Anna R. bürgerlichem Namen Andrea   Rosenbaum war die markante Stimme des   deutschen Popduos Rosenstolz. Über   Jahrzehnte hinweg prägte sie mit ihrer   emotionalen Tiefe und Bühnenpräsenz die   deutschsprachige Popmusik. Ihr   überraschender Tod im   März 2025 im Alter von nur 55 Jahren   hinterließ eine große Lücke in der   Musiklandschaft und erschütterte ihre   Fans sowie zahlreiche Wegbegleiter tief.

 

  Geboren wurde sie am 25. Dezember   1969 im Berliner Stadtbezirk   Friedrichsein, damals noch Teil der DDR.   Schon früh entwickelte sie eine   Leidenschaft für Musik und Sang in   verschiedenen Schulen und Kirchenkören.   Auch wenn ihre Bewerbung an der   Musikschule Friedrichstehein abgelehnt   wurde, ließ sie sich nicht entmutigen   und kämpfte beharrlich weiter für ihren   Traum, eine professionelle Sängerin zu   werden.

 Neben privaten Gesangsstunden   absolvierte sie eine Ausbildung zur   Chemielaborantin und arbeitete später   als   Musikalienhändlerin. Diese Zeit war für   sie prägend. Sie lernte Rückschläge   auszuhalten und ihren Weg dennoch   konsequent zu verfolgen. Ihre Liebe zur   Musik blieb trotz der Umwege ungebrochen   und wurde zum zentralen Antrieb ihres   Lebens.

 

 1991 kreuzten sich ihre Wege mit   dem Keyboarder Peter Plate. Obwohl ihre   musikalischen Geschmäcker zunächst kaum   übereinstimmten, Anna R. fühlte sich dem   Chanson verbunden. Während Plate   englischsprachigen Pop bevorzugte,   fanden sie doch schnell eine gemeinsame   kreative Sprache. Das Duo Rosenstolz   wurde geboren und sie begannen eigene   Songs zu schreiben und auf kleinen   Bühnen zu performen.

 

 Der Anfang war   nicht leicht, die ersten   Veröffentlichungen blieben erfolglos,   doch Anna R. und Peter Plate gaben nicht   auf.   Mit viel Ausdauer, Mut und   Innovationsfreude bauten sie sich nach   und nach eine treue Fangemeinde auf. Mit   Hitz wie Liebe ist alles und ich bin ich   gelang ihnen schließlich der große   Durchbruch.

 

 Ihre Alben erreichten   mehrfach Platz 1 in den deutschen   Charts. Auch in Österreich und der   Schweiz feierten sie große Erfolge.   Neben ihrer Musikkarriere engagierten   sich beide auch stark sozial. Besonders   die Unterstützung von Aids   Hilfsprojekten lag ihnen am Herzen. Ihr   Einsatz wurde 2011 mit dem   Bundesverdienstkreuz gewürdigt.

 

 Eine   seltene Ehre für Künstler, die   verdeutlichte, wie ernst sie ihr   gesellschaftliches Engagement nahmen.   Nach dem offiziellen Ende von Rosenstolz   im Jahr 2012 ruhte sich Anna R. nicht   auf früheren Erfolgen aus, sondern   suchte neue   Wege. 2013 gründete sie mit Lorenz   Alacher, Timo Dorsch und Manne Uich, die   Band Gleis 8.

 

 Das Debütalbum bleibt das   immer so, erreichte Platz 7 in den   deutschen Albumcharts und präsentierte   Anna R in einem neuen frischen   Soundgewand. Doch das war nicht alles.   Zwischen 2019   und22 tratem als Sängerin der legendären   Band Silly auf. Gemeinsam   veröffentlichten sie 2021 das Album   Instand besetzt, das ihre Vielseitigkeit   erneut unter Beweis stellte.

 

  2023 folgte dann ihr Soloalbum König In,   auf dem sie mit der Single Die   Astronautin erneut künstlerisch neue   Wege ging. 2002 heiratete sie ihren   langjährigen Lebensgefährten Nilo   Neuenhofen, einen MTV Seniorproducer und   Regisseur, der viele Musikvideos von   Rosenstolz drehte. Auch wenn sich das   Paar später trennte, blieb die   Verbindung freundschaftlich bestehen.

 

  Sein Tod im Jahr 2023 traf sie tief und   bedeutete einen schweren emotionalen   Verlust für Anna R. Trotz vieler   privater Rückschläge blieb sie ihrer   größten Leidenschaft treu, der Musik.   Sie zog sich bewusst aus dem Rampenlicht   ihres Privatlebens zurück, hielt ihre   persönlichen Angelegenheiten aus der   Öffentlichkeit heraus.

 Diese   Zurückhaltung unterstrich ihre   Authentizität und ließ sie bei ihren   Fans besonders bodenständig und nahbar   wirken. Am 16. März 2025 wurde Anna R.   Tod in ihrer Berliner Wohnung   aufgefunden. Die genauen Umstände wurden   nicht veröffentlicht. Die Polizei   schloss fremdverschulden aus und auf   Wunsch der Familie wurde auf eine   Obduktion verzichtet.

 

 Ihr plötzlicher   Tod erschütterte die deutsche Musikszene   tief. Für viele bleibt sie eine der   prägendsten Stimmen des Deutschen Pop.   Ein Verlust, der noch lange nachhallen   wird.