit hohlen Augen, blauen Flecken unter der Schminke, einem zerbrochenen Geist.
An diesem Tag hatte sie ihre Belastungsgrenze erreicht. In ihrer Handtasche hatte sie 50 Tabletten Valium, ein Medikament, dass ihr Arzt ihr gegen Schlafprobleme verschrieben hatte. Doch Tina wollte nicht nur schlafen, sie wollte nie wieder aufwachen. Der Auslöser: “Es gab so viele, aber an diesem Tag hatte Eig drei Frauen gleichzeitig im Haus.
Alle hießen N, damit er sich nur einen Namen merken musste. Eine von ihnen war mit seinem Kind schwanger. Die Demütigung, die Scham, die endlose Hoffnungslosigkeit, alles kam zusammen. Kurz vor einem Auftritt schluckte Tina alle 50 Tabletten. Sie wählte den Tod bewusst und entschlossen. Als sie später über diesen Moment sprach, betonte sie immer wieder: “Es war kein Hilfeschrei.
Es war ein echtes Todesurteil, dass sie sich selbst aussprach. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Sie wurde rechtzeitig gefunden, ins Krankenhaus gebracht, ihr Magen ausgepumpt. Als Eike am nächsten Tag an ihrem Krankenbett stand, waren seine ersten Worte nicht etwas Sorge oder Mitgefühl. Er sagte kalt: “Du solltest sterben.
” Und dann forderte er sie auf, sofort wieder zu arbeiten. Für einen Moment hatte Tina gehofft, dass ihr Selbstmordversuch irgendetwas verändern würde, dass Eike endlich verstehen würde, wie verzweifelt sie war. Doch nichts änderte sich. Die Misshandlungen gingen weiter, die Demütigungen wurden schlimmer und dennoch irgendwo in den tiefsten Tiefen ihrer Verzweiflung fand Tina einen Funken Hoffnung.
Jahre später würde sie sagen, dass dieser gescheiterte Selbstmordversuch paradoxerweise ihr Leben rettete. Nicht physisch, das taten die Ärzte, sondern psychisch. Denn als sie aufwachte und merkte, dass sie noch lebte, traf sie eine Entscheidung. Wenn sie schon am Leben war, dann würde sie kämpfen. Sie würde überleben.
Sie würde aus dieser Hölle entkommen. Es dauerte noch 8 Jahre, aber der Same war geseht. Tina begann in die buddhistische Philosophie einzutauchen, fand durch das Schanden eine innere Stärke. Sie begann zu begreifen, dass sie mehr wert war als das Leben, das Eige aufgezwungen hatte. Und langsam, ganz langsam, plante sie ihre Flucht.
1976 während einer Tournee in Dallas. Nach einem weiteren brutalen Angriff von A hatte Tina genug. Mit nichts als 36 Cent in der Tasche und einem Tankstellenausweis flo sie. Sie überquerte eine vierspurige Autobahn, rannte in ein Hotel und bat um Hilfe. Es war der mutigste Schritt ihres Lebens und gleichzeitig der Beginn des härtesten Kampfes.
Die Scheidung zog sich über zwei Jahre hin. Al besteht sogar die Rechtmäßigkeit ihrer Ehe. Tina verlangte nichts. G sie nicht. Kein Geld, keine Immobilien, keine Tantemen. Sie wollte nur eins ihren Künstlernamen behalten. Tina Turner. Der Name, den Eik ihr gegeben hatte, war inzwischen ihre Identität geworden und sie würde ihn benutzen, um sich neu zu erfinden.
Doch die Jahre nach der Trennung waren alles andere als einfach. Tina stand vor dem Nichts. Sie hatte Schulden in Millionenhöhe, keine Plattenverträge, kaum Auftrittsmöglichkeiten. Die Musikindustrie hatte sie als AL Frau gesehen, nicht als eigenständige Künstlerin. Jetzt musste sie beweisen, dass sie alleine stehen konnte.
Sie trat in kleinen Clubs auf, in Casinos, überall, wo man sie haben wollte. Es waren harte Jahre, Jahre voller Selbstzweifel und finanzieller Not, aber Tina gab nicht auf, niemals. Sie arbeitete härter als je zuvor, perfektionierte ihre Show, ihre Stimme, ihre Bühnenpräsenz und langsam, ganz langsam, begann sich das Blatt zu wenden.
Der Durchbruch kam 1948 mit dem Album Private Dancer. Die Single: “What’s Love Got to Do with It wurde ein weltweiter Nummer 1 Hit mit 45 Jahren in einem Alter, in dem die meisten Popstars bereits als zu alt galten, wurde Tina Turner zum Superstar. Das Album verkaufte sich über 20 Millionen Mal, gewann drei Grammys, drei machte sie zur Königin des Rock and Roll.
Ihr Comeback war phänomenal. Beispiellos, legendär. Doch für Tina war es mehr als nur ein kommerzieller Erfolg. Es war die Bestätigung, dass sie richtig gehandelt hatte, dass Flucht keine Schwäche war, sondern Stärke, das Überleben nicht genug war, man konnte auch triumphieren. In den folgenden Jahren häufte sie Erfolg auf Erfolg.
Alben wie Breakver Rule und Foreign Affair festigten ihren Status. Sie fühlte die größten Stadien der Welt, trat von Millionen von Menschen auf, wurde zur Ikone. Ihre Beine waren versichert, ihre Frisur berühmt ihre Energie unerschöpflich. Doch trotz all des Ruhmes blieb eine Narbe, die tiefe Sehnsucht nach echter bedingungsloser Liebe, nach jemandem, der sie nicht kontrollieren wollte, der sie nicht besitzen wollte, der sie einfach liebte, so wie sie war.
1986 Flughafen Düsseldorf. Tina Turner, inzwischen 46 Jahre alt und ein globaler Superstar, kam für eine Tournee nach Deutschland. Emi, ihr europäisches Plattenlabel schickte einen jungen Manager, um sie abzuholen. Sein Name war Erwin Bach. 30 Jahre alt, attraktiv, ruhig, professionell. Als Tina in sein Auto stieg, passierte etwas, dass sie später als Liebe auf den ersten Blick beschreiben würde.
Ihr Herz begann zu rasen, ihre Handflächen schwitzten. Sie dachte bei sich: “Oh mein Gott, das ist es.” Erwin seinerseits erinnerte sich später, dass er überraschend ruhig war. Er machte einfach seinen Job, fuhr sie zum Hotel und erhielt sich mit ihr. Doch auch er spürte eine Verbindung. Es war der Beginn einer Geschichte, die fast vier Jahrzehnte dauern sollte.
Zunächst waren sie nur Freunde. Erwin besuchte Tina in Los Angeles. Sie trafen sich bei Abendessen mit Freunden. Bei einem dieser Abendessen fragte ein Bekannter Tina, warum sie keinen Begleiter mitgebracht habe. Tina antwortete schlagfertig. Niemand hat mich gefragt. Erwin, der am selben Tisch saß, ergriff die Gelegenheit.
Dann frage ich dich jetzt. Sie gingen zusammen in einen Club und am nächsten Tag überraschte Tina ihn mit einem brandneuen schwarzen Mercedes Gwagen. Es war ihre Art zu zeigen, dass sie es ernst meinte. Doch eine Beziehung einzugehen war für Tina alles andere als einfach. Die Wunden, die E hinterlassen hatte, waren tief.
Sie hatte Angst wieder kontrolliert zu werden, Angst wieder verletzt zu werden, Angst, dass sie zu beschädigt war, um wirklich geliebt zu werden. Erwin war geduldig. Er drängte sie nie. Er zeigte ihr durch seine Taten, nicht durch Worte, dass Liebe auch sanft sein konnte, dass ein Mann eine Frau unterstützen konnte, ohne sie zu besitzen.
Nach vier Jahren Beziehung machte Erwin ihr an ihrem 50. Geburtstag einen Heiratsantrag. Tina lehnte ab. Sie erklärte später, dass Heirat für sie Besitz bedeutete. Mein Mann, meine Frau und dass er sie davon genug hatte. Sie wollte frei sein. Erwin akzeptierte ihre Entscheidung ohne Groll.
Sie blieben zusammen ohne den offiziellen Status der Ehe, 27 Jahre lang. Erst 2013, nach fast drei Jahrzehnten gemeinsamer Zeit heirateten sie schließlich. Die Zeremonie fand in ihrem Chateau am Zürichse statt mit 20 Gästen, darunter Oper Winfrey, Brian Adams und David Bowwiy. Tina trug ein grünes Armani Kleid und schritt zu den Klängen von All for Love zum Altar.
Sie war 73 Jahre alt und es war das erste Mal in ihrem Leben, dass sie eine Hochzeit als echte Feier der Liebe erlebte. Doch das Leben hatte noch eine letzte grausame Prüfung für Tina bereit. Im Jahr 2016 wurde bei ihr Niversagen diagnostiziert. Ihre Nieren funktionierten nur noch auf 25%. Sie brauchte dringend eine Transplantation, sonst würde sie sterben. Tina war erschöpft.
Jahrzehntelang hatte sie gekämpft gegen Armut, gegen Missbrauch, gegen die Musikindustrie, gegen ihr eigenes Trauma. Jetzt kämpfte sie gegen ihren eigenen Körper und zum ersten Mal in ihrem Leben dachte sie daran aufzugeben. In ihrer Autobiografie My Love Story beschrieb sie, wie sie ernsthaft über Sterbehilfe nachdachte.
Sie war müde, so unendlich müde. Doch dann kam Erwin in ihr Zimmer und sprach Worte, die sie nie vergessen würde. Er sagte: “Ich will keine andere Frau und kein anderes Leben. Ich will dich und ich werde dir eine meiner Nieren geben.” Tina war schockiert. Sie wehrte sich monatelang gegen dieses Angebot.
Sie wollte nicht, daß Erwin sich für sie opferte. Sie hatte ein ganzes Leben lang gelernt, niemandem zur Last zu fallen. Doch Erwin bestand darauf. Für ihn gab es keine Diskussion. Im April 2017 fand die Transplantation statt. Es war eine komplizierte Operation und Tinas Körper hatte zunächst Schwierigkeiten, die neue Niere zu akzeptieren.

Es gab Rückschläge, mehrere Krankenhausaufenthalte, Momente, in denen es aussah, als könnte sie die Operation doch nicht überleben. Doch langsam mit Erwins Unterstützung und der Kraft ihres eigenen Willens erholte sie sich. In einem Interview sagte sie später: “Erwin hat mir gezeigt, wie man liebt, ohne sich selbst aufzugeben.
Er hat mir mein Leben gerettet, nicht nur durch die Niere, sondern durch seine Liebe. Es war das Gegenteil von allem, was sie mit Eike erlebt hatte. Eike hatte genommen, kontrolliert, zerstört. Erwin gab, unterstützte, heilte. Am 24. Mai 2023 in ihrem Haus in Küßnacht am Zürichsee starb Tina Turner friedlich im Alter von 83 Jahren.
Sie war von Erwin umgeben, dem Mann, der sie mehr geliebt hatte, als sie je für möglich gehalten hatte. Die Nachricht ihres Todes erschütterte die Welt. Präsident Biden, Oper Winfrey, Mick Jagger, Beyonce, Angela Basset. Unzählige Persönlichkeiten würdigten sie als Ikone, als Inspiration, als Überlebende. Doch vielleicht am bewegendsten war die Reaktion der normalen Menschen.
Tausende legten Blumen vor ihrem Haus nieder. Theater in London dimten ihre Lichter. Fans auf der ganzen Welt weinen um eine Frau, die sie zwar nie persönlich gekannt hatten, deren Geschichte sie aber tief berührt hatte. Angela Besset, die Tina in dem Film What’s Love Got to do with It gespielt hatte, sagte, sie hatte den Mut, ihre Geschichte zu erzählen.
Eine Geschichte des Triumphs über das Unglück. Sie wurde zu einem Leuchtfeuer der Hoffnung für kommende Generationen. Und genau das war Tina Turner. Nicht nur eine großartige Sängerin, nicht nur eine Entertainerin. Sie war ein Symbol, ein Symbol dafür, dass man aus der dunkelsten Hölle entkommen kann, dass Missbrauch nicht das Ende ist, dass man mit 45 Jahren neu anfangen kann, dass Heilung möglich ist, dass Liebe existiert, auch wenn man aufgehört hat, daran zu glauben.
Tinas Söhne, Craig und Ronnie starben beide vor ihr. Craig durch Suizid 2018, Ronnie an Krebs 2022. Diese Verluste brachen ihr das Herz. Doch selbst in diesen dunkelsten Momenten fand sie die Kraft weiterzumachen, gestützt von Erwin, der nie von ihrer Seite wich. Nach Tinas Tod zog sich Erwin aus der Öffentlichkeit zurück.
Erst im August 2024 zeigte er sich das erste Mal wieder mit einer neuen Partnerin, einer amerikanischen Witwe, die ebenfalls 2023 ihren Mann verloren hatte. In einem Interview sagte er: “Ich bin dankbar für mein bisheriges Leben und dankbar für die neue Liebe. Jetzt kann ich wieder glücklich sein.” Manche kritisierten ihn dafür, so schnell eine neue Beziehung einzugehen.
Doch wer könnte es ihm verübeln? Erwin hatte fast vier Jahrzehnte an der Seite einer todkranken Frau verbracht, die er über alles liebte. Er hatte ihr seine Niere gegeben. Er hatte sie bis zum letzten Atemzug begleitet. Wenn irgendjemand das Recht hatte, wieder glücklich zu sein, dann er.
Was bleibt von Tina Turner? Ihre Musik natürlich. Zeitlose Hits, die noch Generationen nach eher gespielt werden. Ihre elektrisierende Bühnenpräsenz, die tausende von Aufnahmen festgehalten haben. Ihr Stil, ihre Energie, ihre Ausstrahlung. Doch mehr als das bleibt ihre Geschichte. Eine Geschichte, die zeigt, dass man nicht als Opfer geboren wird, sondern dazu gemacht wird und dass man sich entscheiden kann, etwas anderes zu werden.
Tina Turner wurde als Ann Bolock geboren, ein verlassenes Kind aus Tennessee. Sie wurde zu Tina Turner, der misshandelten Ehefrau eines gewalttätigen Mannes, doch sie weigerte sich dabei stehen zu bleiben. Sie wurde zu Queen of Rock and Roll, zur Überlebenden, zur Inspiration. In ihrem Buch “Happiness Becomes you”, schrieb sie: “Vergeben bedeutet nicht, dass man dass man vergisst oder dass man gut heißt, was passiert ist.
Vergeben bedeutet, dass man loslässt, dass man die Last nicht mehr mit sich herumträgt.” Tina vergab Ik Turner nicht für ihn, sondern für sich selbst. Sie verstand, dass Hass und Groll Gefängnisse sind, die man selbst errichtet und sie hatte genug Zeit in Gefängnissen verbracht. Ihr Vermächtnis ist komplex, vielschichtig, zutiefst menschlich. Sie war nicht perfekt.
Sie machte Fehler. Sie hatte Ängste und Schwächen. Doch sie gab nie auf. Selbst als sie mit 50 Tabletten Valium dem Leben lebee wohl sagen wollte, selbst als ihre Karriere vorbeischien, selbst als ihr Körper versagte, sie kämpfte weiter. Und am Ende gewann sie nicht nur Grammy und Nummer ein Hitz.
Sie gewann ihr Leben zurück. Sie gewann ihre Würde zurück. Sie fand wahre Liebe, sie fand Frieden. Wenn man heute an Tina Turner denkt, sollte man nicht nur an die Künstlerin denken. Man sollte an die Frau denken, die sich weigerte, ein Opfer zu bleiben, die sich weigerte, von ihrer Vergangenheit definiert zu werden, die mit 46 Jahren am Flughafen stand und zum ersten Mal in ihrem Leben echte Liebe spürte, die mit 73 Jahren heiratete und sagte: “Jetzt kann ich tief durchatmen und sagen, alles ist gut.” Die Geschichte von Tina Turner endet nicht mit ihrem Tod. Sie lebt weiter in jedem Menschen, der gegen Missbrauch kämpft. In jeder Frau, die eine toxische Beziehung verlässt. In jedem Menschen, der glaubt, es sei zu spät für einen Neuanfang. Tina Turner bewies, dass es nie zu spät ist, dass man mit 45 Jahren die größte Karriere seiner Generation starten kann, dass man nach 16 Jahren Missbrauch wieder lernen kann zu leben, dass man nach einem gescheiterten Selbstmordversuch das Leben umarmen kann. Ihre Stimme ist

verstummt, doch ihre Botschaft halt weiter. Eine Botschaft von Stärke, von Hoffnung, von der unzerstörbaren Kraft des menschlichen Geistes. Tina Turner war die Queen of Rock and Roll, doch mehr als das war sie eine Überlebende, eine Kämpferin, ein Leuchtfeuer für Millionen von Menschen, die im Dunkeln nach einem Weg suchen.
Und das ist das wahre Vermächtnis dieser außergewöhnlichen Frau. Nicht die Grammys, nicht die goldenen Schaltplatten, nicht die ausverkauften Stadien. Es ist die Hoffnung, die sie gibt, die Hoffnung, dass man aus der Hölle entkommen kann, dass man wieder lächeln kann.
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