Vielleicht werden die Leute auch krank,   weil wir uns in Deutschland gerade krank   diskutieren und die Lösungen nicht   finden. Und ich hätte gerne einen   Kanzler, der Ideen reinbringt, über die   wir gerne reden und dann geht man   vielleicht auch lieber zum Arbeitsplatz,   dann fühlt man sich nicht dauernd von   dieser Dauerkrise in Deutschland äh   agitiert und hat auch ein besseres   Immunsystem.

 

 Ich meine, wir haben fünf   Landtagswahlen in diesem Jahr. Ähm, bei   zweien, die im Osten Deutschland   stattfinden, ist die Wahrscheinlichkeit,   dass da also die AfD auch stärkste   Partei wird, nicht klein. Wenn das denn,   wenn es wenn es dazu käme, dass die   herrlich dieser Klatscher eben. Ich   musste wirklich laut lachen. Es gibt   einfach Themen, da entscheide ich mich   lieber fürs Lachen statt fürs Weinen.

 

  Doch leider starten wir mit einem   ernsten Thema. Auch ich habe   Arbeitskollegen, die bis heute massiv   unter den Folgen leiden, doch eins nach   dem anderen.   Und ich habe selber, also ich mache   Kulturprojekte, ich sehe natürlich, dass   wir da Herausforderungen haben, wenn   Leute krank werden, wer fängt es auf?   Wie geht man damit um? Dann denkt man im   ersten Moment, ja, vielleicht spricht er   da was an.

 

 Wir sind in der Krise, wenn   wir wirklich zu viele Krankenstände   haben. Dann guckt man aber mal in aller   Ruhe die Fakten an und merkt, ach, wir   sind ja eigentlich nur im Mittelfeld,   also wir sind gar nicht so besonders   krank. Wir sind gar nicht äh Finnland,   Schweden sind sie viel kranker an   kranken Tagen gemessen.   Doch, ich hab es im Vorfeld noch mal   gesehen.

 

 Also ich ich habe den wir haben   kein Livecheck, aber ich habe die Infos,   die ich vorher noch mal geguckt habe,   stand wir sind eigentlich doch im   Mittelfeld.   Oberes Mittelfeld,   oberes Mittelfeld.   2022 waren wir Deutschen trauriger   Spitzenreiter. Fast 25 Krankheitstage im   Schnitt. Zum Vergleich, in Norwegen   waren es 18 Tage, in Finnland und   Schweden sogar noch weniger.

 

 Und der   Trend   2024 zeigt die zweite Grafik. Auch im   Rest Europas steigen die Fehlzeiten,   aber nirgends so rasant wie bei uns. Im   europäischen Vergleich liegen wir   inzwischen auf Platz 2. Nur die Belgier   melden sich noch häufiger krank. Die   Statistik, auf die sich die Dame bei   Meischberger bezieht, konnte ich   allerdings nicht finden.

 

  Dann frage ich mich, ob die kranken   Menschen, die sich jetzt dadurch   verletzt fühlen, nicht respektiert   führen, ob wir eine Diskussion   angesichts der Dimension der Krise, die   wir gerade wirtschaftlich haben, ob   diese Diskussion am Ende das bringen   wird, dass wir für die Wirtschaft   brauchen, halte ich wirklich für ähm   unangenehm bzw.

 

 Also auch für unsere   Diskurskultur, vielleicht werden die   Leute auch krank, weil wir uns in   Deutschland gerade krank diskutieren und   die Lösungen nicht finden. Und ich hätte   gerne einen Kanzler, der Ideen   reinbringt, über die wir gerne reden und   dann geht man vielleicht auch lieber zum   Arbeitsplatz, dann fühlt man sich nicht   dauernd von dieser Dauerkrise in   Deutschland agitiert und hat auch ein   besseres Immunsystem, eine andere   Gesprächskultur, eine andere Stimmung im   Land.

 

 All sowas könnte man Friedrich   März als Kanzler auch mal zuschreiben   und sich von ihm wünschen.   Aber die Geschichte,   wir Deutschen sind merkwürdigerweise   häufiger krank. Doch woran liegt das?   Eine Theorie, die auch Herr Blome von   RTL gleich anspricht, ist Corona. Wenn   man sich die Grafik anschaut, sieht man,   Deutschland hat sich sehr häufig impfen   lassen.

 

 Weltweit stehen wir auf Platz   11, wie hier auf der Statistik zu sehen   ist. Das ist durchaus beachtlich. Rund   64,9 Millionen Deutsche haben eine   Impfung erhalten, einige sogar dreifach   oder vierfach. Andere europäische Länder   mit ähnlich großer Bevölkerung wie   Frankreich oder Spanien haben sich nicht   ganz so häufig impfen lassen.

 

 Wie offen   die Behörden mit möglichen   Nebenwirkungen umgehen, wird   unterschiedlich bewertet. Dass Corona   Spuren hinterlassen kann, lässt sich   heute kaum noch leugnen. Was ich   allerdings wirklich krank finde, über   eine Bevölkerung, die seit den Impfungen   gefühlt immer kränker wird, auch noch   abwertend zu sprechen.

 

 Für viele ist das   längst kein theoretisches Thema mehr. Es   ist real. und alles andere als schön.   Ich kenne Kollegen, die sich bis heute   nicht vollständig erholt haben. Manche   sind sogar arbeitsunfähig geworden. Und   genau deshalb sollte man darüber   respektvoll und differenziert reden,   statt es einfach abzutun.   Zu Coronazeiten waren die auch die   Krankenstände ziemlich gleich und danach   ist es in Deutschland aber auf dem Level   bei ihm zumindest ungefähr geblieben und   in anderen Ländern ist es wieder   runtergegangen, was ja irgendwie man ja   für normal gehalten hätte und die Frage   konnte er nicht beantworten. Es gibt   wahrscheinlich eine Milliarde Gründe, an   denen man drehen könnte.   ähm um das Arbeitsklima und alles andere   so zu verbessern, dass die Leute   vielleicht nicht so schnell krank   werden, sich nur so schnell, weil sie eh   keine Lust mehr haben, krank schreiben   lassen. Aber beginnen muss man ja mit   dem benennen dessen, was da ist und zu   sagen, offenkundig haben wir einen   Facharbeitermangel, offenkundig haben   wir dann doch mehr als wir als es gut   ist an kranken Menschen. Was können wir   denn machen? Wenn sie das nicht   ansprechen, werden sie es niemals lösen.

 

  Ja, aber wir haben nur bedingte Kräfte   und Zeit, um Dinge anzusprechen. Und ich   glaube, selbst, wenn Leute f Tage   weniger krank, doch, aber wir haben   größere Probleme, glaub ich. einfach mal   machen. War mal Slogan von der CDU, also   einfach mal machen. Vielleicht mal   ansprechen.

 

 Ich glaube, das ist der   Beginn von machen. Keine Ahnung, was aus   der Debatte wird, aber vielleicht ist   der Verweis auf die telefonische   Krankschreibung die   wir sollen uns digitalisieren, wir   sollen digitaler werden und dann ist   eine telefonische Krankenschreibung   nicht nötig, wo man auch sagen könnte,   da stecke ich mich eher an, wenn ich   dann in der Praxis sitze.

 

 Das haben wir   alles schon diskutiert. Wir müssen drei   Schritte weiter vorgehen. Ich sehe da   keine sinnvolle Debatte für Deutsch. Was   wir brauchen ist endlich ein Kanzler,   der für Ruhe und Frieden im Land sorgt.   Friedrich Merz wirkt auf mich oft wie   jemand mit Trump allüren. Kurze, harte   Sätze und eher spaltend als verbindend.

 

  Statt das Land zusammenzuführen,   entstehen neue Gräben. Peter Mafai macht   seine Haltung dagegen sehr deutlich. Er   solidarisiert sich klar mit denen, die   für Frieden stehen, ohne viel taktieren.   Und die SPD, aus meiner Sicht, kommt sie   dabei alles andere als gut weg. Den   richtigen Dämpfer hat Peter Mafai   verpasst.

 

 Er selbst wählt die SPD schon   seit langer Zeit nicht mehr.   Ich solidarisiere mich mit denjenigen,   die Frieden   Mhm.   als einen sinnvollen Begriff nach wie   vor betrachten.   Und äh   man stellt fest, nicht nur ich, auch   Andre, dass dieses Wort aus unserem   Vokabular mehr und mehr verdrängt wird   durch Andre. Begriffe und ich glaube,   dass wir, wenn wir überhaupt eine   sinnvolle Zukunft erleben wollen oder   mitgestalten wollen,   ernsthaft mit dem Begriff Frieden und   was er bedeutet umgehen müssen und ihn   und diesen Begriff nicht defieren.   Mhm.   Ja, das das enttäuscht mich eigentlich   sehr, weil ich glaube, dass unsere   ganzen Werte im Grunde genommen ohne das   Wort Frieden keine Bedeutung hätten. Ja,   das ist ganz sicher so. Oscar Lon weil   du das erwähnst, wie lange man sich

 

  kennt. Ähm, wir haben ein im Archiv   einen Moment gefunden, da trefft ihr   euch hinter einer Bühne und das zeigt   vielleicht, wie wie eng diese   Freundschaft war. 1997 87   soll sollen wir uns sollen wir uns   küssen oder was habt ihr   das wir auch noch sehen,   dann gibt’s falsche Schlagzeilen.   Sollen wir uns küssen? Nein, also wie   eng ist diese Folge war die Haare noch   lange   und er war noch in der SPD, das ist er   nicht mehr.

 

 Bitte,   der ist ja nicht mehr in der SPD, in der   Linken ist auch nicht mehr.   Das würde an unserer Freundschaft nicht.   Ähm,   aber die SPD war mal eine Partei, die   der du nahe standst. Stehst du ihr immer   noch nach auch ohne Oscar Fontain?   Ich habe lange SPD gewählt.   Mhm.   Und habe inzwischen Schwierigkeiten, das   weiterhin zu tun. Okay.

 

  Ähm   mich erstaunt diese   Entwicklung, die diese Partei erfahren   hat, die ja irgendwann vor wenigen   Jahrzehnten   eine wirkliche Volkspartei war.   Mhm.   und inzwischen mit jedem Jahr äh   sich verjüngt im in im Form von   Prozentzahlen.   Wir   und ich und ich unterstelle ganz   einfach, dass äh diese Partei den   Menschen auf der Straße nicht mehr   wirklich sehr nahe steht.

  Welche Partei tut das denn?   Das ist eine gute Frage.   Ähm,   nächste Frage.   Ich glaube, ich glaube, ich glaube, es   fällt mir wahnsinnig schwer das zu   beantworten. Es fällt mir wirklich   schwer das zu beantworten.   In diesen turbulenten Zeiten kann ich   gut verstehen, dass viele gar nicht mehr   wählen wollen oder schlicht   unentschlossen sind.

 

 Ein Beispiel ist   das Bündnis Sar Wagenknecht. Die Partei   hatte zunächst einen echten Höhenflug   und für manche dann eine herbe   Enttäuschung. Vor allem die   Zusammenarbeit in Thüringen mit   etablierten Parteien hat bei einigen   Unterstützern für Stirnrunzeln gesorgt.   Für viele hat das Vertrauen gekostet und   damit auch Stimmen.

 

 Und dann kommt   plötzlich ein kleiner, fast schon   amüsanter Moment. Ein Zuschauer klatscht   für die Alternative für Deutschland und   Sandra Meischberger kann sich ein   Schmunzeln nicht verkneifen.   Wir haben fünf Landtagswahlen in diesem   Jahr. Bei zweien, die im Osten   Deutschland stattfinden, ist die   Wahrscheinlichkeit, dass da also die AfD   auch stärkste Partei wird nicht klein.

 

  Wenn das denn wenn es wenn es dazu käme,   dass die ähm dass es zu einer   Regierungsbeteiligung kommt, wie stehst   du dazu?   Wir wir haben immer noch die Möglichkeit   und das ist eigentlich die einzig   wirkliche relevante   mit guten Argumenten und guten   Beispielen zu folgen, also Mhm.   äh zu agieren.   Äh alles andere schließt sich aus. Mhm.

 

  Und äh und das ist die ein die einzige   Option, die wir haben. Wir müssen ganz   einfach   äh gestalterisch so   beispielhaft sein, dass die Argumente   überzeugen.   So sollte es doch eigentlich sein. Wer   die besseren Argumente und die   überzeugenderen Angebote hat, gewinnt.   Genau dafür gibt es Wahlen.

 

 Aber wozu   dürfen wir wählen, wenn das Ergebnis   manchen nicht passt oder im Nachhinein   wieder korrigiert wird? wie damals in   Thüringen unter Angela Merkel. Für viele   entsteht genau da der Eindruck, dass   Macht und politische Interessen   wichtiger sind als der eigentliche   Wählerwille und dieses Gefühl beschädigt   Vertrauen. M.